Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x10

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x10

Die Episode The Bridge ist das Mid-Seasonfinale der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.. Darin gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit zahlreichen Figuren aus den bisherigen Abenteuern, sondern auch einen Cliffhanger, der die Fans bei Laune halten soll.

Szenenfoto aus der Episode „The Bridge“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „The Bridge“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

In der zehnten Episode der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kehrt eine Figur aus dem Serienpiloten zurĂŒck: Mike Peterson (J. August Richards). Diesmal arbeitet der mit SuperkrĂ€ften ausgestattete Mann allerdings an der Seite von S.H.I.E.L.D. und nicht gegen sie. Und er ist nicht die einzige wiederkehrende Figur der Episode.

Das passiert in der Episode „The Bridge“

Der geheimnisvolle Edison Po (Cullen Douglas), der seinen ersten Auftritt in der Episode The Girl with the Flower Dress hatte, wird von einigen superstarken MÀnnern aus dem GefÀngnis befreit. In Eile scheint er nicht zu sein und so isst er erst einmal sein Essen auf. Schon bald stellt sich heraus, dass die Mitglieder des Project Centipede diejenigen sind, die ihn befreien, was die Agenten von S.H.I.E.L.D. auf den Plan ruft.

Da es sich bei den Angreifern um Menschen mit SuperkrĂ€ften handelt, fordert Coulson unerwartete VerstĂ€rkung an: Der reformierte Mike Peterson soll bei den Ermittlungen helfen. Inzwischen verbringt er seine Zeit bei S.H.I.E.L.D. und versucht, Captain Americas Rekorde zu brechen, kann aber noch nicht in die NĂ€he von diesen kommen. WĂ€hrend Coulson klarstellt, dass er zweite, aber keine dritte Chancen gewĂ€hrt, Ă€ußert May ihre Bedenken, was seine Hilfe angeht. Auch Ward ist nicht zurĂŒckhaltend damit, dass er Peterson nicht fĂŒr verlĂ€sslich hĂ€lt. Doch da keiner der S.H.I.E.L.D.-Agenten selbst SuperkrĂ€fte hat, ist Peterson wohl die beste Waffe, die ihnen zur VerfĂŒgung steht.

Doch bevor er ins Feld gelassen wird, soll er sich im Labor von Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) untersuchen lassen. Als man ihn nĂ€mlich zum letzten Mal in Aktion gesehen hatte, konnte er weder seine KrĂ€fte noch seine Wut kontrollieren. Überraschenderweise ist die Waffe, die FitzSimmons gemeinsam geschaffen haben, dafĂŒr verantwortlich gewesen, die Extremis-Technologie zu stabilisieren. Zwar braucht Peterson nun den vierfachen Nahrungsmittelkonsum wie davor, aber trotzdem hat er noch Zugriff auf seine KrĂ€fte. Etwas, dass bei den anderen Project-Centipede-Teilnehmern nicht mehr der Fall ist. Diese mĂŒssen immer wieder vom Serum „befreit“ werden und bei einer Mission erneut dessen ausgesetzt werden.

Skye (Chloe Bennet) findet heraus, dass Raina (Ruth Negga) als Drahtzieherin hinter dem GefĂ€ngnisausbruch steckt und auch diejenige ist, die damals Peterson rekrutiert hat. Skye bemerkt, dass Raina Po im GefĂ€ngnis besucht hat. Mithilfe der Lippenlesetechnologie findet sie auch ĂŒber den „Clarvoyent“, also den Wahrsager heraus. Dem Project Centipede auf die Spur zu kommen, ist allerdings schwierig, denn da S.H.I.E.L.D. ihnen bereits mehrfach die PlĂ€ne durchkreuzen konnte, hat man es aufgegeben, an einem Ort zu verweilen und stattdessen lieber mobile Hauptquartiere aufgebaut.

Immerhin gelingt es dem Team, die Spur zur Schwester eines der Extremis-Soldaten zu verfolgen. Durch eine hanebĂŒchene Lottogewinngeschichte, die Ward (Brett Dalton) der Schwester auftischt, und einen Sender, der in einer Visitenkarte versteckt ist und jeglichen Kontakt zum Bruder mitschneidet, kommt man dem aktuellen Standort in Oakland auf die Spur. Dort darf dann auch Peterson seine LoyalitĂ€t in schicker S.H.I.E.L.D.-Einsatzuniform unter Beweis stellen.

Damit hat das Project Centipede allerdings schon gerechnet und nur Container mit Extremis-Kriegern aufgestellt, denen sich Peterson, Coulson (Clark Gregg), Ward und May (Ming-Na) stellen und teilweise ordentlich PrĂŒgel einstecken. Die bei Peterson noch sehr effektive Pistole ist plötzlich nutzlos und Peterson selbst erleidet eine Stichverletzung. Immerhin gelingt es jedoch, einen der Soldaten dingfest zu machen. Bevor er jedoch befragt werden kann, wird er per Fernsteuerung ausgeknipst. Project Centipede steht, wie sich nun herausstellt, nĂ€mlich auch hinter dem Augenimplantat in Eye Spy.

Das TauschgeschÀft

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Bridge%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Anders als zuvor kann man das Signal diesmal jedoch nicht zurĂŒckverfolgen, denn die Technik von Project Centipede wird stĂ€ndig auf Vordermann gebracht und SchwĂ€chen werden ausgemerzt. FĂŒr Po und Raina ist Peterson jedoch der SchlĂŒssel zu Phase 3 und so tĂŒfteln sie einen Plan aus. Bei den S.H.I.E.L.D.-Widersachern selbst scheint es eine klare Hierarchie zu geben. Po steht ĂŒber Raina und nur er kann mit dem Wahrsager reden. Obwohl Raina neugierig ist, wird sie in aller Deutlichkeit abgeblockt und ihr mit dem Tod gedroht, sollte sie selbst versuchen, Kontakt aufnehmen zu wollen.

WĂ€hrend May Skye den Kopf wĂ€scht, weil sie weiterhin Nachforschungen zu ihrer leiblichen Mutter anstellt, geht Coulson genau den umgekehrten Weg. Er befragt Mike Peterson, warum dieser dem Wiedersehen mit seinem Sohn aus dem Weg geht. Seit dem Vorfall in der Union Station hat er sich nicht bei seinem Sohn Ace blicken lassen und ihn nur per Telefon kontaktiert. Doch Mike fĂŒrchtet, dass sein Sohn ihn nun als Monster wahrnimmt. Coulson ĂŒberzeugt ihn jedoch, die Initiative zu ergreifen. Also ruft er an und möchte sich mit ihm treffen. Doch dabei erlebt er eine böse Überraschung: Raina ist bei seinem Sohn und will einen Tausch erpressen. Ein Treffen wird arrangiert.

Die Voraussetzungen stellen das Coulson-Team auf die Probe: Keine ElektrizitĂ€t, keine VerstĂ€rkung und keine der ĂŒblichen Ortungsmöglichkeiten sind erlaubt, sonst tut man Ace etwas. FitzSimmons haben dennoch etwas auf Lager, ein Pheromon, mit dem man Peterson zur Not orten könnte. Ward positioniert sich als ScharfschĂŒtze mit NachtsichtgerĂ€t und der Rest des Teams schaut dem Austausch ebenfalls aus der Distanz zu, hat allerdings keine klare Sicht. Raina hĂ€lt ihr Wort und Ace darf zu Peterson. Doch der ursprĂŒngliche Deal, den Peterson kommuniziert hat, wurde geĂ€ndert. Es ist Coulson, den Raina im Tausch fĂŒr Ace haben möchte. Kurzerhand wird Coulson betĂ€ubt. Mike bringt seinen Sohn zunĂ€chst in Sicherheit, nur um sofort danach zu versuchen, Coulson zu befreien. Doch mehrere Explosionen scheinen das unmöglich zu machen. Mit einem Hubschrauber tritt sie gemeinsam mit einigen Handlagern und Coulson die Flucht an. Das Schicksal von Peterson ist ungewiss und auch Ward wird aus dem Hubschrauber heraus beschossen. Die Episode endet mit der Forderung von Raina, die wissen möchte, was am Tag nach Coulsons „Tod“ passiert ist.

Cliffhanger

Das Schicksal gleich dreier Figuren hĂ€ngt also in der Schwebe. Aber ob tatsĂ€chlich eine davon wirklich in Gefahr steckt? Am ehesten scheint es fast so, als wĂŒrde man bereit sein, Mike Peterson zu opfern. Warum aber sollte er die Explosion nicht ĂŒberstehen? Vielleicht lĂ€dt sie ihn sogar noch auf - das wĂ€re nicht das erste Mal, das so etwas bei Extremis-Menschen passiert. Außerdem braucht das Team ja jemanden, der den Extremis-KĂ€mpfern gewachsen ist. Ward trĂ€gt S.H.I.E.L.D.-AusrĂŒstung und wird sicherlich auch mit einigen Blessuren davonkommen.

Wie man aus Coulson allerdings die Informationen herausbekommen möchte? Vielleicht lernen wir ja den besagten Wahrsager kennen? Man kann gespannt auf die Antworten sein...

NebensÀchlichkeiten und Beobachtungen

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Skye sucht wieder einmal nach ihrer leiblichen Mutter und knallt dafĂŒr gleich gegen die May-Wand, die ihr ordentlich den Kopf wĂ€scht. Sie soll sich entscheiden, warum sie bei S.H.I.E.L.D. ist. Aus persönlichen GrĂŒnden oder weil sie anderen helfen möchte. Nur: Geht nicht beides? Wenn es nach Coulson geht sicherlich. Ist das der Versuch Mays sie vor der Wahrheit zu bewahren? Sie scheint, wie wir aus den vorherigen Episoden wissen, etwas dazu vor ihr zu verbergen. Könnte die Mutter vielleicht eine bereits eingefĂŒhrte Figur sein?

WĂ€hrend May Skye anmeckert, scheint sie selbst einiges in Ward hineinzulesen, was dieser gar nicht so sieht. Sie mahnt ihn an, sich nicht fĂŒr sie in Gefahr zu begeben und etwa SchlĂ€ge einzustecken. Er redet sich allerdings mit einem taktischen Manöver heraus. Ob das jedoch stimmt? Wo genau soll die Storyline um May und Ward hingehen? Eine eindeutige Richtung ist schwer auszumachen. Bislang ist nur erkennbar, dass May klar dafĂŒr ist, berufliches und privates VergnĂŒgen zu trennen, es ihr aber nur bedingt gelingt. Bestimmt wird sie es bald sein, die nicht auf ihren eigenen Rat hört.

Apropos Liebe: Coulson erzĂ€hlt wĂ€hrend der Fahrt in Lola von seiner Liebschaft, einer Cellistin aus Portland, die er seit seinem angeblichen Ableben nicht mehr in Person gesehen hat. Also muss er unglĂŒcklich verliebt sein Dasein fristen, auch wenn er jederzeit um ihren Aufenthaltsort weiß.

Die Entscheidung, Peterson und Raina fĂŒr das Mid-Seasonfinale zurĂŒckzubringen, ist eine gute. Peterson könnte als dauerhafte VerstĂ€rkung mit SuperkrĂ€ften neue Geschichten ermöglichen und es tut immer gut, J. August Richards wiederzusehen. Seine Entwicklung seit seiner Abwesenheit ist außerdem vielversprechend und seine Motivation, das TauschgeschĂ€ft einzugehen, ist nachvollziehbar. Raina, das „Girl in the Flower Dress“, verspricht ebenfalls, eine faszinierende Figur zu werden. Besonders, da angedeutet wird, dass sie eventuell Spannungen mit ihrem Chef Po haben könnte. Ruth Negga erinnert mich durch ihre Gestik und Mimik außerdem positiv an Archie Panjabi aus The Good Wife.

Fazit

Zum Mid-Seasonfinale bietet sich an, eine Zwischenbilanz zu Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. zu ziehen. Doch die Serie macht einem dies bislang nicht gerade leicht. Zwar konnte man in den letzten Episoden feststellen, dass die Macher sich bemĂŒhen, den einzelnen Figuren mehr Profil zu verschaffen, aber das ist mal mehr (Simmons und Fitz) und mal weniger gelungen (May und Ward). Nun nimmt man wieder die staffelĂŒbergreifende Handlung auf, wofĂŒr ich durchaus dankbar bin. Das Endresultat ist nett und recht kurzweilig, könnte aber dennoch noch etwas spektakulĂ€rer ausfallen. Oder ist diese Gefahr wirklich schon das Höchste der GefĂŒhle, was die ABC-Serie an Dramatik auffahren kann?

Das Project Centipede ist bisher klar als der große Antagonist festgelegt und das ist gut so. Doch noch mĂŒssen auch hier gewisse Motivationen deutlicher gemacht werden. Dass man sich fĂŒr Coulsons Tod interessiert, kommt unerwartet und die Auflösung macht neugierig. Die Aktion wirft allerdings auch einige Fragen auf: Ist Project Centipede wirklich nur das oder steckt eine grĂ¶ĂŸere Organisation dahinter? Mindestens zwei Kandidaten sind im Marvel-Cinematic-Universe bereits eingefĂŒhrt worden und könnten eine nette Offenbarung bereithalten.

Überhaupt mĂŒssen die Macher der Serie noch klĂ€ren, wie die Verzahnung der Serie und des Rests des bereits etablierten Universums in Zukunft gelöst werden wird. Werden etwa auch die Netflix-Serien in der gleichen KontinuitĂ€t spielen? Diese Frage wird zwar erst im Jahr 2015 wichtig, ist aber dennoch interessant.

Aller Anfang ist schwer und viele Serien brauchen einige Episoden, um zu sich zu finden. Bei manchen dauert es gar erst eine oder zwei Staffel(n), bis es so weit ist - und auch bei Buffy the Vampire Slayer und Angel war das ja so. Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. findet so langsam zu sich und so ist das Mid-Seasonfinale ein weiterer guter Schritt in die richtige Richtung. Der Fokus auf das moralische Zentrum des Teams und eine bereits etablierte Bedrohung bietet auf jeden Fall den aktuell bestmöglichen Cliffhanger an. Nun muss sich zeigen, wie das Dilemma aufgelöst wird. Hoffentlich noch eine Schippe innovativer und ĂŒberraschender, als es zuletzt der Fall war. Mein Wunsch an die Macher: weniger Formel, mehr UnkonventionalitĂ€t. Gerade dort lag nĂ€mlich meiner Meinung nach - neben der StĂ€rke fĂŒr Dialoge und charmante Figuren - die StĂ€rke in den frĂŒheren Whedon-Produktionen. Mal sehen, ob das seine Stellvertreter in Zukunft ebenfalls einsehen.

Videovorschau auf die Episode 1x11 der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 11. Dezember 2013

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x10 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 10
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x10)
Deutscher Titel der Episode
Der Wolf im Schafspelz
Titel der Episode im Original
The Bridge
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 10. Dezember 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 4. April 2014
Autor
Shalisha Francis
Regisseur
Holly Dale

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x10

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