Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x03

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x03

Die dritte Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kommt zwar ohne prominente Gäste aus, aber nicht ohne zumindest eine aus dem Marvel-Universum bekannte Figur. Diesmal sorgt eine Erfindung von Dr. Franklin Hall für reichlich Trubel. Und: Kann man Skye vertrauen oder nicht?

Skye und Ian Quinn in der Episode „The Asset“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) Marvel Studios/ABC
Skye und Ian Quinn in der Episode „The Asset“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) Marvel Studios/ABC

The Asset ist die dritte Episode der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und zeigt diesmal etwas deutlicher, wo die Schwächen des Formats liegen. Es hapert ein bisschen am Spannungsaufbau und die Serie sollte sich um etwas weniger generische Geschichten und Konflikte bemühen.

Darum geht es in „The Asset“

Der brillante Wissenschaftler Dr. Franklin Hall (Ian Hart) wird aus einem S.H.I.E.L.D.-Transport entführt - und das unter rätselhaften Umständen. Teile des Autoconvoys, der ihn transportiert, werden nämlich fast wie von Zauberhand durch die Luft geschleudert. Sogar ein großer Freightliner! Agent Coulson (Clark Gregg) und sein Team müssen ihn nun lokalisieren. Für Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) hat die Aufklärung der Entführung auch eine emotionale Komponente, denn es handelt sich um einen Dozenten aus ihrer Studienzeit.

Bald findet das Team heraus, dass eine besondere Gravitationstechnik beim Kidnapping zum Einsatz kam. Bereits mit einer kleinen Apparatur lässt sich großer Schaden anrichten. Der Entführte soll nun eine große Version davon bauen. Das muss um jeden Preis verhindert werden.

Hinter dem Anschlag auf den Konvoy steckt Ian Quinn (David Conrad), der Halls Entwicklung für sich haben möchte, aber gleichzeitig über ein gut geschütztes Anwesen verfügt. Die offiziellen S.H.I.E.L.D.-Agenten diskutieren einen Plan. Doch sämtliche Lösungen würden internationale Gesetze brechen. Also muss Skye (Chloe Bennet) ran, die bisher nur in beratender Tätigkeit (und als Agent im Training) beim Geheimdienst tätig ist. Über ihre Verbindung zu Rising Tide und ein bisschen Hackernachhilfe ihrerseits erhält sie eine Einladung zur Party und eine Präsentation zu Quinns Vorhaben. Also wird sie mit einigen Gadgets ausgestattet und soll sich umsehen und umhören.

Mit einer unkonventionellen Taktik - nämlich selektiver Ehrlichkeit - bringt sie Quinn zum Reden. Sie weiht ihn zwar ein, dass S.H.I.E.L.D. mithört, spielt ihn aber trotzdem aus, so dass Coulson und Agent Ward (Brett Dalton) Zutritt zum Areal erhalten. Coulson gelingt es, zu Agent Hall zu kommen, während Ward sich um die Rettung von Skye kümmert.

Coulson stößt jedoch auf taube Ohren und der Forscher möchte nicht, dass die mächtige Gravitationstechnik in die falschen Hände gerät, was S.H.I.E.L.D. einschließt. Er versucht, seine Erfindung zur Zerstörung des Anwesens zu nutzen, riskiert damit jedoch das Leben aller Anwesenden. Coulson sieht sich zu einer improvisierten Lösung gezwungen und schießt Hall den Glasboden unter den Füßen weg, so dass dieser als Katalysator mit seiner Erfindung verschmilzt und eine drohende Katastrophe abgewendet wird.

Anschließend ordnet Coulson an, dass das Gravitationsfeld ohne einen Vermerk in den Akten versiegelt wird. Doch wie man in der Abschlussszene der Episode sieht, scheint das letzte Wort von Dr. Hall noch nicht gesprochen zu sein.

Künstliche Schwerkraft

Die Einordnung dieser dritten „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode bereitet einige Schwierigkeiten. Manchmal musste der Verfasser dieser Zeilen tatsächlich schon etwas gegen die Langeweile ankämpfen, was nicht das beste Zeichen ist. Dennoch sind wir erst bei der dritten Episode angelangt und es kann bei einigen Serien schon einmal etwas länger dauern, bis das Autorenteam richtig aufgestellt ist. Und sind wir mal ehrlich: Welche Serie, die auf 20 Episoden oder mehr pro Staffel angelegt ist, kann von sich behaupten, andauernd nur Volltreffer zu landen?

Aber woher kommen die Probleme? Das ist der eigentlich schwierige Part. Der Plot dieser Episode wirkt ein wenig generisch. Wieder taucht ein Gadget auf, wieder muss eine Person gefunden werden und wieder läuft alles ziemlich glimpflich ab. Es fehlt an der Kreativität oder Lockerheit, die die Fälle bei Chuck, Fringe oder Alias so sehenswert machten. Darüber hinaus muss die Zuschauer-/Figurenbindung verbessert werden. Im Moment könnte es dem Zuschauer fast egal sein, ob nun Agent Ward bei den Einsätzen dabei ist oder irgendein anderer Anzugträger. Was Marvel historisch ausgezeichnet hat, ist die Menschlichkeit und die Fehlbarkeit der Figuren, die bei dem Großteil dieser Figur nicht erkennbar ist.

In Ansätzen kann ausgemacht werden, dass man der Folge eine unvorhersehbare Komponente verleihen möchte, indem man Zuschauer auf eine falsche Fährte lockt und Skyes Loyalität infrage stellt, doch noch fehlt der Mut, dies umzusetzen. Verdient und effektiv wäre ein so früher Verrat allerdings auch nicht. Das erste Anzeichen ihrer Doppelagententätigkeit wurde zum Ende der zweiten Episode gesetzt und auch in Episode drei gibt es einen derartigen Moment. Der fällt auf, als Skye ausplaudert, dass S.H.I.E.L.D. mithört und als sie, darüber hinaus, ihren Gesprächspartner auch in diverse Dinge einweiht. Bei einer so undurchsichtigen Organisation wie S.H.I.E.L.D. muss man sich aber unweigerlich auch fragen, wer mit wem spielt. Coulson und Ward scheinen die Situation mit dem angeblichen Wahrheitsserum nur fingiert zu haben und Coulson selbst sagt, dass Skye im Team ist, weil sie eben unkonventionell ist und um mehrere Ecken denken kann. Trotz aller Bedenken liefert Skye im Endeffekt ja genau das Ergebnis, das Coulson braucht.

Das Kleid steht Skye in %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; ausgezeichnet. © Marvel Studios/ABC
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Neben dem Gefühl des generischen Storytellings gibt es einige Kleinigkeiten, die ein bisschen merkwürdig sind. Wenn Skye sich etwa in Hör - und Sichtweite von anderen Partygästen ans Ohr fasst und mit dem Rest des Teams kommuniziert oder Selbstgespräche führt ohne sich vorher umzusehen. Das kann man auf ihre fehlende Erfahrung schieben oder auf Holzhammermethode beim Drehbuch. An sich ist das aber nur ein kleines Ärgernis, das durch das phänomenale Partyoutfit Skyes kompensiert wird.

Skye und Coulson sind im Moment die Figuren, denen die meiste Zeit im Scheinwerferlicht gewidmet wird. Es sind auch diejenigen, die am generell sympathischsten wirken. Skye verbreitet zumindest im Ansatz einen gewissen Buffy-Vibe (Stichwort „High-School-Drop-out“) und nimmt sich gerne mal viel mehr vor, als sie eigentlich kann, wieselt sich aber irgendwie durch.

Eigentlich ganz interessant wirkte die Figur Ian Quinn, der Skye kurzzeitig einen Job in Aussicht gestellt hat, aber dann doch leicht auszutricksen ist. Mal schauen, ob es beim einmaligen Gastauftritt bleibt.

Eine Figur, die dringend, dringend mehr Profil braucht, ist Agent Ward. Hoffentlich werden FitzSimmons nicht weiterhin darauf beschränkt, nur im Labor Stichwortgeber zu sein, die für sämtliche Schwierigkeiten in Windeseile Problemlösungen erstellen können.

Birth of a Supervillian

Der Schurke der Woche in der Episode %26bdquo;The Asset%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © Marvel Studios/ABC
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Wie Agent Coulson mit der Bedrohung durch den gigantischen „Super Graviton“ umgeht, ist im Anbetracht der Bedeutung der Figur im Marvel-Universum nicht gänzlich uninteressant. Zum einen zeigt das, dass S.H.I.E.L.D. dazu bereit ist, das Leben der Gegner auch zu riskieren und diese nicht immer verhaften zu müssen. Auf der anderen Seite sieht es so aus, als wäre Coulson für die Erschaffung eines möglichen Superschurken verantwortlich. So zumindest könnte man die finale Szene der Episode deuten, in der Halls Hand aus dem Gravitationsfeld gestreckt wird. Zumal Hall in den Comics unter dem Namen „Graviton“ bekannt ist - ein Superschurke, der Gravitation kontrollieren kann.

Die Sequenzen um Coulson und Hall gehören von der Inszenierung her zu den Highlights dieser Episode. Das Auf-dem-Kopf-Stehen erinnert an den Film „Upside Down“ oder das Videospiel „Super Mario Galaxy“ und ist etwas, was man eher seltener in Serien zu Gesicht bekommt.

Agent Coulson in der Episode %26bdquo;The Asset%26ldquo; von %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © Marvel Studios/ABC
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Die Episode kommt zudem nicht ohne einen weiteren Hinweis auf Coulsons mysteriöse Wiederbelebung aus. Diesmal betrifft es sein muscle memory. Während er sich selbst einredet, einfach nur etwas eingerostet zu sein, scheint das ein recht deutlicher Hinweis darauf zu sein, dass dieser Körper unter Umständen nicht sein eigener ist, denn sonst würde der Umgang mit der Waffe wohl reibungsloser verlaufen. Ist er also doch ein Klon oder ein life model decoy?

Agent May (Ming-Na) hat derweil offenbar genug davon, von der Ersatzbank zuzuschauen und erbittet bei der nächsten Gelegenheit, wieder ins Feld zu dürfen. Ob das heißt, dass wir bald mehr Hintergründe dazu bekommen, warum sie es hat so ruhig angehen lassen?

Fazit

Die Episode The Asset reißt den Rezensenten nicht unbedingt vom Hocker. Man könnte ein bisschen am Spannungsaufbau werkeln oder die Figuren vielleicht etwas mehr in Gefahrensituationen bringen, die nicht sofort lösbar erscheinen. Ebenso könnte man insgesamt das Profil der Teammitglieder etwas schärfen. Ansonsten läuft man schnell Gefahr, zu sehr in den austauschbaren Durchschnitt abzurutschen.

Videopromo zur Episode Eye Spy (1x04)
(c) Marvel Studios/ABC Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 9. Oktober 2013
Episode
Staffel 1, Episode 3
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Anziehungskräfte
Titel der Episode im Original
The Asset
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 8. Oktober 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 14. Februar 2014
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Dienstag, 25. Februar 2014
Autoren
Jed Whedon, Maurissa Tancharoen
Regisseur
Milan Cheylov

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x03

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