Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x02

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x02

0-8-4, die zweite Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. gibt den Zuschauern einen ersten Eindruck davon, wie die neue Serie ohne den direkten Einfluss von Joss Whedon selbst aussehen könnte. Neben einem Auftrag-der-Woche geht es vor allem um Team Building.

Agent Ward im Zweikampf in der Episode „0-8-4“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) Marvel Studios/ABC
Agent Ward im Zweikampf in der Episode „0-8-4“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) Marvel Studios/ABC

Mit einiger Neugier ist für den Rezensenten das Anschauen der Episode 0-8-4 verbunden. Denn es ist nach dem Piloten die wahre Bewährungsprobe für die neue ABC-Serie. Statt Joss Whedon als einem der Drehbuchautoren, haben diesmal Jeffrey Bell, Jed Whedon und Maurissa Tancharoen gemeinsam das Script verantwortet. Wenn man explizit darauf achtet, dann fällt auf, dass der große Joss nicht mitgewirkt hat. Denn vor allem die erste Episodenhälfte dauert ein wenig bis sie in die Gänge kommt, die zweite Hälfte ist dafür aber durchaus interessant.

Das passiert in der Episode '0-8-4'

Das neugegründete Team verschlägt es nach Peru, wo sie ein 0-8-4 einsammeln sollen, ein unbekanntes Objekt, das potentielle große Zerstörungskraft birgt und deswegen als gefährlich eingestuft wird. Zwar sind Coulson (Clark Gregg) und Co. zuerst an der Fundstelle, doch bald werden sie von Camilla Reyes (Leonor Varela) und ihrer Militärmannschaft überrascht.

Coulson und Reyes verbindet eine gemeinsame berufliche und auch private Partnerschaft (obwohl Coulson dazu lieber „classified“ sagt). Coulson und Reyes einigen sich fürs Erste auf eine friedliche Lösung, schwelgen gemeinsam in Erinnerungen und bringen sich auf den neusten Stand.

Die Bergung des Objekts gestaltet sich äußerst schwierig, denn Fitz (Iain De Caestecker), Simmons (Elizabeth Henstridge) und Skye (Chloe Bennet) fällt ein Abgleich mit Datenbanken nicht besonders leicht und die Schlauköpfe können die Risiken, die davon ausgehen nur schwer einschätzen. Als jedoch eine dritte Partei hinzukommt und die Agenten von S.H.I.E.L.D, und das Peruanische Militär eingreift, legt Agent Ward (Brett Dalton) Hand an und entwerft das 0-8-4 mit vollem Körpereinsatz.Mit dem Einsatzflugzeug soll das Artefakt in eine geheime S.H.I.E.L.D.-Basis gebracht werden und zwar mit dem Peruanern an Bord.

Dort kommt es jedoch zwischen dem noch nicht aufeinander abgestimmten Team zu Streitigkeiten. Vor allem Fitz und Ward geraten wegen dem Umgang mit dem Artefakt aneinander und auch die Anwesenheit von Skye wird anfangs nicht von allen Agenten begrüßt.

Die eigentliche Gefahr geht jedoch - wie sich bald herausstellen soll - von Camilla Reyes aus, die das 0-8-4 für sich haben möchte, da man es vor vielen Jahrzehnten in Auftrag gegeben hat. Denn die Terrororganisation Hydra (bekannt durch „Captain America - The First Avenger“) hatte damals ihre Finger im Spiel.

Nun muss das Team schnell die Streitigkeiten begraben und einen Weg finden, die Angreifer abzuwehren, denn sonst macht das Flugzeuge eine äußerst unsanfte Landung oder wird von den S.H.I.E.L.D.-Oberen abgeschlossen. Mit einer Mischung aus Köpfchen und Muskelkraft wird mithilfe des Artefakts ein Loch in die fliegende Einsatzzentrale geschossen und gemeinsam gelingt es die Oberhand zu gewinnen. Das Team hat in der zweiten Mission also vorerst zueinander gefunden - auch wenn das Flugzeug dabei stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Ein Umstand, der auch Commander Nick Fury Samuel L. Jackson, der tatsächlich in der letzten Szene einen Cameo-Auftritt hinlegt und das in Person und nicht über eine Videoeinblendung, zur Weißglut bringt. Er hält Coulson dazu an den Flieger so wieder herzustellen wie er davor war und nicht etwa durch unnötigen Schnickschnack wie ein Aquarium aufzurüsten.

Geht es auch ohne Joss Whedon?

Szenenfoto zur Episode %26bdquo;0-8-4%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © Marvel Studios/ABC
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Das ist wohl die entschiedene Frage, die man sich als potenzieller Zuschauer von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. stellen muss. Und ja, es fehlen einigen pointierte Whedonismen, die der Rest des Autorenteams zu kompensieren versucht. Am ehesten spricht Skye („I was your first? That's sweet.“ und „I am good at stuff, too“ nachdem Coulson die Fähigkeiten des Teams aufzählt) weiterhin wie eine Figur des Großmeisters. Und geht es nur mir so oder spricht Fitz auf einmal in einem auffälligerem britischen Akzent als noch im Piloten? Vielleicht sollte man sich allerdings auch nicht zu sehr an den Gedanken klammern, dass Onkel Joss es schon richten wird, die Wahrscheinlichkeit, dass er bei mehr als einer handvoll von Episoden - wenn überhaupt - mitschreiben wird, ist verschwindet gering. Das liegt daran, dass „The Avengers 2: Age of Ultron“ fast seine gesamte Zeit beanspruchen wird.

Viel interessanter ist es also zu analysieren, wie sein Bruder und seine Schwägerin versuchen die Vorlage zu nutzen. In der zweiten Episode sieht man schon deutlich weniger Crime-Procedural-Einschlag als noch im Piloten, was begrüßt werden muss. Vielmehr ist diese Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ein Beispiel eines im Network-Fernsehens viel zu selten gewordenen Genres: Dem Action-Adventure mit Geheimagenten. Besonders nach dem Ende von Alias und Chuck ist das eine Programmfarbe, die recht rar gesät ist und darum macht 0-8-4 besonders in der zweiten Episodenhälfte Spaß. Dabei ist eigentlich ziemlich nebensächlich was das geheime Objekt der Woche ist, in einer Woche wird das wahrscheinlich schon keinen mehr interessieren - außer man hat bereits jetzt einen Masterplan, was bei den Beteiligten nicht auszuschließen wäre.

Vielmehr versucht man den meisten der Figuren ein bisschen mehr Profil zu verleihen (allein Ward bleibt irgendwie weiterhin ziemlich blass) und bedient sich bei der Struktur der Episode augenscheinlich am großen Vorbild „Marvel's The Avengers“. Denn nur weil ein großes Ereignis eine Gruppe von Individuen zusammenbringt, heißt es noch nicht, dass diese sofort als Team zusammenarbeiten. Es braucht schon eine Art Katalysator (Loki und die Peruaner) und einen Angriff auf die Heimatbasis (Helicarrier vs. Flugzeug) und auch ein konstruierter Streit, bei dem per Exposition die besonderen Charakteristika genannt werden, darf auch nicht fehlen (der durch Lokis Stab ausgelöste Austausch in „Avengers“ vs. die bereits genannte Zusammenfassung von Coulson).

Der teaminterne Streit ist natürlich auch ein alter Hut im Superheldengenre. Oft muss es dort erst zu Konflikten oder Kämpfen kommen, ehe man sieht, dass man das gleiche will (Thor gegen Iron Man und Fitz gegen Ward). Und wie man das Vertrauen eines noch zweifelnden Teamkameraden gewinnt? Durch eine Rettung in letzter Sekunde natürlich (Skye rettet Ward durch den Einsatz des Rettungsboot vs. Hulk fängt Iron Man als dieser aus dem Himmel fällt). Manche mögen diese Avengers-Vergleiche für Humbug halten, aber der Rezensent hält sie durchaus für beabsichtigt. Denn neben dem Team-Building-Aspekt bringt man Zuschauer, die vielleicht den Piloten verpasst haben auf den neuesten Stand indem man das Team noch einmal vorstellt und gibt Fans der Avengers eine mehr oder minder gelungene Portion Déjà-vu.

Der rote Faden aka the Rising Tide

Einige serienübergreifende Handlungselemente werden auch subtil aufrechterhalten. Bei manchen muss man sich fragen, ob das ein Hinweis oder eine falsche Fährte ist. Wenn Coulson etwa davon spricht nach seinem „Tod“(?) in Haiti gewesen zu sein und er diesen Ort als „magisch“ bezeichnet, klingeln die Alarmglocken beim ein oder anderen Comicfan eventuell. Hat Magie etwas mit seiner Wiederbelebung zu tun?

Auch Agents May (Ming-Na) Vergangenheit wird erneut thematisiert, obwohl diese nicht gerne darüber spricht und erst recht etwas gegen den Spitznamen „Cavalry“ hat, obwohl sie diesem in dieser Folge wieder gerecht wird - etwa durch das Brechen der eigenen Handgelenke, um sich zu befreien oder das Crashen der Tür mit ihrem Auto. Gespannt kann man auch darauf sein, ob der Einsatz in Bahrain, der für Mays aktuellen Zustand eventuell Verantwortlich ist, noch weiter thematisiert wird, wovon man eigentlich ausgehen kann.

Skyes Loyalität wird von den Autoren ebenfalls weiterhin für die Zuschauer in Frage gestellt. Gehört sie S.H.I.E.L.D. an oder ist sie insgeheim daran interessiert die Red Tide mit den Geheimdienstinformationen zu füttern? Statt zu einem Berater könnte sie bald zu einem echten Agent of S.H.I.E.L.D. aufsteigen und Agent Ward könnte dabei ihr Supervising Officer werden. Bahnt sich hier nur eine Mentor/Schüler-Beziehung an oder wird es bald auch auf anderer Ebene zwischen den beiden knistern? Aber auch Fitz scheint nicht gänzlich uninteressiert zu sein, schließlich scheint er hocherfreut, dass das einzige noch freie Quartier an Bord für sie, das neben ihm zu sein. Wir werden sehen.

Marvel-Anspielungen

Auch diese Episode hatte einige Marvel-Anspielungen. Alle werde ich sicherlich nicht erfassen können. Aber es ist interessant, wie sehr die Autoren auf Ereignisse aus dem gesamten Marvel-Cinematic-Universe anspielen. Ob nun Thors Hammer als letztes 0-8-4, die Tesseract-Technologie, die im aktuellen geheimen Objekt steckt, das Namedropping von Tony Stark als Berater oder der Rückbezug auf Hydra - Marvel-Fanboys und Kontinitätsfans wird das freuen.

Viel sensationeller ist allerdings der bereits kurz angesprochene Gastauftritt von Nick Fury am Ende der Episode. Nach Maria Hill (Cobie Smulders) im Piloten also gleich der nächste hochkarätige Gast und einer, der sonst vor allem im Filmbereich beheimatetet ist. Marvel und ABC nutzen also - und hier muss ein Seitenhieb auf die direkte Konkurrenz von DC erlaubt sein - die Synergieeffekte bisher maximal aus. Der Chef von S.H.I.E.L.D. schaut persönlich vorbei und verleiht der Serie weitere Legitimation und gibt den Zuschauern Hoffnung auf mehr Marvel.

Kann man sich nun Hoffnungen auf Tony Stark (Robert Downey Jr.) machen? Immerhin ist er ja Berater bei S.H.I.E.L.D. und hat ja auch bei Ally McBeal schon mitgespielt, auch wenn er sich damals noch in einem - wie soll man sagen - bescheidenerem Karrierestadium befunden hat. Oder sollte man eher auf Gastauftritte von S.H.I.E.L.D.-Agenten wie Black Widow (Scarlett Johansson), Hawkeye (Jeremy Renner) und Captain America (Chris Evans) hoffen? Gastauftritte in jeder Episode scheinen unrealistisch. Aber während der Sweeps in den USA, wo die Einschaltquoten besonders wichtig ist, wäre ein Stuntcasting nicht auszuschließen. Außerdem kommt in den USA bald „Thor 2 - The Dark Kingdom“ in die Kinos. Ob und wie die Ereignisse diesen Films in irgendeiner Form in Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. verarbeitet werden, bleibt ebenfalls spannend.

Fazit

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0-8-4, die zweite Episode der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D., zeigt das die Serie auch ohne Joss Whedon Spaß machen kann. Ein paar Abstriche sind vielleicht zu machen und auch die Erwartungen an die Serie leicht anzupassen, denn so schnell wird Joss Whedon selbst wohl nicht zurückkehren.

Marvel-Fans erhalten durch viele Anspielungen auf das Cinematic-Universe einen kleinen Extrakick beim Anschauen, während die Serie selbst zeigt, dass sie nicht unbedingt vorhat „CSI: Marvel Universe“ zu sein, sondern durchaus auch mal ins Action-Adventure-Genre abtauchen wird und so lockerleichte Unterhaltung für die ganze Familie bietet. Dunkle Procedurals gibt es schließlich genug, da sollte auch Platz für eine teilweise witzige, actionreiche und abenteuerlustige Serie, die fest im Marvel-Cinematic-Universe verankert ist, sein.

Videovorschau zur Episode The Asset (1x03) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. :
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 2. Oktober 2013
Episode
Staffel 1, Episode 2
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x02)
Titel der Episode im Original
0-8-4
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 1. Oktober 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 7. Februar 2014
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Dienstag, 18. Februar 2014
Autoren
Maurissa Tancharoen, Jed Whedon, Jeffrey Bell
Regisseur
David Straiton

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x02

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