Lucifer 3x26

Lucifer 3x26

Mit Once Upon A Time wird uns ein Märchen erzählt, in dem uns eine andere Realität präsentiert wird. Wie in jedem Märchen, gibt es auch hier einen Erzähler. Dieser wird von niemand anderem als Neil Gaiman, dem Erfinder der Comics auf dem die Serie basiert, übernommen.

Szenenbild zu der „Lucifer“-Episode „Once Upon A Time“ (c) FOX
Szenenbild zu der „Lucifer“-Episode „Once Upon A Time“ (c) FOX
© zenenbild zu der „Lucifer“-Episode „Once Upon A Time“ (c) FOX

Die zweite Bonusepisode von Lucifer, Once Upon A Time erzählt eine „Was wäre wenn“-Geschichte. In dieser ist vieles anders, da Gott den Tod von Chloes Vater (Louis Herthum) verhindert hat. So ist Chloe (Lauren German) kein Detective, sondern immer noch Schauspielerin. Lucifer (Tom Ellis) steht dem LAPD nicht mit Rat und Tat zur Seite. Ella (Aimee Garcia) ist eine kleinkriminelle Autodiebin und Autoschieberin. Linda (Rachael Harris) ist zwar immer noch als Therapeutin tätig, jedoch übt sie ihre Tätigkeit vor der Kamera aus.

Anderer Job, andere Idole

Während Ella in der letzten Folge (Boo Normal) eher im Fokus der Handlung stand, spielt diese nun eher eine nebensächliche Rolle. Sie sieht Chloe Decker als ihr Vorbild und wurde ihretwegen dazu inspiriert, den Lebensweg einer Kleinkriminellen einzuschlagen. Sie hilft Lucifer bei seinen Ermittlungen im Fall des toten Rennfahrers, der in seinem Club gefunden wurde. Außerdem fällt auf, dass sie nicht mehr der sprühende Sonnenschein ist, wie man sie sonst so kennt.

Im Gegensatz zu Ella war Mazikeen (Lesley-Ann Brandt) eine stets grummelige und aggressive Person. Das ist auf ihre dämonische Natur zurückzuführen. Während sich in der „realen Welt“ Mazikeens Charakter verändert hat, dabei aber die Grundsteine für ihr Wesen bestehen geblieben sind, ist das nun in der alternativen Welt nicht der Fall. Maze hat keine Entwicklung durchgemacht. Ihr wurde nie beigebracht und vorgelebt, dass menschliche Züge wie Mitgefühl nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müssen, sondern das Leben auch bereichern können. Aus diesem Grund wandelt sie zurzeit auf einem äußerst dunklen Pfad, der uns auf grausame Art und Weise zwei Dinge vor Augen führt: Zum einen wird uns demonstriert wie sich Maze entwickelt hätte, wäre sie nicht mit anderen Menschen in Kontakt gekommen und von ihnen beeinflusst worden. Zum anderen zeigt uns ebendies aber auch, was für eine tolle Entwicklung und was für einen Fortschritt die Dämonin durchgemacht hat.

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Unmoralische Entscheidungen/ Nicht der richtige Zeitpunkt

Eine der Figuren, die Maze dazu verholfen haben, ihre „menschliche Seite“ auszuleben, war Linda. Sie diente auch allen anderen Charakteren als moralischer Anker - nicht nur als Freundin, sondern auch als Therapeutin. Doch nicht nur ihr Feingefühl für Moral zeichnete sie aus, auch ihre äußerst starke Integrität. Diese zwei Eigenschaften machten sie stets zu einer überaus ehrwürdigen Person. Während ihre erstere Fähigkeit noch vorhanden ist, kann diese leider nicht immer zum Vorschein kommen, da letzteres nicht mehr so stark ausgeprägt ist. Obwohl sie es besser weiß, lässt sie sich von den Aussagen anderer leiten. Um (weiterhin) Karriere zu machen, stellt sie einen Mann vor laufender Kamera bloß. Bei den letzten zwei genannten alternativen Lebenswegen weiß man nicht, welchen man tragischer finden soll: Maze, die nie ihre Menschlichkeit entdeckt hat, oder Linda, die ihre Menschlichkeit (scheinbar) verloren hat.

Ähnlich wie Maze hat sich Amenadiel (D.B. Woodside) in den letzten Staffeln von seiner menschlichen Umwelt beeinflussen lassen. Das führte schließlich dazu, dass er immer öfter von seinen strikten Prinzipien abwich. Währenddessen lernte er auch, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist, sondern auch aus Grauschattierungen besteht. Diese Entwicklung hat er, so wie Maze, in der alternativen Realität noch nicht durchgemacht und ist für ebendiese hier auch noch nicht bereit.

Bei den Nebenfiguren ist jedoch auch eine äußerst schöne Geschichte vorzufinden. Dan (Kevin Alejandro) und Charlotte (Tricia Helfer) hatten vorher in ihrer Liebesbeziehung nie besonders viel Glück. Nun haben die beiden (wieder) zueinander gefunden und haben hier endlich die Möglichkeit zusammen glücklich zu werden. Das ist insofern so besonders toll mitanzusehen, da Charlotte vor kurzem eine Art Märtyrer-Tod gestorben ist.

Sich zu den selben Menschen hingezogen fühlen

Chloe entschied sich dazu Polizistin zu werden, nachdem ihr Vater, der auch Polizist war, im Dienst erschossen wurde und sie für ihn Gerechtigkeit haben wollte. Das ist die Geschichte des „realen“ Universums. In der alternativen Variante lebt ihr Vater noch, weshalb sie immer noch ihrer Tätigkeit als Schauspielerin nachgeht. Als schließlich ein Bekannter von ihr ermordet wird und sein Tod als Unfall abgestempelt wird, ermittelt sie in seinem Mordfall. Hierbei ist es sehr amüsant zuzusehen, wie Lauren German auf grandiose Art und Weise eine Schauspielerin spielt, die sich als Polizistin ausgibt. Während ihren Ermittlungen trifft sie auf Lucifer (Tom Ellis). Als ob es Schicksal wäre, verweilen die beiden auf ihrem Lebensweg zusammen und entscheiden sich dazu, ab sofort eine Karriere im LAPD anzustreben.

Abgesehen von der Vereinigung der beiden, werden uns in Chloes Handlungsstrang auch zwei andere Dinge offenbart. Zum einen nannte Chloes Vater seine Tochter immer „monkey“ (Äffchen). Das ist auch der Spitzname, den die Polizistin immer für Trixie (Scarlett Estevez) benutzt. Somit bekommt der Spitzname, den wir schon so oft gehört haben, nun einen tragischen Beigeschmack. Zum anderen existiert Trixie noch nicht und vielleicht wird es auch nicht dazu kommen. Chloe strebt zwar nun eine Karriere als Polizistin an, dabei ist es jedoch ungewiss, ob sie dort auf Dan treffen wird.

Fazit

Der Ausflug in eine alternative Realität in Once Upon A Time gelingt äußerst gut. Er führt uns vor Augen, was für Entwicklungen die Figuren durch andere durchgemacht haben. Zudem schafft die Episode es, eine ausgewogene Aufteilung der Charaktere vorzunehmen, sodass niemand zu kurz kommt und man nochmal alle Figuren zu Gesicht bekommt. So können sich Fans, wenn sie wollen, angemessen verabschieden. Diese Folge kann man gerne als letzte der FOX-Serie im Gedächtnis behalten. Wüsste man nicht, dass A Devil of My Word das Serienfinale ist, könnte man diese „Was wäre wenn“-Episode als ebensolche ansehen, denn als dieses fungiert es äußerst gut.

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Verfasser: Maike Karr am Freitag, 1. Juni 2018
Episode
Staffel 3, Episode 26
(Lucifer 3x26)
Deutscher Titel der Episode
Es war einmal...
Titel der Episode im Original
Once Upon a Time
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 28. Mai 2018 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. August 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 24. August 2018
Regisseur
Kevin Alejandro

Schauspieler in der Episode Lucifer 3x26

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