Lucifer 2x09

Lucifer 2x09

Mit Homewrecker präsentiert uns Lucifer in dieser Woche vor allem eine Filler-Episode, die erst im letzten Drittel in Fahrt kommt. Dafür deuten sich Entwicklungen an, die einen Wendepunkt in der gesamten Serie markieren könnten.

Lucifer (Tom Ellis) und Chloe (Lauren German) / (c) FOX
Lucifer (Tom Ellis) und Chloe (Lauren German) / (c) FOX

Veränderungen stehen an in der Welt von Lucifer, so viel ist nach der Episode Homewrecker klar. Doch bevor die wirklich interessanten Entwicklungen in dieser Woche vonstatten gehen können, trübt mal wieder ein öder Fall der Woche die Episode, der leider viel zu viel Spielzeit einnimmt.

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Dabei ist das Thema der Folge in dieser Woche klar, wird es einem doch quasi in jedem zweiten Satz noch einmal eingebläut: Es geht um Heimat. Heimat, das ist für Lucifer (Tom Ellis) mittlerweile die Erde im Allgemeinen und das Lux, beziehungsweise Los Angeles im Speziellen geworden. Und der Mord an einem Immobilienmogul, dem das Gebäude gehörte, in dem der Nachtclub und Lucifers Apartment beheimatet sind, droht den ehemaligen Fürsten der Hölle zum Obdachlosen verkommen zu lassen.

Ella (Aimee Garcia) verlangt Respekt für ihre Klingonisch-Kentnisse. © FOX
Ella (Aimee Garcia) verlangt Respekt für ihre Klingonisch-Kentnisse. © FOX

Dabei ist der Mordfall einmal wieder völlig uninteressant, das Beste ist da noch der kurze Nerd-Moment Ellas (Aimee Garcia), die Chloe (Lauren German) mit ihren Klingonisch-Kenntnissen überrascht.

Ansonsten dient der case of the week eigentlich nur dazu, Lucifer um seine Heimat bangen zu lassen. Das hätte wirklich zu einem interessanten Handlungsstrang werden können, wäre da nicht seine plötzliche Unfähigkeit, Deals zu schließen. Denn offenbar möchte auf einmal keiner der Besitzer des Lux etwas, was Lucifer ihnen bieten kann, woraufhin dieser jeweils sofort aufgibt. Und wenn Chloe besser darin ist, einer Immobilienmagnatin zu drohen als der Teufel selbst, dann scheint dieser in den tausenden Jahren des teuflischen Deals nicht sehr viel gelernt zu haben.

Besser, wenn auch etwas zu friedfertig für den in dieser Episode doch recht gereizten Lucifer, ist da schon sein Plan eines kleinen Party-Sit-Ins, das er im Lux veranstaltet, um den Abriss zu verhindern. Dass offenbart sich als Chance, den Club im vollen Party-Modus zu sehen und schafft auch endlich die Umstände dafür, dass sich Linda (Rachael Harris) und Charlotte (Tricia Helfer) einmal begegnen können.

Maybe You Found It

Doch der kleine Trick Lucifers ruft auch Chloe auf den Plan, die allerdings überraschenderweise einmal völlig auf seiner Seite ist und in der anschließenden Feierei fast sogar einmal etwas wie Spaß haben kann. Doch nicht nur das - sie ist es auch, die am Ende der Episode dafür sorgt, dass der traditionsreiche Club nicht abgerissen wird und so das bescheidene Zuhause Lucifers rettet.

Die anschließende Verwunderung Lucifers über die selbstlose Geste und seine Essenseinladung wirken dabei überraschend ehrlich und verletzlich und bereiten sehr schön den Weg zu einem eventuellen Lucifer-Chloe-Pärchen, dem ich hiermit einfach mal den Shipper-Namen „Lecker“ verpasse. Dabei haben es die Autoren in den vergangenen drei Episoden sehr gut geschafft, die Flamme dieser Beziehung wieder aufleben zu lassen, war hier doch sonst vor allem Freundschaft zwischen den beiden Charakteren zu sehen.

So protestiert jeder gerne: Party im Lux © FOX
So protestiert jeder gerne: Party im Lux © FOX

Doch was ich den Autoren hier am meisten zugutehalte, ist die Entwicklung des Dinner-Dates. Sie schaffen es, der zum millionsten Mal benutzten Trope des „Kalte-Füße-vor-dem-Date-bekommens“ einen anderen Twist zu verleihen. Im Gegensatz zur sonstigen Nutzung zielt das Nicht-Auftauchen Lucifers hier nicht auf eine unnötige Verlängerung der Liebesgeschichte ab, sondern beschleunigt diese sogar. Denn erst jetzt hat er wohl mit der Hilfe Lindas verstanden, dass er eventuell ernsthafte Gefühle für die Polizistin hegt. Das führt einmal mehr zu einer herausragenden Abschlussmontage, die „Lucifer“ einfach herausragend beherrscht und die musikalisch einmal mehr perfekt unterlegt ist (diesmal mit „Devil Devil“ von Milck, das seit dem Ende der Episode bei mir auf Dauerschleife läuft).

Man kann also erwarten, dass die Beziehung zwischen Chloe und Lucifer nicht mehr so sein wird wie vorher - es sei denn, die Autoren nutzen Lucifers Rückzieher dazu, dass dieser sich wieder ganz normal verhalten kann und Chloe seine Abwesenheit als „typisch Lucifer“ beiseite wischt, was ich nicht hoffe.

I'm Not Gonna Go Watch My Mother Make Out With Dan

Ein anderer Strang der Haupthandlung, den ich bisher stets kritisiert habe, macht derweil rasante Fortschritte: Charlotte und ihre Pläne, in den Himmel zurückzukehren. Doch ihr Plan bleibt dem Zuschauer verborgen. Denn während Amenadiel (DB Woodside) gar nicht schnell genug wieder nach Hause kommen kann, möchte die Mutter allen Seins unbedingt auch Sohn Lucifer dazu überreden, der Erde den Rücken zu kehren.

Ausgerechnet Mazikeen (Lesley-Ann Brandt) bringt sie dabei auf die Idee, etwas proaktiver an Lucifers Entscheidung zu arbeiten. Dabei soll zunächst einmal das Lux daran glauben, bevor sich die Mutter des Teufels finstereren Plänen zuwendet: Über ein Date mit Detective Douche (Kevin Alejandro) versucht sie, mehr über die Verbindung zwischen Chloe und Lucifer herauszufinden. Dabei benimmt sich der Detective so tollpatschig, dass man schon Mitleid mit dem armen Mann bekommt, der immer unschuldig in Lucifers Probleme hineingezogen wird. Und auch wenn die beiden schließlich im Bett landen - eine Zukunft für „Darlotte“ sehe ich nicht.

Kein wirkliches Traumpaar: Dan (Kevin Alejandro) und Charlotte (Tricia Helfer) © FOX
Kein wirkliches Traumpaar: Dan (Kevin Alejandro) und Charlotte (Tricia Helfer) © FOX

Schade sind allerdings die extremen Pläne, die Charlotte im Bezug auf Chloe hat. Denn auch wenn die abschließende Szene dramatisch wirken mag, der Zuschauer weiß genau, dass Chloe wohl nicht plötzlich durch eine Autobombe sterben wird. Nach wie vor bleibt Charlottes Charakter recht blass. Hier könnten die Autoren wirklich einmal versuchen, in einer der nächsten Episoden etwas Hintergrundwissen über den Charakter preiszugeben, oder zumindest einmal eine ehrliche Emotion hinter der kühlen Fassade hervorblitzen lassen, denn nach wie vor interessiert es mich kein bisschen, was mit ihr passiert.

Fazit

Homewrecker bietet zwar interessante Momente und gerade am Ende dramatische Entwicklungen, welche eine Vier-Sterne-Bewertung verdienen, das ist aber alles eingebettet in eine ansonsten sehr fade Episode, die nur in einzelnen Momenten zu überzeugen weiß. Dafür steigt die Vorfreude auf die nächsten Episoden, die hoffentlich die Ereignisse dieser Woche aufnehmen und nicht verpuffen lassen, wie etwa Lucifers Fassungslosigkeit über den Mord an seinem Bruder, die auch nicht sonderlich lange anhielt.

Verfasser: Benedikt Pichl am Dienstag, 22. November 2016
Episode
Staffel 2, Episode 9
(Lucifer 2x09)
Deutscher Titel der Episode
Freunde helfen einander
Titel der Episode im Original
Homewrecker
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 21. November 2016 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 11. August 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 11. August 2017
Autor
Mike Costa
Regisseur
Greg Beeman

Schauspieler in der Episode Lucifer 2x09

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