Legends of Tomorrow 3x08

© zenenfoto aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Crisis on Earth-X, Part 4“ (c) The CW
Die dritte Folge des „Crisis on Earth-X“-Crossovers endete damit, dass Professor Stein (Victor Garber) von einem Nazi angeschossen wurde. Im Legends of Tomorrow-Teil Crisis on Earth-X erfahren wir, wie es mit ihm weitergeht. Tatsächlich lebt er noch und setzt alle Kraft dafür ein, um ein Terminal zu erreichen, das ein Portal öffnet, welches die Nazis fortschafft und die Rückkehr zur Erde-1 ermöglicht. The Ray (Russell Tovey) und der Flash (Grant Gustin) versuchen per Blitz, ihren Teil des Plans umzusetzen, während Thawne (Tom Cavanagh) Supergirls (Melissa Benoist) Herz für Overgirl aka Supergirl X transplantieren möchte, wobei er aber von Atom (Brandon Routh) aufgehalten wird, der mit Felicity (Emily Bett Rickards) und Iris (Candice Patton) und den restlichen Legends die Mitglieder von Team Flash und Arrow befreit, die in den Metahumanzellen eingesperrt worden waren.
Die volle Ladung Superhelden
Die Autoren des Crossovers leben weiterhin ihren Spaß aus und zeigen Atoms Schrumpf- und Wachstumskräfte, während Citizen Cold (Wentworth Miller) als strahlender Held für viele Schmunzler sorgt. Seine Beziehung zu The Ray wird, darüber hinaus, ebenfalls auf schöne Art und Weise in die Handlung verwoben. Der standoff zwischen dem Dark Arrow (Stephen Amell), der Kara und Felicity bedroht und dem guten Oliver Queen, der Overgirl als Geisel hält, ist ebenfalls spannend inszeniert und muss durch Reverse Flash entschärft werden. Beim Kampf gegen Metallo müssen derweil mannigfaltige Helden ihre Kräfte kombinieren, um den Kryptonit-Androiden auszuschalten, was ebenfalls schön anzusehen ist, wenn auch vielleicht etwas Strahlen- und Lichter-Overkill auszumachen ist. Insgesamt überwiegen Momente, die man kurz erwähnen möchte, auch wenn sie nur ganz kurz sind: Die Tatsache, dass Leonard Snart von Earth-X Mick Rory (Dominic Purcell) erzählt, dass sein Gegenstück sich für die Rettung von Polizisten geopfert hat, ist herrlich. Überhaupt habe ich beim Schauen des Crossovers wieder gemerkt, wie sehr ich Rory und seine one-liner sowie seine Art, Dialoge abzuliefern, doch mag. Er bringt mich immer wieder zum Lachen, auch wenn er eigentlich fast immer das Gleiche macht.
Das Feuer erlischt
Professor Stein kann nur überleben, weil er mit Jax (Franz Drameh) zu Firestorm wird. Doch die Trennung hat auch für Jax Folgen, denn durch ihre Verbindung leiden beide. Selbst AI Gideon und die klugen Köpfe an Bord der Waverider können da nichts tun. Früher oder später wird Stein den Verletzungen erliegen und Jax mitnehmen, wenn die Firestorm-Trennung nicht vollzogen wird. Genau zu diesem Zweck wurde bereits das Serum von Cisco (Carlos Valdes) ins Spiel gebracht. Unter Tränen sieht sich Professor Stein gezwungen, darauf zurückzugreifen, auch wenn Jax das nicht wahrhaben möchte. So folgt ein sehr emotionaler Abschied der Figur, der später von einer nüchternen Trauermontage untermalt wird.
Dass Garber aussteigt, wurde bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben. Das Crossover ist tatsächlich eine gute Gelegenheit für einen Abschied, wobei er als Castmitglied einer Zeitreiseserie immer noch eine Möglichkeit für ein Comeback hat. Das Opfer jedenfalls unterstreicht die Dringlichkeit des Sieges gegen die Schurken von Earth-X und gibt dem vierten Teil noch einmal etwas mehr Momentum und den nötigen emotionalen Unterbau, der bei anderen Crossovern vielleicht nicht immer vorhanden war. Dabei wird auch keine Zeit verschwendet und die Familie informiert. Dieser Verlust scheint also endgültig zu sein.
Supernova

Neben diesem Opfer kommt zudem die Information heraus, dass Overgirls Tod eine Supernova erzeugen könnte, die die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehen würde. Die Helden benötigen also dringend einen Plan und sie gehen nicht auf Dark Arrows Angebot zur Auslieferung von Supergirl für den Rückzug der Invasoren ein. Der Plan ist simpel: Wir gegen die. Das sorgt wiederum für das Kräftemessen zwischen Gut und Böse und Gruppenshots, wie im Comicheft, wenn etwa eine ganze Reihe von Helden nebeneinander her läuft. Auch wenn es vielleicht schon einmal in der Vergangenheit zum Einsatz kam, empfinde ich beispielsweise Killer Frosts Eisspur, die an Iceman von den „X-Men“ erinnert, als sehenswerten Effekt.
Diese Kraft wird später auch benutzt, um die Schilde der Nazi-Waverider abzuschalten. Anders als im Arrow-Teil kommen hier auch sämtliche Legends-Mitglieder zum Einsatz, wenn auch mit verschiedener Screentime, aber die Balance ist bei der immensen Anzahl an Charakteren verständlicherweise schwierig, wobei ich auch einsehe, dass die Grenzen zwischen den Serien bei diesem Vierfach-Crossover völlig fließend sind und Kurzauftritte von Wild Dog, Mr. Terrific oder Black Canary, die bei Arrow verpasst wurden, hier nachgeholt werden. Einzig Diggle bleibt lange Zeit merkwürdigerweise unberücksichtigt, zumindest, bis der Kampf vorbei ist. Dann gibt es eine schöne Szene, dazu aber gleich noch mehr.
Mit Teamwork gelingt der Triumph natürlich, wobei Arrow, Flash und Supergirl jeweils ihre eigenen großen Kämpfe ausfechten, die unterschiedliche Ausgänge haben. Flash lässt den Reverse Flash ziehen und bleibt dabei, nicht zu töten. Über Logik oder Paradoxe dazu, dass es die Version von Erde-1 sein soll, sollte man sich wohl nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, denn durch Zeitreisen kann man sich wohl alles zurechtbiegen und das hat man im Arrowverse ja schon in der zweiten Staffel von Legends of Tomorrow gemacht. Dennoch kurz: Nach Staffel eins und dem Opfer von Eddie wurde diese Version des Reverse Flash aus der Geschichte gelöscht, in der zweiten „Legends“-Staffel wurde er erneut aus dem Verkehr gezogen. Diesmal vom Black Racer, der eine Art Speedster-Henker ist. Vielleicht finde ich mich einfach damit ab, dass er wie Ungeziefer nie so ganz verschwindet. Dennoch weiß ich nicht, was ich davon halten soll, dass Flash ihn einfach gehen lässt, als wäre nichts passiert.
Supergirl tut mit Overgirl das einzige, was alle retten kann: Up, up and away geht es für die explodierende Schurkin. Ihren Tod hätte man einfach nicht mehr verhindern können. Außerdem ist der Moment, als Citizen Steel (Nick Zano) sie auffängt, wirklich ein schöner Einfall. Oliver tötet in Arrow, wenn es sich nicht vermeiden lässt, ebenfalls nicht mehr. Für Big Bads wie sein düsteres Gegenstück macht er hier aber eine Ausnahme. Das ist okay, weil er schließlich eine ganze Welt mit schrecklichsten Methoden unterjocht.
Abschied von einer Legende und Spontanhochzeiten
Während The Ray auf seine Erde zurückkehrt, möchte Citizen Cold noch etwas verweilen und ermöglicht so eine neue Version der Figur, auf deren Interaktion mit Heat Wave man gespannt sein kann. Im Verlauf der Episode fällt er immer wieder positiv auf, etwa, wenn er Oliver Ollie nennt oder sieht, wie Rory bei Steins Beerdigung weint. Gerne möchte ich mehr davon sehen. Ergreifend wird es dann noch einmal bei der Trauerfeier und dem Abschied der Familie von Stein, denn wir sehen das Enkelkind, das er nun nicht aufziehen kann. Supergirl und Kara kehren auch auf ihre Heimaterde zurück, während Barry, Iris, Oliver und Felicity über die geplatzte Trauung sprechen. Da das Jawort von den Nazis unterbrochen wurde, besteht die Möglichkeit, es nachzuholen. Doch nicht Bürgermeister Queen soll die beiden trauen, sondern Diggle (David Ramsey), der so doch noch zu seinem Einsatz kommt und glücklicherweise doch nicht vergessen wurde. Er hat die benötigte Befugnis, um Paare zu vermählen und soll das auch tun.
Also kommen spontane Ehegelübde zum Einsatz und ehe „Ja“ gesagt werden kann, überlegt es sich Felicity doch noch einmal anders und will spontan ebenfalls Oliver heiraten. Dieses Hin und Her ist man inzwischen gewohnt, vor allem bei Figuren aus Arrow, bei denen manchmal innerhalb einer Episode furchtbar über Grundsätzliches gestritten wird, um dann doch einzusehen, wie dämlich das war. Felicity hatte im zweiten Teil noch einen triftigen Grund, auf die Ehe zu verzichten, der ist jetzt aus der Welt geräumt. Einräumen muss man den „Arrow“-Schreibern aber, dass ihnen die Olicity-Beziehung in Staffel sechs besser von der Hand geht, weil man auf Geheimnisse zwischen den Figuren weitgehend verzichtet, die dort zum Drama führen. Man muss sehen, ob die Ehe der beiden einen Unterschied machen wird.
Ein weiterer nitpick: In den Crossover-Episoden passieren Dinge, die für die meisten der Serien große Veränderungen verursachen. Wenn man es einmal runterbricht, verpasst man als Zuschauer nur einer Serie essentielle Entwicklungen: Die Hochzeit von Iris und Barry findet nicht in einer The Flash-Episode statt, das Gleiche gilt analog für Oliver und Felicity, während Stein immerhin in der eigenen Serie umkommt. Die Einschaltquoten bei Crossover-Folgen steigen meistens im Vergleich zu normalen Folgen an, denkt man aber an eine internationale Ausstrahlung, Streamingrechte oder Heimkino-Auswertungen, wäre es sicherlich schön, wenn man die Folgen als Bonus beilegen würde, weil man sich sonst fragt, wenn die Ausstrahlung nicht passend erfolgt, wo und wann das geschehen ist. Dass das nicht ohne Weiteres möglich ist - außer vielleicht auf DVD/Blu-ray, liegt aber auch auf der Hand. Da muss wohl ein „Was bisher geschah...“ reichen, um die Zuschauer zum Schauen verpasster Folgen zu bringen.
Fazit

Das unterhaltsame und in den meisten Facetten gelungene Crossover hat mir viel Spaß gemacht und meine Liebe für das Arrowverse vielleicht sogar etwas erneuert. Man merkt, welche Leidenschaft der Macher hier drinsteckt und dass sie den Zuschauern und Fans einmal im Jahr etwas ganz Besonderes schenken möchten. Diesmal wurde an großen Momenten, dem richtigen Anlass und einem Mix aus Spaß, Düsternis und Emotionen nicht gespart. Da ist es wirklich schade, dass man damals Flashpoint nicht zum Anlass für ein großes Crossover genommen hatte, denn auch dort hätten die alternativen Möglichkeiten viel Spaß gemacht.
Gleichzeitig wünsche ich mir, dass es nicht jedes Mal eine Invasion einer anderen Erde ist, die die Helden vereint, wobei das eine einfache Lösung ist, um ein abgeschlossenes Abenteuer zu erzählen. Vier zusammenhängende Folgen mit einem so gewaltigen Cast, verschiedensten Helden und Kräften sind eine logistische Sonderleistung, die Respekt verdient. Kleine Schwächen hier und da lassen sich da sicherlich verzeihen, denn im Kern geht es hier um ungefilterten Superheldenspaß.
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 29. November 2017(Legends of Tomorrow 3x08)
Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 3x08
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