Heroes: Reborn 1x06

Mit Game Over werden mal wieder ein paar HandlungsstrĂ€nge zusammengeschnĂŒrt. Wobei das Spiel um unsere animierte Heldin Miko (Kiki Sukezane) ein rasches Ende nimmt, damit der uns bereits lange versprochene Hiro Nakamura (Masi Oka) in Erscheinung treten darf und das gesamte Handlungsruder herumschlagen soll. Hoffentlich werden damit auch die Plot-holes der heutigen Episode ausgemerzt.
Where is Hiro Nakamura?
Passend zu dem bisherigen RĂ€tselspiel um den Meister von Raum und Zeit beginnt die Episode mit eben jener Frage - gestellt von Noah Bennett (Jack Coleman) an den Multiplikationsagenten Harris (Cle Bennett). So verfolgen Quentin (Henry Zebrowski) und er die Spur in das „Renautas“-Labor mit der Teleportationsaufgabe und trennen sich zunĂ€chst von der nach Francis (Peter Mooney) suchenden Taylor (Eve Harlow).
Stattdessen treffen sie glĂŒcklicherweise auf Miko und ihren Gamerfreund Ren (Toru Uchikado), die uns mal wieder mit ihrem Videospieleplot beglĂŒcken und dessen eigentliches Ziel offenbaren: die Befreiung von Hiro! So wird auch Mikos Kraft mehr schlecht als recht dadurch erklĂ€rt, dass sie nicht wirklich die Tochter ihres Programmierervaters ist, sondern eine digitale KĂ€mpferin, die sich opfern muss, damit unser eigentlicher Japaner der Herzen in die Serie zurĂŒckgerufen werden kann.

Da sich „Renautas“ mit der Kraft von Nakamura Ă€uĂerst schwer tat (obwohl die Firma anscheinend KrĂ€fte blockierende Nasenflöten und eine KrĂ€fte blockierende Schattenkraftnutzerin (Aislinn Paul) hat), musste dieser in einen raum- und zeitfreien Ort gebracht werden: in die verrĂŒckte Videospielewelt. Doch damit Miko den Katanameister befreien kann, muss sie sich selbst opfern, da ihre digitale IdentitĂ€t nur an diesen einen Auftrag gebunden ist.
Doch nicht nur Miko muss fĂŒr dieses Ziel den Löffel abgeben, auch unser Lieblingsnerd Quentin hĂ€lt nicht allzu lange durch. So darf er natĂŒrlich kurz beim Aufeinandertreffen mit Miko seinen Nerd-StĂ€nder ausfahren und nach LARPs fragen, gegen seine dĂŒstere Schwester hĂ€lt er aber nicht lange durch. Somit segnen zwei Charaktere das Zeitliche, die zu nichts anderem da waren, als Hiro Nakamura, der uns seit drei Episoden angeteasert wird, in diese sechste Episode einzufĂŒhren - grandios!
Emo-Evo-Luke und das Snickers-MĂ€dchen
Wessen Trash-Hunger an der gesamten Miko-Story noch nicht gesĂ€ttigt wurde, bekommt zudem eines der wohl besten Zufallstreffen der Seriengeschichte prĂ€sentiert. Denn wenn Malina (Danika Yarosh) zufĂ€llig vom Holzlaster springt und dabei auf den suizidalen Luke (Zachary Levi) trifft, dann ist klar, dass hier gröĂere MĂ€chte am Werk sind.

ZunĂ€chst braucht Luke natĂŒrlich noch den richtigen Ort, um sein Lebewohl an die Welt der Sterblichen richtig in Szene zu setzen. Er leiht (oder kauft?) sich ein schönes Boot, um ein paar Meter weit weg vom Ufer samt Steinrucksack ins Meer zu springen. Wieder einmal bekommen wir Malinas Kraft des schlechten CQIs prĂ€sentiert, wodurch die beiden endlich ihr neues Ziel finden: Tommy (Robbie Kay). Nicht nur das Aufeinandertreffen der beiden und die Animationen, auch die Stumme Szene am Snackautomaten sowie die komplette Kehrtwende von Luke wirken dabei, wie mit der heiĂen Stricknadel geschrieben. Zum GlĂŒck haben sie noch die Protzkarre des depressiven GlĂŒhwĂŒrmchens, und ab geht die Post!
These powers come with responsibilities.
Nachdem ich mich in der letzten Episode bereits fragte, wie die Firma „Renautas“ es schaffte, aus ihrer Evo-JĂ€gerpolitik auch ein bindendes Gesetz fĂŒr die Exekutive zu machen, zeigt uns der kleine romantische Ausflug von Tommy und Emily (Gatlin Green), dass dieses Gesetzt nicht an den Grenzen Amerikas Halt macht. Nach den Evos wird anscheinend auch in Frankreich bewaffnet gefahndet. Haben wir es also mit einem weltweiten Gesetz zu tun oder sind sich EU und die Vereinigten Staaten nur in diesem Fall einig?
Dabei finden die beiden ausgerechnet in Paris den letzten Band von „9th Wonders“, der uns Tommy auf dem Cover zeigt und damit klar macht, was dessen Aufgabe ist. ZurĂŒck in den Staaten wird dieser kleine Trip nicht nur mit dem Entfernen des Senders (der sicherlich nicht vorher entfernt werden sollte) und einem Kuss von Emily belohnt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass uns ihr derzeitiger Freund Brad (Jake Manley) als unter der strengen Erziehung seines Elternhauses leidender Jugendlicher gezeigt wird, wird dieser Schritt moralisch nicht gerade besser. Was es mit dem Namen âNathanâ und einer potentiellen Verbindung zu den Petrellis auf sich hat, erfahren wir auch nicht.

Nimmst du die rote Kapsel, ist alles aus.
Als letztes bleibt noch der Plot um unseren El Vengeador Carlos (Ryan Guzman), der den Evo-JĂ€ger James (Dylan Bruce) ins Kreuzverhör nimmt, bis er seine verlorenen Verwandten gefunden hat. Wie in den Episoden zuvor gehört dieser Plot zu den langweiligsten. Wir erfahren, dass James die Evos fĂŒr ein gewisses Kopfgeld jagt und sie zu einem mysteriösen Ort namens „Sunstone Manor“ gebracht wurden, der nur fĂŒr Evos zugĂ€nglich ist.
Nach einer lĂ€ngeren Fahrt kommen unsere beiden WeggefĂ€hrten wider Willen schlieĂlich an, woraufhin James Carlos eine rote Ampulle ĂŒberreicht, die ihn als Evo durchgehen lassen soll. Da unser Iron Devil alles schluckt, was man ihm vorhĂ€lt, gibt es natĂŒrlich keine Zweifel an dem Inhalt. So muss er ĂŒberraschenderweise feststellen, dass tatsĂ€chlich etwas mit seinem Körper passiert.
Fazit
Es tut mir leid, falls meine negative Darstellung der Serienereignisse manchem Leser sauer aufstoĂen. Jedoch bekomme ich von Folge zu Folge mehr das GefĂŒhl, dass sich der Trashfaktor weiter erhöht und der gesamte Plot immer hanebĂŒchener wird. So sehr ich mich auch auf das Erscheinen von Hiro Nakamura gefreut habe, so wenig gefĂ€llt mir dessen virtuelles Exil und die Rolle von Miko zur Aufhebung dessen.
Wie bereits bei dem Ehepaar Luke und Joanne (Judith Shekoni) wird zudem die Charakterschreibung von unserem neuen Paar Tommy und Emily nicht wirklich moralisch vertretbar. Nutzte die Serie die Chance, Brad eben nicht als unreflektierten Raudi, sondern als Jugendlichen mit eigenen Problemen darzustellen, so wenig wird die Beziehung zwischen ihm und Emily nun respektiert. Tommy, der moralisch dagegen immer weiter abdriftet, gewinnt das MĂ€dchen durch einen simplen Paris-Besuch.

Es bleibt fĂŒr mich einfach zu hoffen, dass die Zeitreise von Hiro und Noah zum 13. Juni nun den SchlĂŒssel der Serie bereithĂ€lt und so manche Auflösung prĂ€sentiert, die das Ruder der Serie noch herumschlagen könnte. Bisher muss ich allerdings sagen, dass die Wiedergeburt der Serie alles andere als glanzvoll verlĂ€uft. Wie bereits letzte Woche angedeutet, liegt das auch an dem ausbleibenden prĂ€genden Stil der Serie. Immer wieder bekommt man das GefĂŒhl, so etwas schon woanders besser gesehen zu haben - was sich nicht nur an dem entliehenen „Spider-Man“-Zitat aufzeigen lĂ€sst. Ach, wĂŒrde doch nur die Serie selbst diesem Credo folgen: „With great franchise comes great responsibility.“
Der Trailer zu den kommenden âHeroes Rebornâ-Episoden âJune 13thâ: Verfasser: Henning Harder am Freitag, 23. Oktober 2015Heroes: Reborn 1x06 Trailer
(Heroes: Reborn 1x06)
Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?