Grimm 5x22

Willkommen zur Besprechung des zweiten Teil des großen, düsteren Grimm-Staffelfinales unter demTitel Beginning of the End (2). Und wie konnte es anders sein, nach der ersten, fesselnden Stunde baut der Rest etwas ab. Aber nicht besonders viel. Gerade soviel, um nicht durchgehend in Hochspannung zu sein, aber nicht so viel, dass es auch nur an einer Stelle schlecht genannt werden könnte.
Die Puppenspielerin
Nach dem düsteren ersten Teil des Staffefinales schalten die Serienmacher nun ein bisschen Comedy ein. Die Cops des Nord-Reviers sind schon komikhaft albern und sich für keinen Klischeespruch zu schade. „Wir händeln die Dinge etwas anders hier.“ Richtig so. Das nimmt dem übermächtigen Hexenbiest Bonaparte (Shaun Toub) ein bisschen die Ernsthaftigkeit. Besonders beeindruckend und unterhaltsam ist die Tatsache, dass er offenbar jedes Telefonat mit zwei Polizisten im Rücken führt. Klar, halt für den Fall, dass eine seiner Marionetten ihm sagt, ein Grimm sei in Staatsgewahrsam, so dass er sie sofort losschicken kann. Ja, mir hat es auch weh getan, Renard (Sasha Roiz) eine Marionette zu nennen, aber wr müssen uns den Tatsachen stellen: Etwas anderes ist der einst so mysteriöse und allwissende Polizeikapitän nicht mehr.
Manchmal ist das lustig, zum Beispiel in dem Moment als er nicht versteht, dass Diana die treibende Gewalt Richtung Bett für ihn und Adalind ist, sondern denkt, dass sie sehr wohl ganz plötzlich zu ihm hingezogen sein könnte. Schließlich ist er der neue Bürgermeister. Ach, Renard. Es war so schön mit dir all die Staffeln, aber dich wie ein Lakaie hinter Bonaparte in Nicks Fahrstuhl stehen sehen, ist einfach zu viel. Und wieso eigentlich gibt er sich so in die Hand eines anderen? Der alte Renard schien nie besonders machthungrig und war mit seinem Eckbüro im Revier offenbar mehr als zufrieden. Was ist in ihn gefahren, sich selbst von seiner halbwüchsigen Tochter instrumentalisieren zu lassen.
Auch das ist ein bisschen amüsant. So sehr die Erwachsenen um Nick (David Giuntoli) auch versuchen den Kopf der Black Claw zu besiegen, am Ende ist es ein Kind, das ihn erledigt. Und das nicht weil er eine weltweite Revolution zugunsten gewalttätiger Wesen angehört, sondern weil er die Nerven hatte, die Mutter dieses Wunderkindes zu würgen. Diana wird konstant unterschätzt und gleichzeitig nicht einmal ernst genommen wenn sie jemanden ermordet. So wie zum Beispiel Rachel, die Geliebte ihres Vaters. Sicher, Renard weist Adalind darauf hin, dass sie mit ihrer Tochter übers Ermorden reden müssen und sicher, es passieren viele andere Dinge. Aber wie im Fall des allheilenden Stocks sollte es oberste Priorität haben wenn man ein Kind hat, dass Menschen, die es nicht mag, durch reine Gedankenkraft umbringen kann. Schule dürfte sich schwierig gestalten. Aber im Grunde auch nicht notwendig sein, wenn man bedenkt, dass Diana dreimal so schnell wächst wie andere Kinder. Wenn wir sie in der neuen Staffel wiedersehen könnte sie schon ihr Abiturzeugnis in der Tasche haben.
Sie braucht dringend einen Meisner, der ihr die Eve-Technik beibringen kann, mit der man als Hexenbiest wunderbar bad-ass wird anstatt zur Gefahr für die Allgemeinheit. Ach nein, das geht ja nicht, denn Meisner (Damien Puckler) wurde ja vor kurzem umgebracht. Wann immer man sich dabei ertappt, dass Renard gar nicht so schlimm ist, sollte man daran denken. Das sollte auch Nick sich vor Augen halten, selbst wenn er glaubt, dass Renard seinen Anführer umgebracht hat um Nick zu schützen. Früh genug wird sich schon rausstellen, dass es eigentlich Dianas Timing zu verdanken ist, dass der Grimm das Treffen mit Bonaparte überlebt hat.
Und sonst so?
Monroe (Silas Weir Mitchell) und Rosalee (Bree Turner) bekommen Nachwuchs! Was für eine wunderbare Nachricht in einer furchtbaren Zeit. Und das denkt sich auch die werdende Mutter selbst. Was, wenn Black Claw siegt? Ist das eine Welt, in der man ein Kind setzen will? Erstaunlich tiefe Gedanken für ein NBC-Procedural über Märchen, aber wie gesagt, Grimm beginnt auch gerade sich vom Durchschnitt deutlich abzusetzen.
Ebenfalls interessant ist Eve (Bitsie Tulloch) oder doch wieder Juliette? Ein Mittelweg zwischen beiden Persönlichkeiten wäre ein bezaubernder, aber sicher für sie selbst auch schmerzhafter Weg. Mit dem Zauberbiest Bonaparte trifft sie einen würdigen Gegner. Natürlich erst nach ein paar schönen Szenen, in denen sie ihre Gegner in ihren Autos kocht und ähnlichen originellen Ideen der Verteidigung fröhnt.
Selbst Adalind (Claire Coffee) spielt sich ein bisschen in mein Herz zurück. Sie warnt Nick und gibt dem Team damit die Chance, überhaupt zu entkommen. Außerdem hält sie weiter daran fest, nicht bei Renard und Black Claw sein zu wollen, auch wenn ihr Leben als First Lady von Portland sicher sehr luxuriös sein könnte. Sie will zurück zu Nick, sie hat sich verändert. Und sie weiß ja noch nicht, was mit dem Folterring passiert, jetzt wo Bonaparte selbst das Zeitliche gesegnet hat.
Fazit
Der zweite Teil des Staffelfinales, Beginning of the End (2) bleibt ebenfalls auf hohem Niveau, auch wenn nach dem Tod Meisners nicht mehr viel kommen kann. Die Retterin, die den Black Claw-Anführer von ihrem Kinderzimmer aus besiegt, könnte schnell selbst zu Problem werden. Wir verlassen alle Figuren an Stellen, in denen sie zwar nicht in Lebensgefahr sind, aber ganz sicher auch nicht ins Happy End fahren. Wenn sie aus den Tunneln kriechen, werden sie erfahren, dass Bonaparte Vergangenheit ist. Aber das gilt hoffentlich nicht für die neue Stärke, die die Grimm-Autoren an den Tag legen. Die Mischung aus Düsterheit und Komik, aus Absurdität und echten Gefühlen, die sie in dieser Doppelepisode an den Tag legen, ist stark. So soll es bitte weitergehen!
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 21. Mai 2016(Grimm 5x22)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x22
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?