Grimm 5x20

Viele Grimm-Zuschauer hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass Renard (Sasha Roiz) sich nur für die Sicherheit seines Kindes in die Sache mit Black Claw hat manipulieren lassen. Doch in der Episode Bad Night liefert er jede Menge Beweise dagegen und leider keine für diese Sichtweise. Haben wir unseren noblen Captain etwa endgültig an die böse Seite verloren?
Sorry, Grimm-Autoren
Über die Staffeln machen die Grimm-Autoren stets dieselben Fehler von Fällen der Woche am falschen Platz und endloses Hinziehen des übergeordneten Konflikts bis zum Einschläfern. Doch die Episode Bad Night zeigt, dass sie es sehr wohl auch anders können. Aber vielleicht ja nicht immer dürfen. Nach einer so wunderbaren Episode wie dieser ist man geneigt, im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden und darum ziehen wir heute mal in Betracht, dass die kreative Freiheit der Serienmacher auch entscheidend durch die Network-Auflagen bestimmt wird. Grimm wurde einst als übernatürliches Polizei-Procedural bestellt und in gewissem Rahmen scheint man daran festhalten zu wollen. Und so kommen dann vielleicht langatmige Episoden wie die der jüngeren Vergangenheit zustande, in denen Nick (David Giuntoli) in Ermittlungen aufgehen während sie einen heilenden Stab in ihrem Keller vergessen und nur wenig Kontakt zu Hadrian's Wall halten.
Doch nun bricht das Staffelfinale an und nun dürfen die Serienmacher sich auch wieder der übergeordneten Story zuwenden. Das funktioniert wunderbar, wenn auch enttäuschend. Enttäuschend deswegen weil wohl viele bis zuletzt daran geglaubt haben, dass Renard den richtigen Weg noch nicht verloren hat. Doch nun sagt er zu Nick, dass die Kehrseite die Welt zu lange in ihrer Hand hatten und sie sie kaputt gemacht haben. Na gut, denkt man, so richtig rund läuft die Sache mit der Umwelt und der Gerechtigkeit ja auch wirklich nicht, vielleicht ist Renard einfach unter die Revolutionäre gegangen. Doch das folgende Gespräch lässt wohl alle Hoffnung untergehen. Er klingt richtiggehend verwirrt als er behauptet, dass die Welt der Wesen archaischer wäre, aber es halt nicht anders ginge. Wer da immer noch an das Gute im Renard glauben will, der muss einsehen, dass spätestens das Schulterzucken angesichts der mörderischen Selbstjustiz in Hadrian's Wall sich nicht mehr richtig anfühlt. Auf Wiedersehen Renard, hoffentlich finden die Serienautoren einen Weg, ihn doch noch zurück an den Rand des Teams Grimm zu holen, wo er zuletzt eine überaus gute Figur abgegeben hatte.
Dafür wollen die Serienmacher Adalind (Claire Coffee) nicht so schnell loslassen und schreiben Nick ein großes Maß an Empathie zu. Sie hatte keine Wahl weil sie ihre Kinder und ihren Geliebten schützen wollte. Doch Eve (Bitsie Tulloch) findet mal wieder die richtigen Worte. Das Leiden und der Kampf gegen den Schicksalsschlag Hexenbiestgen hat sie richtig weise werden lassen. Dass sie nicht so kalt und gefühllos ist, wie sie alle gerne glauben machen möchte, scheint immer häufiger durch. Und das macht Hoffnung auf ein Staffelfinale in dem das Team Grimm sich doch endlich ihrem Verhalten gegenüber Juliette stellen muss. Immerhin bleibt Adalind ihrem neuen Selbst auch in der HW-Villa treu, was immerhin das Gleichgewicht der beiden Frauen nicht wieder automatisch zu Gunsten von Eve kippt. Schön wäre es, wenn am Ende der Staffel nicht eine böse und eine gute Figur stehen, sondern beide ihrer Entwicklung treu bleiben.
Hanks Liebe
Der Mann hat aber auch einfach kein Glück mit der Liebe. Erst lässt er sich von Adalind einlullen und jetzt gerät er in die Fänge einer anderen Schönheit, die heimlich ws ganz anderes will als einen Blumenstrauß und einen Ring. Immerhin dauert es nicht lange und Hank (Russell Hornsby) erkennt selbst die Motive seiner neuen Flamme. Vielleicht hat der Polizist der zweiten Reihe ja immerhin eine besondere Rolle im Staffelfinale.
Dass diese Entwicklung möglich ist, zeigt Wu (Reggie Lee) ganz aktuell. Auch wenn seine kleine Szene vor dem Spiegel keinen Zusammenhang zum Rest der Episode hat, bleibt sie im Gedächtnis. Er hat es geschafft, einen Woge durchzuführen, von der Kehrseite zum Wesen und zurück. Die Randfiguren in der Serie haben es mit Ausdauer geschafft, die Herzen vieler Fans zu erobern und das macht immer wieder Spaß, sich daran zu erinnern, wie viele wunderbare Charaktere die Serie bisher hervorgebracht hat.
Denken wir nur an Trubels Einstand als hochgradig verwirrter und einsamer Teenager, der nur den Kampf ums Überleben kannte. Und dann sehen wir sie jetzt, eine junge Frau mit einer moralisch ziemlich sensiblen Antenne, die sich für eine Seite entschieden hat, aber auch tut, was sie selbst für richtig hält. In der Episode Bad Night wird sie auf eine weitere Weise zu Nicks Erbin. Sie ist nun die einzige andere Grimm, die von dem Stab weiß.
Fazit
Diese Grimm-Episode entschädigt für vieles, was wir vorher zu sehen bekamen. Das Staffelfinale steht kurz bevor und nach dieser Episode ist die Vorfreude noch größer geworden.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 15. Mai 2016Grimm 5x20 Trailer
(Grimm 5x20)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x20
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