Grimm 5x19

Grimm 5x19

In der Episode The Taming of Wu fĂŒhren die Grimm-Autoren einen neuen Gegenspieler ein, der dann auch direkt eine interessante Idee hat. Und trotzdem bleibt die Story flach und an den Haaren herbeigezogen.

Wu (Reggie Lee) in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Wu (Reggie Lee) in der Serie „Grimm“ / (c) NBC

Einerseits fahren die Grimm-Autoren das Tempo so weit runter, dass man sich die Story schneller selbst erzĂ€hlen kann. Andererseits bringen sie in der Episode The Taming of Wu ĂŒberraschend neue VerknĂŒpfungen rein, die bisher nur wenig Sinn ergeben. Es ist nicht die stĂ€rkste Stunde der MĂ€rchenserie.

Durcheinander

Dass Adalind (Claire Coffee) sich so verhalten wĂŒrde, wie sie es in dieser Episode tut, war vorhersehbar. Auch wenn die ZwickmĂŒhle, in der sie steckt, das menschlich verstĂ€ndlich macht, so ist es doch fĂŒr ihre Figur nicht vorteilhaft. Es ist noch nicht so lange her, dass sie die eiskalte Gegenspielerin war. Doch nach dem Verlust des Hexenbiest-Gens ist aus ihr eine fĂŒrsorgliche Mutter geworden. Und nun muss sie sich entscheiden - zwischen ihren beiden Kindern, zwischen ihren Kindern und Nick, ihrer neuen großen Liebe.

Und zwischen den beiden Seiten eines unberechenbaren Krieges. Doch ethische Überlegungen haben in dem emotionalen Drama der Frau gerade keinen Platz. Also tut sie, was man erwarten konnte: Sie wĂ€hlt den einzigen Weg, der ihr erlaubt, mit ihren beiden Kindern zusammen zu sein und entschuldigt sich bei Nick.

Wie Renard (Sasha Roiz) ist Adalind nun in der Hand der Black Claw. Ersterer scheint sich mit dieser neuen Allianz enttĂ€uschend schnell angefreundet zu haben. Aus dem charismatischen Polizeichef ist in Windeseile ein machthungriger Familienvater geworden, dessen Moral man nicht mehr durchschauen kann. FĂŒr Adalind steht zu befĂŒrchten, dass sie nun auf einer weiteren Ebene den wehrlosen Spielball geben darf. Plötzlich lĂ€sst sie sich von allen unter Druck setzen, als AnwĂ€ltin sollte sie da ein bisschen mehr drauf haben.

Sie hat Nick angelogen und hintergangen. Und sie hat ihm sein Kind weggenommen. Damit hat sie sich hoffentlich Eve (Bitsie Tulloch) zur erklĂ€rten Feindin gemacht. Gut so, denn die ist im Moment die einzige Frau in der Serie Grimm, die noch nicht in der Belanglosigkeit verschwunden ist. Rosalee hat schon lĂ€nger keinen eigenen Einsatz außer Haus mehr gehabt. Ihre KrĂ€utermixturen sowie deren Folgen sind zwar unterhaltsam, aber eine echte Aufgabe ist das auch nicht.

Dass es Trubel (Jacqueline Toboni) noch gibt, wird uns zwar genau in dieser Episode vor Augen gefĂŒhrt, aber mehr als eine kurze Szene bekommt sie auch nicht. Selbst Renards Wahlkampfmanagerin wird von einem mĂ€nnlichen Black-Claw-Vertreter abgelöst. Conrad Bonaparte (Shaun Toub, Homeland) fĂŒhlt sich an wie eine Mischung aus allen AnfĂŒhrern der royalen Familien, die wir im Verlaufe der Serie gesehen haben. Und natĂŒrlich hat er eine hinterhĂ€ltige Liebesagentin dabei, die Hank (Russell Hornsby) erst in ihr Bett und dann wohl in ihr Lager ziehen soll. So weit, so vorhersehbar.

Was Bonaparte jedoch auch mitbringt, ist eine interessante Idee. Er will Nick (David Giuntoli) nicht zum Feind haben. Er will ihn zum VerbĂŒndeten machen. Wieso er trotzdem Adalind unter Druck setzt, den Grimm zu verlassen, wird nicht weiter erklĂ€rt.

Ebenso wenig Zeit verwenden die Autoren darauf, uns Dianas ungewöhnliche FÀhigkeiten nÀher zu erklÀren. Stattdessen erinnern sie uns daran, dass Black Claw das Kind erst vor Kurzem aus den HÀnden von Meisners Hadrian's Wall geraubt hat.

Damit weisen sie jedoch erst auf ein Problem hin. Wenn sie doch so einfach Kontakt zu ihrer Mutter aufnehmen kann, mental und auch telefisch, mit der Stimme ihres Vaters, wieso hat sie das dann nicht vorher schon mal gemacht? Und wieso hat man ihr bei HA nicht den Umgang mit ihrem Hexenbiestsein beigebracht. Genau das fĂŒr Juliette/Eve zu tun, ist ja immerhin die bisher grĂ¶ĂŸte Errungenschaft der geheimen Organisation.

Ein Werwolf

Nick bekommt von all dem so wenig mit, weil er damit beschĂ€ftigt ist, Wu (Reggie Lee) im Krankenhaus keine Geschenke zu ĂŒberreichen und sich damit zu brĂŒsten, ihm stattdessen Pommes zu kaufen. Statt ĂŒberraschenden und unlogischen Wendungen erleben wir in der Story um den Neu-Werwolf genau das, was man erwarten konnte.

Im Krankenhaus gibt es einen Schockmoment, den jedoch niemand ernstnimmt, der nicht von der Existenz der Wesenwelt weiß. Dann wird der Patient zu schnell nach Hause geschickt und von seinen Freunden alleine gelassen, wo er dann einen Menschen umbringt.

Sehr viel klischeehafter könnte man so eine Geschichte kaum angehen. Das hat Wu nicht verdient. Und wieso holt nicht endlich einer den zauberhaften Heilstab hervor, um mit Problemen dieser Art fertig zu werden?

Fazit

Vor einigen Episoden war die Serie Grimm ziemlich gut aufgelegt. Sie haben es endlich ins Epizentrum ihrer MĂ€rchen geschafft und die Geschichte der ersten Stunde, die SchlĂŒssel, zu einem interessanten Höhepunkt gebracht.

Doch dann kam der Absturz, seitdem machen sie alle alten Fehler der Reihe nach. Besonders das Problem mit dem Tempo nervt im Moment wieder stark.

Hoffentlich bekommen die Serienmacher das schnell in den Griff, bevor uns in den letzten drei Episoden ein Desaster ereilt.

Trailerzur nĂ€chsten Episode, „Bad Night“ (5x20), der US-Serie „Grimm“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 30. April 2016

Grimm 5x19 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 19
(Grimm 5x19)
Deutscher Titel der Episode
Blutige TrÀume
Titel der Episode im Original
The Taming of the Wu
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 29. April 2016 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 1. Juli 2017
Regisseur
Terrence O'Hara

Schauspieler in der Episode Grimm 5x19

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