Grimm 5x18

Grimm 5x18

Oh nein, oh nein, die Grimm-Autoren verfallen in der Episode Good to the bone in alte Muster - und zwar leider nicht von der guten Sorte. Nur das Wesen der Woche kann ein bisschen Aufsehen erregen.

Rosalee (Bree Turner) in Aktion in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Rosalee (Bree Turner) in Aktion in der Serie „Grimm“ / (c) NBC

Fast fünf Staffeln Grimm haben wir hinter uns. Und es schien, als wären lästige Schwächen längst überstanden. Ausgerechnet auf der Höhe der Spannung fallen die Autoren in alte Muster zurück und langweilen uns durch die Episode Good to the Bone.

Knacken und schmatzen

Bleiben wir zuerst beim Positiven. Und das ist überraschenderweise der Fall der Woche. Der Barbatus Ossifrage, der aus Fürsorge für seine Eltern zum Mörder wird, hat nicht nur moralisch interessante Fragen im Gepäck, sondern auch einige dramatische Bilder und Geräusche, die man so schnell nicht mehr vergessen kann. Es fängt schon damit an, wie Wu (Reggie Lee) den knochenlosen Arm des ersten Opfers hoch nimmt und in die Länge zieht. Die Vorstellung, dass das Skelett aus einem toten Körper herausgetrennt wird, während der Rest verhältnismäßig heile bleibt, hat schon so manchen Horrorautor inspiriert. Und die Grimm-Kamera hält drauf. Der leichte Grusel ist ständiger Begleiter in dieser Serie, die auf den ersten Blick gar nicht so rabiat und brutal wirkt. Mit dieser Mischung sind die Serienmacher bisher gut gefahren und werden ihr hoffentlich treu bleiben.

In anderer Hinsicht darf man sich wünschen, dass sie endlich einen neuen Weg finden, mit Herausforderungen umzugehen. Doch wo liegt eigentlich das Problem? Um das zu verdeutlichen, fassen wir kurz zusammen, was in der Episode Good to the Bone eigentlich alles passiert ist. Eve (Bitsie Tulloch) konfrontiert Rosalee (Bree Turner) mit Adalinds Lüge, und die gesteht Nick (David Giuntoli), dass sie Kontakt zu Renard hat. Der arbeitet zumindest im Moment geheim mit Black Claw zusammen. Adalind (Claire Coffee) trifft auf ihre Tochter Diana. Wu findet heraus, dass etwas mit ihm ganz und gar nicht stimmt. Weder die große Bedrohung durch diese Terrorgruppe und der damit zusammen hängende Krieg noch der mysteriöse Stab werden in dieser Grimm-Episode wirklich erwähnt.

Das, was passiert ist, wird in kurze Szenen gepackt, eingestreut zwischen einen Fall der Woche, der durchaus bezaubern kann, aber nichts Wesentliches zur übergeordneten Story beiträgt. Und alles, was passiert, war lange absehbar. Die Entwicklung zu lange hinauszuzögern ist ein altes Grimm-Problem. Sie ziehen die Story wie ein Kaugummi auseinander, die nächsten drei Schritte liegen auf der Hand, und wenn es dann endlich so weit ist, hat man das Gefühl, es schon gesehen zu haben. In dieser Episode trifft das auf alle Plots neben den Ermittlungen zu.

Dass Renard Adalind das Kind zeigt; dass Wu herausfindet, dass er von einer Art Virus befallen ist; dass Eve in Wirklichkeit noch einiges von Juliette in sich trägt - das alles war sonnenklar und keine dieser Geschichten bringt eine Überraschung mit sich. Und so fühlt es sich an, als ob die Autoren sich selbst wiederholen, dabei ist das wahre Problem, dass wir selbst die einzelnen Ereignisse schon so lange kommen sehen.

Wenn sie der Überraschungsarmut weiterhin treu bleiben, dann darf man doch jetzt schon jede Wette darauf abschließen, dass Hanks ehemalige Trainerin, die jetzt plötzlich doch mit ihm anbandeln will, von einer der beiden Kriegsparteien geschickt worden ist, vermutlich Black Claw. Dass sie sich auf dem Date nicht ganz unbefangen fühlt, sieht man ihr förmlich an der Nasenspitze an.

Und nach wie vor muss man sich wundern, dass das Team Grimm nicht mehr an dem mysteriösen Stab interessiert ist, der von SERIENJUNKIES.DE®-User SydneyBristow in einem Kommentar zur Episode Into the Schwarzwald mit der Legende vom Heiligen Gral in Verbindung gebracht wird. Sie haben etwas in ihrem Besitz, das die Welt grundlegend verändern könnte, aber sie lassen es erst einmal quasi im Keller rumliegen, weil sie nicht wissen, was es ist, wie man damit umgeht, und zu beschäftigt sind, das in Erfahrung zu bringen.

Fazit

Die Episode Good to the Bone lässt uns wieder im Stich mit Blick auf die große Story um Black Claw, den Krieg und den Zauberstab. Der Fall der Woche ist mit Schockelementen gespickt, was immerhin noch ein bisschen Grusel erzeugt. Doch darüber hinaus ist er eine weitere Facette ungesunder Eltern-Kind-Beziehungen, wie wir sie bereits in der letzten Grimm-Episode hatten.

Trailer zur nächsten Episode, „The Taming of Wu“ (5x19), der US-Serie „Grimm“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 23. April 2016

Grimm 5x18 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 18
(Grimm 5x18)
Deutscher Titel der Episode
Bis auf die Knochen
Titel der Episode im Original
Good to the Bone
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 22. April 2016 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 1. Juli 2017
Regisseur
Peter Werner

Schauspieler in der Episode Grimm 5x18

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