Grimm 5x17

Wie weit würde man für das eigene Kind gehen? Diese Frage wird in der Grimm-Episode Inugami gleich mehrfach gestellt. Am Ende könnte sich ein wichtiger Mitstreiter für Nick (David Giuntoli) falsch entscheiden.
Elternliebe
Wie zu den großen Grimm-Zeiten sehen wir in dieser Episode einen Fall, der bei der Beantwortung der großen Fragen im übergeordneten Plot helfen können. Die letzte Szene macht uns glauben, dass Renard (Sasha Roiz) sich auf Black Claws Seite schlagen könnte - für Diana. Dank der mysteriösen Wesen-Organisation kann er seine Tochter wieder in die Arme schließen. Und das scheint ihm mehr wert zu sein als die Loyalität zum Team Grimm und seine eigene Moral. Das letzte Urteil ist natürlich noch nicht gesprochen, aber seine Ergriffenheit und sein Nicken könnten in diese Richtung gedeutet werden.
Dabei hat eine Familie, die einen schweren Schicksalsschlag erlebt hat, gerade bewiesen, dass es auch anders geht. Statt die Rache - für die sie selbst sich nicht die Hände schmutzig machen müssen, um die sie nicht bitten müssen und derentwegen niemand ihnen einen Vorwurf machen kann - milde lächelnd anzunehmen, arbeiten die Eltern des toten Jungen aktiv daran mit, das Schlimmste zu verhindern. Und nicht nur das. Der Vater schmeißt sich selbst vor das Messer, das den Jungen bedroht, der die Todeswaffe seines Sohnes gebracht hat.
Sicher, in voller Breite greift die Analogie nicht, denn der Sohn des Ehepaares ist tot, unwiederbringlich verloren, und nichts was sie tun, wird ihm helfen. Renards Tochter hingegen hat das Leben noch vor sich, auch wenn sie auf einer extremen Schnellstraße unterwegs ist. Doch immerhin in einer Sache kann man die beiden Fälle miteinander vergleichen: Eltern, die sich in Extremsituationen ausschließlich von Emotionen leiten lassen, haben eine hohe Fehlerquote.
Wenn der eigene Sohn durch die Schusswaffe eines Freundes umkommt, dann hegt man als Elternteil sicher keine netten Gefühle für den Jungen. Und Rache fühlt sich oft wie ein guter Ausweg aus der Verzweiflung an. Es muss nicht gleich Mord sein, aber wenn man das eigene Kind verliert, dann ist angesichts der sich fröhlich weiter drehenden Welt Frust schon programmiert.
Renards Situation ist ja nun ein bisschen anders. Er hat seine Tochter aus eigener Entscheidung weggegeben, weil er sie schützen wollte. Und nun überwältigt ihr Anblick ihn doch, verständlicherweise. Immerhin war der Ausruf, wie überraschend groß jemand geworden sei, selten angebrachter als hier. Aber er sollte sich von diesem Gefühl nicht ausschließlich leiten lassen. Und das nicht nur, weil die Gefahr durch die Royals nach wie vor nicht beseitigt ist. Oder etwa doch? Die adeligen aus Europa haben in den letzten Episoden so wenig von sich reden gemacht, dass wir nicht einmal genau wissen, wie sie eigentlich aus der Black-Claw-Sache herausgekommen sind.
Trotzdem darf man hoffen, dass Renard sich nicht gegen Nick und Konsorten entscheidet, nur weil die Wahlkampfmanagerin seine Tochter aus dem Hut gezaubert hat. Schließlich ist diese Tat nicht so heroisch, wenn man bedenkt, dass sie Diana dadurch wahrscheinlich erst in Gefahr gebracht hat.
In diese Sache werden bald auch Adalind (Claire Coffee) und ihre Entscheidungen spielen. Sie ist schließlich die Mutter, und sie wird das Wiedersehen mit der Tochter noch mehr mitnehmen. Denn sie hat Diana einst nicht weggeschickt, sondern wurde von Renard und den anderen ausgetrickst.
Hexenbiester
Und Adalind hat bereits angefangen, sich in einem Netz aus Lügen zu verstricken. Sie hat Nick die Wahrheit über ihr Hexenbiest-Sein verschwiegen und die Sache im Bewerbungsgespräch trotzdem zu ihrem Vorteil ausgespielt. Das ist ein schmaler Grat, den man im Team Grimm kaum gutheißen kann.
Und im Verlauf der Episode Inugami zeigt dafür jemand anderes, dass er noch an Nick hängt: Eve (Bitsie Tulloch), bei der die Autoren viel investiert haben, um zu zeigen, dass sie eine andere Person als Juliette ist, hat wohl doch nicht alle Erinnerungen verdrängt. Sie droht Adalind quasi mit Prügel, sollte die Nick verletzen. Sehr denkwürdig. Aus Adalind ist eine ängstliche und dadurch unehrliche Freundin geworden während Eve sich gekonnt als badass-Ex in Szene setzt.
Fazit
Ob das eine Reunion für Nick und seine Verlobte bedeuten könnte, steht noch in den Sternen. Auch alle Eve-Fans müssen sich fragen, ob sie das denn überhaupt wollen. Denn als Einzelkämpferin ist das Hexenbiest ziemlich faszinierend. Ob Eltern und Kind oder alte Flammen, die Grimm-Autoren spielen mit der Frage, ob eine Reunion eigentlich immer das wahre Happy End ist.
Trailer zur nächsten Episode, „Good to the Bone“ (5x18), der US-Serie „Grimm“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 18. April 2016Grimm 5x17 Trailer
(Grimm 5x17)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x17
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