Grimm 4x22

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Das Staffelfinale Cry Havoc konnte man nicht kommen sehen, soviel ist klar. Und das ist eine befreiende Feststellung für eine Serie, die jede massive Veränderung drei Episoden im Voraus ankündigt. Manche Opfer sind überraschend emotional, durch andere werden vor allem quälende Handlungsstränge endlich zu einem Ende gebracht.
Byebye, Hexenbiest
Die größte Überraschung der Episode Cry Havoc ist wohl Juliettes Tod. Sie hatten die Figur über vier Staffeln mitgeschleppt, manchmal am Rande der Erträglichkeit. Und nun, da sie endlich einen Weg gefunden hat, nicht völlig sinnfrei durch die Story zu wandeln, wird ihre Existenz beendet. Eine uralte Prophezeiung aus den Anfangstagen der Serie wird damit wahr: Die Beziehung zu einem Grimm ist Juliettes Ende.
Zwischendurch spricht Nick (David Giuntoli) ihr Todesurteil aus, doch am Ende ist auch er entsetzt, seine sterbende Freundin in den Armen zu halten. Juliette (Bitsie Tulloch) hat Mama Grimm in eine Falle gelockt, von der sie jedoch sagt, dass sie sie nicht als tödlich eingeschätzt hat. Das ist seltsam, denn sie hat den Kampf im Wohnzimmer gehört, sie kennt Kelly und sie kennt die Royals. Hat sie damit gerechnet, dass eine der Seiten aufgibt bevor es zum Äußersten kommt?
Doch zumindest hinterher muss es Juliette etwas leidgetan haben. Sie nutzt nicht die Chance auf ein neues Leben in Wien, sondern kehrt zu Nick zurück. Diese Handlung zeigt uns, dass sie nicht böse geworden ist, sie ist rachsüchtig. Sie will diejenigen bestrafen, die ihr dieses Leid angetan haben, sie kommt nicht los von ihnen, besonders von Nick.
Am Ende sitzt der Grimm neben dem Kopf seiner toten Mutter und hält seine sterbende Freundin in den Armen. So richtig gut aufgegangen ist der Plan für das Team Grimm nicht. Denn auch jetzt sollte man sich noch einmal daran erinnern, dass vieles von diesem Drama nicht passiert wäre, wenn Nick und die anderen Adalind (Claire Coffee) nicht um ihr Kind betrogen hätten. Letztendlich kämpfen sie mit ihr auf der gleichen Seite gegen die Royals, das hätten sie auch zu Beginn schon haben können.
Die Leidtragende ist Juliette, von der wir uns in der Episode Cry Havoc verabschieden müssen. Daran geglaubt hätte wohl kaum jemand, immerhin haben die Grimm-Autoren die Storyline der Freundin schon über furchtbare Durststrecken geschleppt, nun schneiden sie sie ab, in dem Moment, in dem es gerade spannend wird.
Byebye, King Frederick
Seit Generationen kämpfen sie, seit Jahren sind auch die aktuellen Protagonisten schon dabei. Und doch ist es am Ende überraschend, wie einfach sich die Köpfe hinter den Teams ausschalten lassen. Renards Vater Frederick (Dan Kremer) stellt sich uns als lüsterner Altkönig vor, den man einfach aus der Flugzeugtür schubsen kann. Kelly Burkhardt lässt sich von einer rachsüchtigen Schwiegertochter in eine Falle locken, ohne auch nur einmal nachzufragen. Und Nick zeigt sich nicht von seiner besten Detektivseite, als ihm erst in dieser Episode einfällt, dass Juliette den Computer genutzt hat, um seine Mutter in eine Falle zu locken.
Immerhin seine Stärke und seinen Stolz hat er nicht verloren, weshalb er Kenneth mit eigenen Händen in einem fairen Kampf zu Fall bringen muss, während seine Freunde draußen warten. Hätte man zu Beginn der Serie Grimm gedacht, dass Hank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) einen Fightclub für Nick bewachen würden? Es war ein schleichender Prozess, aber mit den Herausforderungen ist bei allen Figuren die Einsicht gewachsen, dass man viele Probleme nicht auf offiziellem Weg lösen kann. Wu als das jüngste Mitglied des Teams Grimm ist eine Art Anzeiger für uns, wie schlimm es kommt. Im Staffelfinale Cry Havoc hat er weder ein Problem damit, Kenneth (Nico Evers-Swindell) dem Tod auszuliefern noch den Kopf eines Hundsjägers im Polizeiwagen spazieren zu fahren. Es ist also bereits dadurch deutlich, wie viel auf dem Spiel steht.
Auch Captain Renard (Sasha Roiz) scheint sich offenbar angesichts der Bedrohung nur noch dunkel an seine Berufsehre zu erinnern. Er nutzt die Gelegenheit, seinem ungeliebten Verwandten Kenneth die Morde des Rippers unterzuschieben. Moralische Probleme wird er damit wohl eher keine bekommen, schließlich versichern ihm alle immer wieder, dass er die Morde nicht begangen habe.
Auf einen Neuanfang mit alten Bekannten
Kenneth und der König sind tot, Juliette ist tot, Kelly ist tot. Die Regenerationszeit für die Figuren wird nicht gerade kurz sein. Wie der Tod der königlichen Sippe sich auf die Situation auswirken wird, muss sich noch zeigen. Es werden andere nachrücken, die vielleicht Rache wollen. Oder vielleicht verändert die royale Familie sich auch dadurch, dass der aktuellen Machtschlange der Kopf abgeschlagen wurde.
Der Widerstand scheint unter Kellys Tod nicht allzu sehr zu leiden. Sie haben trotz allem die Mittel, das Flugzeug des Königs zu besetzen, ihn zu töten und sich Diana zurückzuholen. Die Kleine, die von allen Seiten beschützt werden soll, setzt sich selbst am besten zur Wehr. Und ihre Loyalität liegt bei der Resistance, immerhin hat ein Mitglied dieser Gruppe, Meisner (Damien Puckler), ihr einst auf die Welt geholfen. Nach den Ereignissen im Flugzeug muss man sich jedoch fragen, ob Diana wirklich unbeteiligt auf dem Boden gesessen hat, während die royalen Kampftruppen ihre Ziehmutter Kelly umgebracht haben.
Die Welt wird in der fünften Staffel nicht mehr dieselbe sein für Nick und sein Team. Sie haben Juliette und Kelly verloren, stattdessen kämpfen sie auf einer Seite mit Adalind. Und gegen wen eigentlich? Der große Feind, die Royals, wurden zerschlagen, dafür kommt jemand anderes aus den Tiefen der Vergangenheit und mischt sich am Ende der Episode Cry Havoc ins Geschehen ein: Agent Chavez (Elizabeth Rodriguez) scheint in Kontakt mit Trubel (Jacqueline Toboni) zu stehen, und die will das zumindest vor Bud verschleiern. Hat die junge Grimm sich mit der mysteriösen Gruppe um die Wesen-Agentin eingelassen? Und was wollen die nun in Nicks Haus?
Fazit
Das Staffelfinale Cry Havoc bringt nicht die große Wendung, auf die man hoffen konnte: Mama Grimm bleibt weiterhin offiziell tot, so seltsam die Umstände ihres Todes auch sein mögen. Dafür spielen sich zwei anderen Gruppen wieder in den Mittelpunkt: die Resistance und die mysteriöse Vereinigung um Agent Chavez.
Nick und sein Team verlieren gegen die Royals, sie lassen sie mit Diana davonkommen. Es ist eine düstere Episode für Nick und seine Freunde. Sie verlieren alte Freunde. Doch sie wissen nicht, dass der Kampf größer ist als sie selbst, dass auch andere mitkämpfen.
In jedem Fall sind die Weichen für eine spannungsreiche neue Staffel gestellt. Vor allem dürfte auch unterhaltsam werden, was die Gruppe mit der hochschwangeren Adalind vorhat. Sie wird Nick zum Vater machen, aber ein Liebesglück steht den beiden fürs Erste wohl nicht ins Haus, wie Rosalee (Bree Turner) Bud (Danny Bruno) bestätigt. Doch ob sie weiterhin bei dem Eisbiber bleiben kann? Der hat ja immerhin eine eigene Familie, die wohl im Moment passenderweise auf Reisen zu sein scheint.
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 18. Mai 2015Grimm 4x22 Trailer
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