Grimm 4x21

Grimm 4x21

Kurz vor dem Staffelfinale zeigt die Grimm-Clique noch einmal in all ihrer Brillanz, wieso sie so ein einfaches Ziel für ihre Gegner ist: Komplett fehlende Kommunikation, falsche Aufteilung der Ressourcen und die Unfähigkeit, Verstärkung zu rufen. Ein Telefonanruf kann Leben retten!

Sasha Roiz als Captain Renard in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Sasha Roiz als Captain Renard in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
© (c) NBC

Auf dem Weg zum vierten Staffelfinale verärgern die Grimm-Autoren uns wieder mal damit, dass sie die Figuren unglaublich dumm dastehen lassen. Wenn man schon beim Zuschauen ohne größere Mühe erkennt, wie alle Probleme vermieden werden könnten, dann ist das nie ein gutes Zeichen. In der Episode Headache hätten kurze Informationsaustausche direkt zwei Leben retten können.

Bitte einfach reinkommen

Zwei Probleme hat die Grimm-Clique am Ende der vierten Staffel: Juliette (Bitsie Tulloch) und Renard (Sasha Roiz). Damit hätte man zu Beginn dieser Staffel auch noch nicht rechnen können. Zumindest sind die beiden anders in die gegnerische Position geraten, als man hätte erwarten können. Juliette ist nicht die eifersüchtige Freundin, die sich gegen die Pläne ihres Freundes stellt, und Renard entpuppt sich nicht aufgrund seiner Royal-Verwicklungen als Feind für Nick (David Giuntoli) und Konsorten.

Stattdessen sind beide Figuren auf die eine oder andere Art besessen und im Moment nicht Herr ihrer Sinne. In Juliettes Fall ist es das Hexenbiest-Gen, dass sie ausrasten lässt, während Renard von dem Geist eines toten Serienkillers besessen ist, den er sich im Reich der Toten eingefangen hat. Ausgerechnet die friedliebenden Rosalee (Bree Turner) und Monroe (Silas Weir Mitchell) scheinen nicht zu verstehen, was es bedeutet, wenn jemand besessen ist.

Im Fall der jähzornigen Exfreundin ist es ja sogar alleine die Schuld der Clique selbst, und das sogar auf mehrere Ebenen. Wenn Adalind (Claire Coffee) diejenige, mit dem meisten Verstand zu sein scheint, ist schon mal irgendwas falsch. Selbst sie ist entsetzt als sie hört, dass die anderen Juliette einfach nett gefragt haben, ob sie das Gegenmittel nehmen will. Sie hat auch die Antworten auf Renards Problem. Da muss man sich doch fragen, wenn das ein so übliches Problem ist, dass Adalind es aus ihrem Bett heraus lösen kann, wieso hat Renards Mutter ihren Spross nicht explizit vor den Folgen ihres kleinen Todeszaubers gewarnt? Die Lösung liegt dann ja doch recht simpel bereit, da hätte man mindestens das Leben von Henrietta retten können.

Auch im Fall von Juliette gehen die Opfer auf das Konto einer unvergleichlichen Kommunikationsschwäche. Dieses Mal ist es nicht die Mutter, sondern der Sohn der Konstellation, der vielleicht mal den Mund hätte aufmachen sollen. Hätte Nick seine Mutter gewarnt oder auch einfach mal nur mir ihr Kontakt aufgenommen, nachdem ihre Fast-Schwiegertochter sich für die Seite des Bösen entschieden hat, dann wäre sie wohl noch am Leben und Diana in Sicherheit.

Die ganze Angelegenheit ist so fahrlässig, dass es schwer ist, sich noch für die Story zu engagieren. Doch am Ende ist es schon schlimm, dabei zu sein, wie Nick den Kopf seiner Mutter in einer Pappschachtel entdeckt. Plötzlich erinnert man sich daran, dass er ja so gar nicht aufgewachsen ist, dass erst vor nicht einmal fünf Jahren von seinem Grimm-Sein erfahren hat. Lange hat er seine Mutter tot geglaubt. Und nun verliert er sie zum zweiten Mal. Durch die Hand seiner Freundin, von der er immer noch glaubt, dass man sie retten kann.

Kurz zuvor sind die anderen von diesem Glauben abgefallen. Doch auch das ist unfair. Juliette ist nicht sie selbst, man sollte sie weder verurteilen wie Monroe und Rosalee noch an der Vergangenheit festhalten. Sie ist wie eine Drogensüchtige, die vor sich selbst geschützt werden müsste.

I hope this hurts!

Im Fall von Renard ist es deutlicher, dass er besessen ist und sich nicht nur verändert hat. Jack the Ripper ist nicht die beste Idee der Grimm-Autoren. Er soll aus dem Reich der Toten kommen, mitgeschleppt von Renards kurzem Tod nach der Schießerei. Doch einerseits singt er Trinklieder aus seinem ersten Leben, andererseits hat er die mysteriöse Fähigkeit, ohne Probleme mit heutigen Handys und Autos umgehen zu können.

Sasha Roiz verleiht Captain Renard seit Beginn der Serie Grimm eine ganz eigene Eleganz und Größe. Der Royal-Bastard ist nicht zuletzt durch den Darsteller eine beliebte Grimm-Figur geworden. Doch die besessene Version stemmt der Schauspieler nur behelfsmäßig. Jack the Ripper wirkt wie ein vollkommener Idiot in Renards Version. Vielleicht sollte Sasha Roiz mal Nachhilfe bei Paul Wesley und Nina Dobrev aus The Vampire Diaries nehmen. Die könnten ihm zeigen, wie man die böse Version der eigenen Figur glaubhaft spielt, ohne dass man auf einen Akzent und Trinklieder angewiesen ist, um zu zeigen, welche Figur gerade am Werk ist.

Auch darüber hinaus ist die Story um den Serienkiller nur wenig spannend. Die Lösung liegt dann doch ziemlich nahe und der ganze Spuk hört ohne besonderes Aufsehen wieder auf. Schade um Henrietta, die für einen solchen Mumpitz draufgegangen ist.

Die beiden Storylines zeigen auch wieder, wie ärgerlich es sein kann, wenn die Hauptfiguren ohne nennenswerten Grund alles selbst erledigen. So eilen sie zu Renards Haus, obwohl sie ihn in höchster Gefahr glauben, anstatt eine näher gelegene Streife zu schicken. Während fünf Leute Renard dabei zuschauen, wie er langsam einschläft, wird in Nicks Haus seine Mutter umgebracht, weil niemand daran denkt, dass Juliette und die Royals nicht auf dem Hosenboden sitzen und warten.

Immerhin Trubel (Jacqueline Toboni) scheint noch einen Funken Verstand zu haben und bringt die Clique zu Nicks Haus - leider zu spät.

Fazit

Vielleicht muss es sein, damit die Karten fürs große Finale richtig gemischt werden können, aber die Ereignisse in der Episode Headache sind vor allem ärgerlich. Alle Opfer wären mit wenig Aufwand vermeidbar gewesen und Spannung ist ebenfalls Fehlanzeige.

Promo zur Episode „Cry Havoc“ (4x22) der US-Serie „Grimm“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 11. Mai 2015

Grimm 4x21 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 21
(Grimm 4x21)
Deutscher Titel der Episode
Hinterhalt
Titel der Episode im Original
Headache
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 8. Mai 2015 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 7. September 2015
Regisseur
Jim Kouf

Schauspieler in der Episode Grimm 4x21

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