Grimm 4x20

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Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) sind in der Episode You Don't Know Jack auf der Suche nach einer modernen Version von Jack the Ripper. Unterdessen wird Juliette (Bitsie Tulloch) zu einer immer größeren Bedrohung für das Team Grimm, und Adalind (Claire Coffee) versucht sich auf ihre Art zu integrieren. Klingt alles gar nicht so langweilig, ist es dann aber leider doch.
He could be a Grimm!
Jack the Ripper könnte ein Grimm gewesen sein und seine Opfer Wesen. Das ist eine interessante Idee, auch wenn es bedeuten würde, dass Jack in einer Masse von serienkillenden Grimms entweder besonders skrupellos oder einfach ein bisschen dumm gewesen wäre. Nick zumindest schafft es bisher ja ganz gut, die Liste seiner Toten unter Verschluss zu halten.
Doch nach dem kleinen Lichtblick der Idee, flacht die Story in der Episode You Don't Know Jack dann merklich ab. Weder die Opfer noch der Killer werden zu interessanten Figuren ausgebaut. Die Ermittlungen laufen auch mal wieder mehr als schleppend, nachdem die Grimm-Autoren sich zu einer Doppelepisode entschieden haben. In dieser Geschichte ist nicht viel zu holen, außer der erneuten Einsicht, dass die Fälle der Woche nicht die starken Seiten dieser Serie sind. Wenn uns dabei kein charismatischer Schauspieler serviert oder zumindest ein interessanter Einblick in die Wesenwelt gewährt wird, sind die Fälle meistens vor allem zum Fremdschämen angetan. Das Mindeste, was man sich erhoffen kann, sind bezaubernde und gruselige Bilder, wie in der Episode La Llorona. Nichts davon findet man in You Don't Know Jack.
Doch das Schlimmste kommt erst am Ende, als wir feststellten müssen, dass der Fall noch lange nicht vorbei ist. Nicht nur der große Plot zieht sich wie Kaugummi, nun werden auch die Kriminalfälle künstlich in die Länge gezogen.
Was Neues?
Ende der letzten Episode war klar, dass Adalind nun gemeinsam mit dem Team Grimm einen Trank brauen würde, der Juliette zumindest halbwegs wieder in ihre alte Verfassung bringen kann. Es war klar, dass dafür Mutter Hexenbiest ausgegraben werden muss und man konnte sich denken, dass Juliette, die gerade frisch auf der Seite der Royals angekommen ist, nicht eben mit fliegenden Fahnen dem Rettungstrank entgegeneilen würde.
Alles, was in der Episode You Don't Know Jack passiert, wussten wir also schon bevor sie überhaupt angefangen hat. Die Serie Grimm kommt kurz vor ihren vierten Staffelfinale wieder an einen Punkt, an dem wir in der zweiten und dritten Staffel ebenfalls waren: Die Spannung geht flöten, wenn alles so breitgetreten wird, dass man den jeweils nächsten Schrott meilenweit voraussehen kann. Die kurzen Vorschauclips versprechen Großes, doch nach der jeweiligen Episode muss man enttäuscht feststellen, dass die vorab gezeigten Szenen entweder mit Abstand die einzig guten waren oder nicht selten sogar auf einen Showdown hin geschnitten werden, der dann aber nicht abgeliefert wird. Mittlerweile kann man sich absichtlich getäuscht fühlen.
It was a bad idea!
Die beiden einzigen Ereignisse, die als Überraschung gelten dürfen, zumindest halbwegs, sind mal wieder auf das überbordende Maß an fehlgeleiteter Kommunikation zwischen den Figuren zurückzuführen. Statt seine Mutter wenigstens im Groben über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten, bringt Nick sie und Diana in Gefahr weil sie nun von Juliette ausgetrickst werden kann. Das Neu-Hexenbiest lockt die altgediente Grimm nach Portland und damit in eine möglicherweise fatale Falle. Eine Mail von Nick könnte in dieser Situation Leben retten.
Die zweite Szene, in der man sich die Augen vor Erstaunen reiben kann, involviert Renard (Sasha Roiz). Doch auch hier ist die Überraschung kaum positiver Art. Erst behält er seine Leiden geheim, dann vertraut er sich seit einiger Zeit ausgewählten Personen an, die sich aber nicht weiter dafür interessieren. Und nun rennt er aufgelöst zu Henrietta, was sich schon seltsam anfühlt. Renard hat so einiges durchgemacht, ohne die Nerven zu verlieren.
Die Anfälle, die er hat, sind bedrohlich, aber nach wie vor schafft er es, auf der Arbeit Normalität vorzuspielen, wieso verliert er in Henriettas Haus plötzlich derart die Nerven? Das Rausstürmen ist weder der Situation noch der Figur angemessen. Die ganze Sache ist enttäuschend und sollte bald ein Ende finden. Offensichtlich hat Henrietta eine Idee, als sie hört, dass er immer in der Nähe von Wasser aufwacht. Wir haben Renard wahrlich nicht als jemanden kennengelernt, der in genau diesem Moment wegläuft, bevor er nicht mindestens die Informationen hat, die es offenbar doch gibt.
Fazit
Die Episode You Don't Know Jack enttäuscht auf alte Grimm-Art, im besten Fall darf man sie unter Füllerepisode verbuchen, im schlimmsten Fall läutet sie ein schwaches Finale ein, das wieder mal nur die Hälfte der Konflikte löst.
Promo zur Episode „Headache“ (4x21) der US-Serie „Grimm“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 4. Mai 2015Grimm 4x20 Trailer
(Grimm 4x20)
Schauspieler in der Episode Grimm 4x20
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