Grimm 4x06

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In der Episode Highway of Tears fährt ein junges Paar nachts durch einen Wald und wird von einem unheimlich wirkenden Auto überholt. Das wirkt schon gruselig, in erster Linie wohl auch, weil es entgegen den meisten sonstigen Kriminalfällen in der Serie etwas ist, was einem vertraut vorkommen könnte. Noch unheimlicher wird es als das Fahrzeug mit greller Beleuchtung, aber langsam hinter dem Unfallwagen durch das Unterholz fährt. Seltener Gruselfaktor im Grimm-Land.
Seltsame Wesenrituale
Doch schon kurz danach ebbt die Spannung deutlich ab. Vieles ist zu vorhersehbar. Von dem Moment an, an dem die zwei vom Abschleppunternehmen sich auffällig unauffällig in der Nähe des Tatortes rumdrücken, ist wohl klar, um wen es sich bei den zwei Wesen handelt, die das junge Paar überfallen haben. Dass die junge und attraktive Deputy vermutlich noch in Gefahr gerät, kann man sich auch an einer Hand abzählen.
Doch die Grimm-Autoren geben sich auch keine große Mühe, uns den Fall näher zu bringen. Wir sind bis zum Schluss auf dem Level, auf dem auch Monroe (Silas Weit Mitchell) steht und fragen uns: Was zur Hölle geht auf diesem Schrottplatz eigentlich vor? Nachdem der erste Grusel schnell abebbt, ist es für uns jedoch nicht mehr so einfach, Monroes aufrechtes Entsetzen nachzuempfinden. Wir kennen weder die Opfer noch die Täter, wissen nur wenig über ihre Hintergründe und können uns ziemlich sicher sein, dass alles gut ausgehen wird. Zumindest von dem Moment an, an dem Hank (Russell Hornsby) ins ausgehobene Grab springt.
Wieder normal?
Doch darum geht es im Grunde auch nicht, der Augenmerk liegt auf Nick (David Giuntoli) und seiner Rückkehr ins Grimm-Sein. Juliette (Bitsie Tulloch) hat sich dazu entschlossen, die Sache mit dem Zauber und Adalind (Claire Coffee) durchzuziehen. Die Umsetzung fühlt sich zunächst schlecht vorbereitet an, aber das nur zu unserer Unterhaltung. Wie peinlich berührt sich Monroe und die anderen zurückziehen, ist schon spaßig. Doch wie Rosalee (Bree Turner) und er sich anschließend auf ihr Bier stürzen, um die Vorstellung von Adalind und Nick aus dem Kopf zu kriegen, stößt wohl nur bei Trubel (Jacqueline Toboni) auf Stirnrunzeln, vor der Mattscheibe darf man es höchst amüsant finden.
Auch Juliette stellt sich in der Episode Highway of Tears in besserem Licht dar als gewöhnlich. Sie nimmt die Sache in die Hand und geht dabei ihren eigenen Weg. Es ist auch schön zu sehen, dass Juliette endlich einmal gemeinsam mit Nick Witze über die unmöglichen Situationen machen kann, in die sein Grimm-Gen sie immer wieder bringt, statt genervt die Augenbrauen hochzuziehen.
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Es ist unterhaltsam, Nick wieder auf den Weg zurück in die Grimm-Normalität zu begleiten. Das überempfindliche Gehör, die seltsame graue Gesichtsfarbe, die zwischendurch einsetzt, Stärke und schließlich die Fähigkeit, die Wesen in ihrer eigentlichen Form zu sehen, alles kehrt zu ihm zurück und das keine Sekunde zu früh. Nick ist wieder der Superstar, zu dem er im Kreise seines Teams gewachsen ist. Schön sind auch die Unterschiede: Die erleichterte Freude, die Monroe zeigt als Nick ihm die Neuigkeit überbringt steht im interessanten Gegensatz zu dem verhaltenen Gesicht, das Hank macht. Hank weiß, dass das Böse in der Welt nicht fortgeht nur weil man wegguckt, oder es wie in Nicks Fall nicht sehen kann, aber er weiß auch, in welche große Gefahr das Grimm-Gen ihn und seinen Partner über die Staffeln schon gebracht hat.
Und sonst so?
Adalind vertraut sich Viktor (Alexis Denisof) an und der gibt sich erstaunlich offen ihr gegenüber. Renard (Sasha Roiz) hat seiner Mutter schon vor einiger Zeit die Wahrheit über das Baby erzählt. Nun sind also quasi alle im Bilde und alle hinter Mama Grimm her. Elizabeth (Louise Lombard) will ihre Enkeltochter haben, auch wenn bisher nicht deutlich wird, was sie vorhat, wenn sie sie findet und was Renard eigentlich davon hält, dass seine eigene Mutter das Versteck seines Kindes aufstöbern und dadurch unter Umständen in Gefahr bringen will.
Was Adalind betrifft, so ist es immer noch ärgerlich, dass ihr niemand einfach die Wahrheit gesagt hat, so dass sie nun zum zweiten Mal eine unselige Allianz mit Viktor eingehen muss.
Interessanter ist es, dass Josh (Lucas Near-Verbrugghe) endlich den Weg nach Portland geschafft hat, wobei ihm absolut niemand geholfen hat. Er kauert am Fenster wie einst Trubel, misstrauisch bis zur Paranoia, nur dass er mit seiner Waffe nicht umgehen kann. In der Episode Highway of Tears nähern Trubel und er sich an, was darauf hindeuten könnte, dass Trubel nun für Josh der Einweiser in diese Welt wird, wie es Nick einst für Trubel war. Denn irgendwie liegt der Verdacht nicht fern, dass auch Josh doch das Grimm-Gen in sich trägt. Auch Nick hat erst im Erwachsenenalter von seiner Besonderheit erfahren.
Die letzten Episoden lang gab es nur einen Grimm, Trubel. Nun hat Nick seine Fähigkeiten zurück, Josh wurde als Wild Card ins Rennen gebracht und die vorhersehbare, ziemlich schwache Idee, dass der Antizauber Juliette eine Schwangerschaft beschert, lassen die Grimm-Autoren sich offenbar auch nicht entgehen. Statt einem Grimm, gibt es jetzt also inklusive Grimm-Nachwuchs fast schon zu viele Grimms in Portland.
Fazit
Die Episode Highway of Tears bringt vor allem eine Erlösung: Nick hat seine Fähigkeiten zurück. Nebenbei dürfen Trubel und Josh sich annähern, während alle anderen die Wahrheit über das Baby und Mama Grimm erfahren oder erraten. Es dürfte bald spannend werden. Vor allem wenn wir Elizabeth nicht so schnell aus den Augen verlieren.
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Trailer zur Episode „The Grimm Who Stole Christman“ (4x07) der US-Serie „Grimm“: Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 29. November 2014Grimm 4x06 Trailer
(Grimm 4x06)
Schauspieler in der Episode Grimm 4x06
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