Grey's Anatomy 17x05

© zenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode Fight the Power / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Fight the Power verliert Bailey (Chandra Wilson) einen geliebten Menschen an COVID-19. Auch Meredith (Ellen Pompeo) und Tom (Greg Germann) sind an dem Corona-Virus erkrankt und erleiden einen lebensgefährlichen Verlauf. In der Zwischenzeit entdeckt Jo (Camilla Luddington) für sich eine neue berufliche Ausrichtung.
I have got sunshine on a cloudy day
Bereits, als das allwöchentliche Voice-Over von „Grey's Anatomy“ nicht von Meredith, sondern von Bailey übernommen wird, steht fest, dass sie in dieser Episode im Fokus stehen wird. Und aus Erfahrung kann man sagen, dass das nie etwas Gutes bei der Serie darstellt: Für uns Zuschauer stellt sich heraus, dass Baileys Mutter an Alzheimer leidet und diese zusammen mit ihrem Mann in einem Seniorenheim lebt. Die Tragik der Episode wird verdeutlicht, als herauskommt, dass es in ihrem Altenheim zu mehreren Corona-Ausbrüchen gekommen ist. Bailey möchte ihre Eltern nun dort herausholen und vor Unheil bewahren, doch es ist schon zu spät: Ihre Mutter hat sich bereits mit dem Corona-Virus infiziert und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sterben wird.
Nach emotionsgeladenen, traurigen und besorgten Gesprächen mit Meredith, Maggie (Kelly McCreary) und Webber (James Pickens jr.), geht Bailey ein letztes Mal in das Krankenzimmer ihrer Mutter und singt sie schließlich in den ewigen Schlaf.
Daraufhin endet die Folge mit einem der wohl stärksten und traurigsten Momente der Serie. Nach dem Zitat „People who have died from COVID are not nameless, faceless statistics, they're mothers, children, spouses and deserve to be respected, they deserve to know they're loved and to be honored and remembered“ folgt eine Liste all der an COVID-19 Verstorbenen. Somit bleiben sie nicht namen- und gesichtslos. Sie bleiben in Erinnerung und werden geehrt.
Hier wird für mich perfekt die fiktive Erzählung von „Grey's Anatomy“ und die harte Realität, in der wir nun seit gut einem Jahr leben, miteinander verbunden und festgehalten. Denn diese Namen erscheinen, nachdem Bailey ein letztes Mal für ihre Mutter gesungen hat. Sie ist nun auch Teil dieser Liste.
I wish you were here
Die Hauptfigur von „Grey's Anatomy“, Meredith Grey, ist vor mehreren Episoden bereits an COVID-19 erkrankt. Da sie sich seit einiger Zeit in einem lebensgefährdenden Zustand befindet, ist Meredith ans Bett gefesselt und schläft die ganze Zeit. Das bietet für Ellen Pompeo als Schauspielerin und für uns als Zuschauer nicht besonders viel Abwechslung und ist deshalb auch nicht gerade spannend. Aus diesem Grund haben sich die Showrunner wohl auch den Strand ausgedacht. Hier hat Meredith die Möglichkeit, mit den anderen Figuren der Serie zu interagieren. So können sowohl sie ihr Gesellschaft leisten und sie unterstützen, aber auch umgekehrt: In dieser Episode braucht Bailey die Unterstützung ihrer Freundin Meredith.
Da Bailey kein Gespräch mit Meredith über ihre sterbende Mutter führen kann, kommt Maggies Gesprächsangebot wie gerufen. In dieser wundervollen Szene wird die Emotionalität der momentanen Situation bewusst: Es wird deutlich, wie viel Bailey ihre Mutter liebt und wie sehr sie diese Situation hasst. Sie macht sich Sorgen um ihre Mutter und hinterfragt ihre Entscheidungen - ob sie zum Beispiel mehr tun sollte. Doch Maggie führt ihr vor Augen, was für eine tolle Zeit das Mutter-Tochter-Duo miteinander hatte: Sie haben ein Leben miteinander verbracht. Nicht nur in dieser Szene, sondern in der gesamten Episode wird deutlich, was für eine großartige Schauspielerin Chandra Wilson ist, wenn ihr die Möglichkeit gegeben wird, ihr volles Potential auszuschöpfen.

You were wrong
Auch bei Tom und Meredith spielt Corona eine lebensentscheidende Rolle. Während sich bei Meredith der Zustand durch die Teilnahme an der experimentellen Studie langsam verbessert, sie aber immer noch nicht ansprechbar ist, muss Tom ins Krankenhaus eingeliefert werden. Da das Virus sein Gehirn zu befallen scheint, wird Amelia (Caterina Scorsone) um Unterstützung gebeten, so dass diese auch endlich noch mal Krankenhausluft atmen kann.
An Toms Bett sitzt Teddy (Kim Raver), die - nachdem sie vor wenigen Episoden Owen (Kevin McKidd) ihre Liebe gestanden hat - nun auf einmal in Tom die Liebe ihres Lebens sieht und sich Hoffnungen auf eine gemeinsame Zukunft ausmalt. Dieser Sinneswandel mag ja durch die plötzliche Einsicht, dass das Leben nicht endlos ist und Tom sterben könnte, hervorgerufen worden sein. Dennoch mutiert Teddy durch ihre ständigen Sinneswandel zu einer der wohl nervigsten Figuren der Serie und für mich ist es mittlerweile fraglich, ob dieser angerichtete Schaden überhaupt noch mal repariert werden kann.
Zu guter Letzt macht sich eine berufliche Wendung bei Jo (Camilla Luddington) bemerkbar. Während sie am Morgen noch Probleme hatte, aus dem Bett aufzustehen, da sie im Krankenhaus sowieso keinen großen Unterschied machen würde, ist sie am Ende des Tages schon viel euphorischer: Sie hat die Gynäkologie für sich entdeckt. Nachdem sie bei einer Geburt geholfen hat, hat sie sich dazu entschieden, ihre berufliche Ausrichtung auf diese Fachrichtung zu ändern. Ich persönlich freue mich über diese Wendung und bin gespannt, was auf Jo beziehungsweise uns in den folgenden Wochen zukommen wird.
Fazit
In Fight the Power liegt der Fokus erneut auf COVID. Hier wird es zum ersten Mal richtig persönlich und emotional. Dabei verbindet man die Episode durch die Liste der Toten mit der Realität, was ihr die nötige Tragik und Relevanz gibt. Insgesamt eine traurige Episode, die aber auch durchaus durch Momente wie Jos Euphorie etwas Leben eingehaucht bekommt.
Hier abschließend noch der Trailer zur US-Serie:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 11. Dezember 2020Grey's Anatomy 17x05 Trailer
(Grey's Anatomy 17x05)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x05
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