Grey's Anatomy 15x21

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Good Shepherd“ (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Good Shepherd reisen Dr. Amelia Shepherd (Caterina Scorsone) und Dr. Atticus Lincoln (Chris Carmack) nach New York City. Dort treffen sie auf Amelias Schwester Nancy (Embeth Davidtz) und Linc muss sich, da Amelias Familie nichts von ihrer Trennung von Owen weiß, als ebendieser ausgeben. Dabei kommen alteingesessene Familienprobleme hoch, die einen mit Scorsones Figur mitfühlen lassen.
You are more than a human light
Bereits von Beginn an konnte man die Chemie zwischen Amelia und Linc beziehungsweise zwischen deren Darstellern fast schon greifen. Diesem Duo zuzuschauen war seitdem eine Freude und man wollte immer mehr davon sehen. In der aktuellen Episode werden unsere Gebete erhört und den zwei Figuren wird sogar eine gesamte Folge gewidmet, in denen es nur um sie geht. Dabei kann ihre Beziehung viel besser und intensiver beleuchtet werden, als das ansonsten möglich gewesen wäre.
Dabei unternimmt die Beziehung der beiden innerhalb von 40 Minuten eine intime Reise, was Amelia und Linc wohl langfristig zusammenschweißt. Während ihre Beziehung zu Beginn lediglich als „Freundschaft plus Extras“ oder als Affäre angesehen werden konnte (übernachten ist strengstens verboten), wandelt sich ihr Verhältnis zueinander innerhalb kürzester Zeit und macht eine höchstwahrscheinlich unumkehrbare Veränderung durch. Dabei wird ihr Verhältnis durch das unerhoffte Zusammentreffen mit Amelias Familie nicht nur auf den Kopf, sondern auch auf die Probe gestellt. Im Endeffekt markiert dieses Ereignis einen Meilenstein in der Beziehung der beiden.
Wie sich nun das Verhältnis von Amelia und Linc fortan entwickeln wird, liegt ganz eindeutig an Lincs Verhalten bei dem Familienessen. Je nachdem, wie er reagiert hätte, hätte ihre Beziehung ganz anders weiter- beziehungsweise zu Ende gehen können. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich unser erster Eindruck von ihm bestätigt hat und er wirklich der tolle und einfühlsame Typ ist, von dem wir gehofft haben, dass er es sei. So steht er Amelia bei und unterstützt sie in der bestmöglichen Art. Er stärkt ihr den Rücken und stellt sich schützend vor sie, als sie unter Beschuss von ihrer Schwester Kathleen (gespielt von der grandiosen Amy Acker) gerät.
Shepherd's Black Sheep
In den Köpfen der Shepherds ist Amelia immer noch das schwarze Schaf der Familie, das sie vor einem Jahrzehnt gewesen ist. In ihren Köpfen hat sie sich nicht weiterentwickelt und ist die drogen- und alkholsüchtige, psychisch instabile Person geblieben, die sie damals war. Fakt ist jedoch, dass sie zu den renommiertesten Chirurginnen ihres Gebietes gehört und eine wundervolle Frau ist, worauf sie Linc aufmerksam macht. Dabei wird uns Zuschauern nicht nur zum ersten Mal vor Augen geführt, wie er Amelia wahrnimmt, sondern auch ihr wird bewusst, wie viel er von ihr hält. Hierbei ist es aber auch wichtig, dass nicht nur Linc ihren Wert erkennt, sondern dieser ihr auch selbst klar ist. Denn dieses Selbstwertgefühl können ihr zwar andere vor Augen halten, aber niemand anderes als sie kann sich dieses letztlich vermitteln. So etwas fällt jedoch verdammt schwer, wenn diejenigen, von denen man sich so sehr wünscht, respektiert zu werden, einer/-m keinen Respekt zollen.
Schließlich kann sich Amelia aber zumindest mit ihrer Mutter (Tyne Daly) aussprechen, wodurch den beiden sichtlich ein Stein vom Herzen fällt. Dabei ist das Schauspiel von Scorsone und Daly bemerkenswert und dieser einfühlsamen Szene wird auch die passende Bedeutung zugemessen. Apropos Schauspiel: Insbesondere die schauspielerischen Fähigkeiten ersterer werden in dieser Episode natürlich wieder zum Vorschein gebracht und tragen sie maßgeblich. Dadurch wird uns die Gefühlslage von Amelia nahegebracht, was der Episode zu der nötigen Tiefe verhilft und uns einen Zugangspunkt zu der Geschichte verschafft.
Am Ende der Folge steht eine, für mich ganz bedeutende, Message. Amelia mag zwar in New York City keine wirkliche Familie haben, aber dafür hat sie in Seattle wahre Schwestern, die sie so kennen, respektieren und lieben, wie sie sind. Da ist es dann schon (fast) egal, was Nancy, Kathleen und Co von ihr denken mögen. Sie hat sich in Seattle eine neue, wahre Familie aufgebaut, bei denen sie stets willkommen und zu Hause ist.
Fazit
Good Shepherd ist eine gelungene Charakterstudie, die von Caterina Scorsones Schauspiel getragen wird und der Episode den nötigen Tiefgang verleiht. Dabei tauchen wir nicht nur in ihr Gefühls- und Innenleben ein, sondern auch ihre Beziehung zu ihrer Familie und zu Lincoln direkt werden thematisiert und machen entscheidende Veränderungen durch. Insbesondere auf die weitere Entwicklung letzterer zwischen Amelia und Linc dürfen wir gespannt sein. Und ich sage nur so viel: Wir wollen mehr!
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 12. April 2019Grey's Anatomy 15x21 Trailer
(Grey's Anatomy 15x21)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 15x21
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