Grey's Anatomy 15x13

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „I Walk the Line“ (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode I Walk the Line lernen Amelia (Caterina Scorsone) und Owen (Kevin McKidd) die Eltern von Britney kennen. Währenddessen muss Teddy (Kim Raver) eine wichtige Entscheidung treffen und Bailey (Chandra Wilson) wird auf Alex (Justin Chambers) neidisch.
I missed her before she ran away
Owen hat Angst, Leo zu verlieren, das erste Kind, das er geliebt und umsorgt hat. Nun Amelia die Schuld dafür zu geben, dass er Leo verlieren könnte, ist einfach nur ungerecht. Er muss die Situation auch mal aus ihrer Sicht betrachten. Abgesehen davon war er nie der rechtliche Vormund von Leo und hätte diese Rechte, nun, wo Leos Großeltern aufgetaucht sind, so oder so entzogen bekommen. Des Weiteren wird er sowieso bald selbst Vater, so dass sein Kinderwunsch erfüllt werden wird. Natürlich kann ein Kind nicht ein anderes ersetzen. Mir erscheint es aber so, dass er seinen Kinderwunsch vielmehr auf Leo projiziert und dass er hier nun mal zum ersten Mal Vatergefühle entwickelt hatte.
Dennoch finde ich es überaus schade, wie schnell er seine Gefühle für Amelia außen vor lässt beziehungsweise diese seinen Gefühlen für Leo unterordnet. Die beiden wollten fortan gemeinsam durchs Leben gehen. So wie er sich „heute" verhalten hat, wird das aber nichts. Owen muss mal seine Gefühle und das, was er wirklich will, überdenken. Die beiden hatten die Möglichkeit, ohne Drama durchs Leben zu schreiten und zumindest füreinander ein sicherer Hafen zu sein. So kann es jedoch - wie gesagt - nicht funktionieren. Es ist äußerst schade zu sehen, wie schnell sich die Beziehung zwischen den beiden wieder auf dem altgewohnten dramatischen Hoch befindet und sich die beiden somit nur selbst verletzen und schaden. Das scheint der ewige Fluch von ihnen zu sein. Sie lieben sich, aber sie tun einander nicht gut. Vor allem aus dem Grund, weil sie es nicht hinbekommen, ihre Konflikte zusammen zu lösen.
Teddy/Tom
Durch eine gemeinsame Patientin wird Teddy von Tom (Greg Germann) auf eine Parallele zwischen dem Leben der Frau und ihres eigenen aufmerksam gemacht. Daraufhin überdenkt Teddy erneut ihre Beziehung zu Owen. Ist sie eine beste Freundin, die nicht von ihrem ehemaligen crush loskommt oder ist sie einfach nur eine beste Freundin für Owen, die nichts mehr für ihn empfindet? Teddy kommt zu dem Entschluss, dass sie keine Beziehung mit Owen möchte beziehungsweise nichts (mehr) auf romantische Art und Weise für ihn empfindet. Stattdessen fühlt sie aber so für Tom. Was sich in den letzten Folgen schon angedeutet hat, wird nun Realität. Dabei behalten die beiden jedoch im Hinterkopf, dass sie momentan ein Kind von einem anderen Mann - ihrem besten Freund - erwartet und lassen es deshalb erst mal langsam angehen. Nichts zu überstürzen, ist hier wohl genau der richtige Weg.
I didn't even expect you to survive your intern year
So schön es auch ist, dass Bailey anscheinend ihr Gefühlsleben wieder voll im Griff hat, so bedauerlich ist auch der Weg, den sie jetzt einschlägt. Nun, da sie wieder psychisch gesund und dazu in der Lage ist, ihren Posten als Chefärztin des Grey Sloan Memorial auszuüben, will sie diesen auch wieder zurück. In diese Entscheidung spielt aber auch der Umstand mit, dass Alex - mittlerweile - ausgesprochen gut in seinem Job ist und Bailey gewaltige Konkurrenz macht. Aus Eifersucht und Angst, dass er mehr als Chefarzt respektiert werden könnte als sie, verlangt sie ihren Posten zurück. Solch ein kindisches Verhalten hätte ich ihr niemals zugetraut und das stellt für mich eine äußerst traurige Entwicklung eines ansonsten starken Charakters dar.

Es ist außerdem sehr schön zu sehen, dass Alex (und Jo (Camilla Luddington)) wieder mehr in die aktuelle Handlung bei Grey's Anatomy mit einbezogen werden. Die beiden waren in letzter Zeit nämlich leider sehr wenig zu sehen. Dabei hat man anscheinend Jos Handlungsstrang - ihre Forschung mit Bailey - komplett vergessen. Entweder ist es das oder man hat sich dazu entschieden, dass dieser Handlungsstrang es nicht wert ist, weitererzählt zu werden. So oder so hat es den Anschein, dass den Machern keine weitere Geschichte für das immer noch recht frische Ehepaar einfällt.
Das erscheint mir auch ein generelles Problem in den letzten Folgen zu sein. Alles fühlt sich irgendwie aufgewärmt an. Kein Wunder. Nach 15 Staffeln wurde irgendwie auch schon alles erzählt, was man erzählen kann. Da läuft man schnell Gefahr, dass einem die Ideen ausgehen, man die altbekannte Leier abspielt oder plötzlich auf total ausgefallene Kniffe kommt. Als aktuelles Beispiel dient der Fakt, dass Owen und Amelia mal wieder streiten. Immerhin: „Last but certainly not least“ sprühen die Funken zwischen Meredith (Ellen Pompeo) und DeLuca (Giacomo Gianniotti) - und sie strahlen einen unglaublichen Charme aus, dass es ein wahres Freudenfest darstellt, den Szenen der beiden zuzuschauen. Momentan sage ich nur: Macht weiter so, ihr zwei Turteltauben!
Fazit
In der aktuellen Episode machen unsere Charaktere sowohl bedauerliche als auch beeindruckende Entwicklungen durch, während eine andere Figur die gleichen Fehler wie sonst auch begeht und einfach nicht aus diesen zu lernen scheint. Zudem erscheint es so, als ob den Machern von Grey's Anatomy die Ideen ausgehen. Soch ein storytelling kann leider durchaus frustrierend sein. Daher heißt es abwarten, wie es in den nächsten Wochen der langjährigen Produktion weitergeht.
Hier noch der Trailer zur nächsten Episode (15x14) der US-Serie Grey's Anatomy:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 15. Februar 2019Grey's Anatomy 15x13 Trailer
(Grey's Anatomy 15x13)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 15x13
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