Grey's Anatomy 15x10

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In der Grey's Anatomy-Episode „Help“ sucht sich Bailey (Chandra Wilson) professionelle Hilfe für ihre Panikanfälle. Auch Webber (James Pickens Jr.) muss sich durch den neuen Stressfaktor - ausgelöst durch die kürzlich diagnostizierte Krankheit seiner Ehefrau Catherine (Debbie Allen) - psychische Unterstützung suchen, die er bei den Anonymen Alkoholikern findet. Außerdem klären Owen (Kevin McKidd), Teddy (Kim Raver) und Amelia (Caterina Scorsone) ihren neuen Beziehungsstand und arbeiten daran, eine Lösung für die ungewöhnliche Situation zu finden. Bei der anderen Dreiecksbeziehung wird dieses Mal der zweite männliche Part etwas mehr in den Fokus gerückt: Atticus Lincoln (Chris Carmack) und Meredith (Ellen Pompeo) arbeiten zusammen.
We are making progress
Es war schon längst an der Zeit, dass Bailey ihren labilen psychischen Zustand angeht und sich, da sich dieser ja nicht von alleine bessern würde, in professionelle Behandlung begibt. Bis auf die kurze Einstiegsszene, in der ihre Therapeutin feststellt, dass sie Fortschritte macht, erfahren wir jedoch nichts weiter über ihre emotionale Entwicklung.
Wie bereits erwähnt, sucht sich auch Webber professionelle Hilfe. Als trockener Alkoholiker ist er stark dafür anfällig, durch destabilisierende Veränderungen in seinem Leben zur Flasche zu greifen. Um das zu verhindern, trifft er die einzige richtige Entscheidung: Er sucht ein Anonyme-Alkoholiker-Treffen auf. Zur Stabilisierung seines seelischen Zustandes versucht er es mit Meditation, verwirft diese Idee jedoch schnell wieder. Stattdessen erhält er einen neuen Sponsor, der ihm in den nächsten Wochen beistehen und durch die kommende schwierige Zeit helfen wird.
Wie wir alle wissen, ist seine Frau Catherine vor kurzem schwer erkrankt. Sowohl das Ehepaar als auch Jackson (Jesse Williams) sind überaus stolze, sture und leidenschaftliche Menschen. Als sie beruflich zusammenarbeiten sollen, bleiben sie total professionell und bringen die Operation über die Bühne. Sobald sie sich jedoch alleine in einem Raum befinden, entsteht die unvermeidbare Diskussion, die schon lange vorherzusehen war: Sie reden über Catherines Krankheit. Dabei haben sich ihre Gemüter bis zu dieser - unbedingt nötigen - Konversation maximal erhitzt. Dementsprechend leidenschaftlich streiten die drei auch miteinander. Während Catherine zuerst noch „professionelle" Gründe hervorbringt, warum sie zuerst die Hilfe von Meredith und Koracick in Anspruch genommen und erst dann ihrer Familie von ihrem Zustand erzählt hat, kommt am Ende doch der wahre Grund zum Vorschein: Dieses Gespräch zu führen, macht ihre Krankheit erst real. Solche intensive dramatischen Szenen, die uns am Ende nur sprachlos und leicht traurig zurücklassen, führen uns erneut die großen Stärken von „Grey's Anatomy“ vor Augen.
I need you
Auch zwischen anderen Figuren finden klärende Gespräche statt, die allen Beteiligten die nötige psychische Erleichterung verschaffen. Sowohl zwischen Owen und Amelia als auch zwischen ihm und Teddy besteht Redebedarf. Daher ergreift er die Initiative und schüttet Amelia sein Herz aus: Er und Teddy werden zwar ein Kind zusammen bekommen. Amelia ist und bleibt jedoch seine Partnerin. Ihr ist anzusehen, dass ihr bei seinen Worten ein Stein vom Herzen fällt und sie bereit dazu ist, den kommenden Weg mit ihm zu gehen. Diese Entwicklung ist vor allem daher äußerst schön mit anzusehen, da das Paar schon allzu oft solche schwierigen Situationen in Angriff nehmen musste und leider viel zu oft an diesen zerbrochen ist. Diese haben sie aber bestimmt auch auf die momentane Schwierigkeit vorbereitet und hierfür gestärkt, so dass sie es auch gewissermaßen ihren vorhergehenden Problemen zu verdanken haben, dass sie nun ein so aufeinander abgestimmtes und einander Halt gebendes Duo sind.
Im privaten Gespräch mit Teddy lässt diese verlauten, dass sie so viel für sie zwei und ihr Kind getan hat und fordert nun ein bisschen Engagement und Aufopferungsbereitschaft von Owen. Nach Landstuhl, Deutschland zu ziehen, lehnt er ab, weshalb er ihr spontan seinen Posten als Leiter der Traumaabteilung anbietet. Die Stelle passt sowieso viel besser zu ihr als ein Posten als Ärztin in der Toraxchirurgie, wo sie noch jemand anderem unterstellt wäre. Somit bekommen beide, was sie wollen: Teddy einen angemessen Job und Owen ein eigenes Kind. Hier ist es erfreulich, dass sich die Macher für eine simple Konfliktlösung im Falle dieses Dreiecks entschieden haben und ihnen nicht ein kompliziertes und dramatisches Problem nach dem anderen in den Weg legen. Jedoch soll man ja nicht den Tag vor dem Abend loben...
Are you Thor?
Apropos Dreiecksbeziehung. In der aktuellen Episode wird sich auch dem anderen Liebesdreieck gewidmet. Während zuletzt Meredith und DeLuca (Giacomo Gianniotti) im Fokus standen und ich Atticus kaum Chancen als reellen Liebhaber einräumen wollte, muss ich nun jedoch meine Meinung revidieren. Denn nun startet „Grey's Anatomy“ eine Ortho-Gott-Offensive, die es in sich hat. Nicht nur uns, sondern auch Meredith werden seine Vorzüge präsentiert: Er ist Oberarzt - ergo keine Hierarchieprobleme -, er kann gut mit Kindern und so weiter und so fort. Somit bringen sie das davor etwas ungerecht verteilte Liebesdreieck wieder in eine ausgewogene Balance. Dadurch hat dieses auch wieder seine Berechtigung, denn uns wird klar vor Augen geführt, dass nicht nur DeLuca, sondern auch Atticus eine gute Wahl für einen Liebhaber (und mehr) abgeben würde...

Just call me Dr. Schmidt
Die frische Liebesbeziehung - zwischen Glasses, der nun nur noch Dr. Schmidt genannt werden möchte, und Dr. Kim - bei „Grey's“ wird dieses Mal zwar nur kurz in Angriff genommen, jedoch reicht diese kurze Zeit bereits aus, um unsere Herzen höherschlagen zu lassen, da aus dieser Szene alles herausgenommen wird. Dr. Schmidt war immer ein bisschen tollpatschig, verpeilt, verträumt und etwas unsicher. Durch ein berufliches Erfolgserlebnis bekommt er einen Selbstbewusstseins-Boost, woraufhin er sofort Kim davon erzählen muss. Dieser ist von seiner Entwicklung jedoch keineswegs überrascht, da er das Potential dafür stets in ihm gesehen hatte. Seine innerliche Veränderung möchte er auch nach außen ausstrahlen. Aus diesem Grund legt er seine spitznamengebenden Glasses ab und setzt sich - mithilfe einer seiner Kolleginnen, so viel hat er sich dann doch nicht verändert... - Kontaktlinsen ein.
Fazit
Sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere und die dazugehörigen Handlungen stehen im Fokus. Die Figuren entwickeln sich - wie zum Beispiel Glasses, der jetzt eben nur noch Dr. Schmidt sein möchte. Die Dreiecksbeziehung bekommt eine andere Dynamik - somit wurden exakt meine Kritikpunkte der letzten Woche zunichtegemacht. Zudem macht die aktuelle Staffel dem ihr von ihrer Produzentin verpassten Namen „Season of Love“ tatsächlich alle Ehre - doch genügend Drama wird uns natürlich auch geboten.
Hier noch der Trailerzur nächsten Episode der US-Serie „Grey's Anatomy" (15x11):
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 25. Januar 2019Grey's Anatomy 15x10 Trailer
(Grey's Anatomy 15x10)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 15x10
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