Grey's Anatomy 14x16

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Caught Somewhere in Time“ (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Caught Somewhere in Time trifft Dr. Miranda Bailey (Chandra Wilson) ihr Idol und Arizona (Jessica Capshaw) bringt ihre Tochter Sofia (Eva Ariel Binder) mit zur Arbeit. Währenddessen gerät Jackson (Jesse Williams) durch sein Interesse an Maggie (Kelly McCreary) in einen Streit mit seiner Mutter (Debbie Allen) und Richard (James Pickens Jr.). Außerdem wollen April (Sarah Drew), Andrew (Giacomo Gianniotti) und Owen (Kevin McKidd) die Anfänger für Notfalleinsätze vorbereiten. Zudem müssen Owen und Amelia (Caterina Scorsone) feststellen, dass es nicht so einfach ist, sich wieder näher zu kommen ohne dabei alte Gefühle (und Probleme) wieder aufleben zu lassen.
All of the fun, none of the emotions
Owen und Amelia haben sich zuletzt dazu entschieden, wieder eine sexuelle Beziehung miteinander einzugehen, dabei sollen jedoch die Gefühle aus dem Spiel gelassen werden. Das ist leichter gesagt als getan, wie die beiden innerhalb kürzester Zeit feststellen müssen. Hierbei ist es jedoch nicht so, dass die beiden wieder Gefühle füreinander entwickeln, sondern vielmehr werden durch ihre Nähe und die Gespräche miteinander wieder alte Wunden aufgerissen. So kritisiert er an ihr, dass sie durch ihren Tumor unterschiedliche Stellungen zu ihrem Wunsch Kinder zu bekommen bezieht und sie nennt ihn einen Betrüger.
Durch Letzteres wird ihr Gespräch auf Teddy (Kim Raver) gelenkt, wodurch Amelia etwas Entscheidendes auffällt, worauf sie Owen aufmerksam macht. Teddy war stets für ihn da, als Freundin oder als person. So konnte er sich nie auf die Beziehung konzentrieren, die er gerade führt, weil sie immer als Vergleichsperson in seinem Kopf vorhanden war. Als auch Hunt versteht, was das zu bedeuten hat, entscheidet er sich dazu, zu Teddy zu reisen.
Dass Amelia und Owen wieder eine (sexuelle) Beziehung miteinander führen, war von Anfang an zum Scheitern verdammt. Daher finde ich die Entscheidung der Showrunner diese „Beziehung“ als Wegweiser für Owen zu nehmen gerade richtig. Er wäre wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen es mal mit Teddy zu versuchen, dabei passen die beiden doch so gut zusammen. Dass die Macher diesen Weg für Owen eingeschlagen haben, war das Beste, was ihm hätte passieren können.
Did I win?
Morgens lässt Sofia verlauten, dass sie sich in Seattle nicht so wohl fühlt und lieber in New York bei Callie und ihren Freunden wäre. In dem Bruchteil einer Sekunde entscheidet sich Arizona dazu, ihre Tochter mit auf die Arbeit zu nehmen. Dort wird sie durch den Fall einer schwangeren Mutter darauf aufmerksam gemacht, dass sie ihrer Tochter eventuell nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. So entschiedet sich Arizona dazu, dass sie sich ab sofort mehr Zeit für ihre Tochter nehmen wird.
Außerdem ist es immer wieder bewundernswert, wie „Grey's“ es schafft sowohl die Handlungen der Protagonisten mit denen der Patienten zu verbinden und dabei Parallelen aufzudecken als auch so schnell eine emotionale Verbindung mit den Patienten aufzubauen, dass man mit diesen mitfiebert und mittrauert. So kann wohl niemand abstreiten, dass der Moment, in dem der Junge davon ausgegangen ist, dass er das Spiel gewonnen hat, der gleiche Moment ist, in dem die Ärzte herausgefunden haben, dass dieser immer, wenn er lacht, einen kleinen Teil seines Hirns zerstört.
Währenddessen erhält Miranda eine für sie berühmte Patientin - eine renommierte Astronautin, die es sich nun zur Aufgabe gemacht hat eine Zeitmaschine zu bauen. Dadurch werden Themen wie die Zeit, aber auch Erfindungen angesprochen. So wurden Erfinder meistens für verrückt gehalten, bis sie schließlich etwas Bahnbrechendes erfunden haben.
Außerdem entsteht eine Diskussion darüber, was die Ärzte machen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, durch die Zeit zu reisen. Dabei wird ihnen auch bewusst, dass sie sich in der Gegenwart viel zu sehr von der Vergangenheit bestimmen lassen. Aus diesem Grund überredet Jo (Camilla Luddington) Meredith (Ellen Pompeo) sich nicht von etwas leiten zu lassen, was vor 30 Jahren passiert ist und die beiden machen sich wieder zusammen an die Arbeit.
Family is family is family
Jackson und Maggie, die es nun endlich miteinander versuchen wollen, versuchen ihre Beziehung vor ihren Eltern geheim zu halten. Das mag den beiden jedoch nicht besonders gut gelingen. So werden die beiden bei ihrer ersten (scheinbar obligatorischen) Annäherung in der medizinischen Vorratskammer von ihren Eltern entdeckt. Durch diese überaus ironische Situation können alle Beteiligten endlich Klarschiff machen. Dadurch entsteht das Gespräch zwischen ihnen, das unbedingt nötig ist, damit sich Maggie und Jackson auf sich selber konzentrieren können (und nicht auf ihre Eltern).
Bisher erschien es immer so, dass insbesondere Catherine ein Problem mit der sich (anbahnenden) Beziehung zwischen Maggie und Avery haben würde. Das ist zwar auch der Fall, jedoch hat sie hierfür andere Beweggründe als vorher angenommen. Sie hat weder etwas gegen Jacksons Frauenwahl, noch dass die beiden trotz ihrem Dasein als Stiefgeschwister eine Beziehung miteinander führen, sondern viel mehr, was für eine Auswirkung deren Beziehung bzw. deren Trennung auf ihre eigene Beziehung mit Richard haben wird. Als Avery sie jedoch beschwichtigt, dass Richard nicht wie sein Vater ist und anders mit dieser Situation umgehen wird, ist dieses Problem aus der Welt geschafft.

Dieses Gespräch war aus zweierlei Gründen wichtig. Für Jackson war es wichtig, da er nicht gegen die Meinung seiner Mutter hätte ankämpfen können, da diese eine sehr starke Persönlichkeit ist. Wäre diese gegen ihre Beziehung gewesen, wäre diese zwischen Maggie und Jackson nie erfolgreich gelaufen, denn Catherine weiß, wie sie ihren Willen bekommt. Ebenso war dieser Schritt für das Drama selber wichtig, damit dieses Thema endlich aus dem Weg geschafft wurde und die Beziehung der beiden nicht mehr weiter auf der Stelle tritt.
The only rule is there are no rules
Apropos Jackson - dessen Ex-Frau zog in dieser Folge wieder die ganze Aufmerksamkeit auf sich. So erscheint es zuerst so, dass es ihr wieder besser geht. Denn sie ist voller Elan und Motivation, um die Anfänger auf Katastrophenszenarien vorzubereiten. Dabei wählt sie unkonventionelle Mittel, um für sie das Szenario so real wie möglich zu gestalten. Hierbei gewährt sie auch keine Gnade. Was zu Beginn einfach nur lustig und besonders komisch ist, nimmt über die Episode hinweg tragische Ausmaße an.
So wird April daran erinnert, dass man, egal wie sehr man glaubt auf die Realität vorbereitet zu sein, es nie sein wird. Wenn während diesem Szenario ein Patient stirbt, hat man kurz versagt. Passiert das jedoch im realen Leben, ist durch das eigene Versagen ein Mensch gestorben. Ein Mensch, der ein Leben hatte. Ein Mensch, der Angehörige hatte. Ein Mensch, der Probleme durchmachte. Schnell wird April an die Fälle erinnert, die sie heute immer noch verfolgen. Dabei erzählt sie deren Geschichte und wie sie sie verloren hat. Hierbei können die Anfänger und Andrew nur fassungslos daneben stehen.
In April ist immer noch diese tiefe Trauer verankert. Diese wird leider auch nicht so schnell weggehen. Wie schon des Öfteren angemerkt, würde ihre Heilung schneller einsetzen, wenn sie Hilfe von außen erhalten würde. So haben bisher mehr als genug Menschen bemerkt, das etwas ganz und gar nicht mit ihr stimmt, jedoch hat bis auf Dr. Tom Koracick (Greg Germann) niemand etwas dagegen unternommen. Würden diese mehr miteinander reden, wäre Aprils Situation schnell verbessert. Denn April schafft es nicht, sich vor jedem zu öffnen. So gelingt es ihr nicht, Jackson davon zu erzählen, was sie gerade beschäftigt und macht sich stattdessen an ihn heran.
Es ergreift einen immer wieder, wie es April geht und was sie durchmacht. Insbesondere aus dem Grund, dass Sarah Drew hier solch hervorragende Arbeit leistet. Jedoch kommt man nicht umhin festzustellen, dass dieser Handlungsstrang auf der Stelle tritt, woran auch Drews Schauspiel bald nichts mehr wird ändern können, da Aprils Handlungen repetitiv wirken und irgendwann langweilen werden.
Fazit
In Caught Somewhere in Time schaffen es die Macher uns sowohl die Schicksale von Figuren, die wir erst seit kurzem kennen, nahe zu bringen als auch von jahrelangen Protagonisten. Außerdem werden Handlungsstränge, die mehr oder weniger hoffnungslos ausgesehen haben, entweder komplett aufgelöst oder schauen nun einer positiveren Zukunft entgegen. Jedoch tritt insbesondere ein Handlungsstrang gewaltig auf der Stelle, was diesem nicht sehr guttut.
Hier kannst Du „Grey's Anatomy: Staffel 13 Stream (OV)“ bei Amazon.de kaufen
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 23. März 2018(Grey's Anatomy 14x16)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x16
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?