Grey's Anatomy 14x14

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Games People Play“ (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Games People Play, in der Chandra Wilson Regie führte, treffen sich Meredith (Ellen Pompeo) und Jo (Camilla Luddington) mit der Tochter des Patentinhabers, Alex (Justin Chambers) besorgt medizinisches Marihuana für eine Patientin und Maggie (Kelly McCreary) veranstaltet einen Spielabend.
Stop throwing the ball in my ER.
In der Notaufnahme herrscht wie immer Chaos und als dann auch noch mehrere Teenager einen Ball hin und her werfen, ist das Chaos perfekt. April (Sarah Drew) ahnt, dass das nicht gut ausgeht, weshalb sie ihnen das Ballwerfen verbietet. Diese stoppen jedoch nicht, woraufhin eine Szene entsteht, die genauso gut aus einem Slapstick-Film stammen könnte. In diesem Moment musste man sich schon fragen, ob man gerade die richtige Sendung schaut, denn solche Einlagen sind für das Drama eher ungewöhnlich oder sollen, wenn sie mal vorkommen, mehr einen dramatischen als einen komödiantischen Effekt haben.
Aufgrund dieses Unfalles wird April suspendiert und Owen (Kevin McKidd) übernimmt für kurze Zeit die Notaufnahme. Diesen hat man in letzter Zeit nicht wirklich viel zu Gesicht bekommen, weshalb es nun umso schöner ist, dass er wieder in altem Glanz erstrahlen darf. So trichtert er den Jugendlichen Disziplin ein, indem er seine autoritäre Militärausstrahlung einsetzt, die sich hier ordentlich bezahlt macht. Am Ende der Folge wird er dafür auch noch auf ganz andere Art belohnt, aber dazu später mehr.
Medical Marijuana
Die Patientin von Amelia (Caterina Scorsone) und Alex hat immense Schmerzen und übergibt sich ständig. Diese hat sich darüber informiert, dass medizinisches Marihuana, das in Washington legal ist, dagegen helfen kann. Als Alex das Marihuana dann für seine Patientin besorgt hat, entflammt eine Diskussion mit der Großmutter des Mädchens, da diese scheinbar nichts davon wusste. Nachdem er gute Überzeugungsarbeit leistet, indem er ihr von seiner eigenen Familiengeschichte mit Süchten erzählt, willigt sie letzten Endes doch noch ein.
So einen Handlungsstrang hätte es meiner Meinung nach für Alex nicht benötigt. Da hätte man sich schon etwas Besseres einfallen lassen können, anstatt für Alex einen vorhersehbaren Konflikt heraufzubeschwören, der sich dann auch wieder schnell legt.
Währenddessen arbeitet Arizona (Jessica Capshaw) zusammen mit Carina (Stefania Spampinato) daran, der ungewöhnlichen Zahl an Frauen, die bei der Geburt - oder an Folgen davon - sterben, nachzugehen. Dabei stellt sie fest, dass eine der Ärztinnen des Krankenhauses, mit der sie „facebook friends“ ist, mehr Kaiserschnitte macht als üblich. Da diese mit Risiken einhergehen, sollen diese nur ausgeführt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Robbins vermutet jedoch, dass besagte Ärztin die Kaiserschnitte aus Bequemlichkeit durchführt, damit sie schneller nach Hause kommt. Denn diese finden meistens freitags statt.
Game Night
Bereits seit einigen Wochen verhält sich April nicht wie sonst. Wir als Zuschauer kennen die Ursache für ihre Verhaltensveränderung, weshalb ihr Verhalten für uns zwar nicht unnormal erscheint, es aber trotzdem nicht weniger tragisch macht. Nachdem letzte Woche bereits Jackson (Jesse Williams) und Arizona bemerkt haben, dass etwas mit April nicht stimmt, hatte man eigentlich gehofft, dass diesem Elend endlich ein Ende gesetzt würde. Mit Enttäuschung muss man jedoch feststellen, dass weder Jackson noch Arizona sich um sie kümmern.
Stattdessen geht ihr Ex-Mann sogar auf einen Spielabend, auf dem er mehr an Maggie als an April interessiert ist. Als diese sich dann auch noch sichtlich merkwürdig aufführt und sogar eine Rede über Regeln und Kontrolle hält, erhält sie von allen Beteiligten des Raumes einen besorgten Blick. Wäre dieser Moment nicht von einer Klingel unterbrochen worden, hätte der ein oder andere April vielleicht auf ihr untypisches Verhalten angesprochen und ihr geholfen. Hier taucht plötzlich Clives Frau, ja ihr habt richtig gelesen - Clives Frau -, auf, die ihrem Mann den Marsch blasen möchte. Die sichtlich schockierte Maggie wird von ihren Gästen verlassen, damit sie alleine diesen Schocker verdauen kann.

Zurück zu April: Hier muss ich, wie bereits vorher angedeutet, meine Enttäuschung über Jackson kundtun. Dieser sieht, dass seine Ex-Frau in Not ist und macht sich sichtlich Sorgen um sie, wie man in der letzten Folge sehen konnte, unternimmt nun jedoch nichts, um ihr zu helfen. Das ist einfach nur enttäuschend. Außerdem finde ich es überaus unglaubwürdig und frustrierend, dass mehrere Kollegen Aprils Verhalten bereits bemerkt haben, aber nichts weiter unternehmen.
Das zeugt entweder von schlechten Freunden und Kollegen oder man könnte den Machern vorwerfen, dass ihnen nichts anderes für April einfällt, weshalb sie diese Geschichte immer weiter ausdehnen wollen. Da Kepner hier jedoch kaum eine Varianz an Verhaltensweisen aufzeigen kann, wirkt es doch schnell repetitiv und unkreativ. Zudem bleiben die Reaktionen der anderen Figuren auch gleich, was erneut für Wiederholungselemente sorgt.
I love you, too
Nachdem der Spieleabend zu Ende ist, taucht Jackson wieder bei Maggie auf. Mit seiner aktuellen Freundin hat er kurzerhand Schluss gemacht, sodass dem Glück zwischen Maggie und Jackson nichts mehr im Wege stehen sollte. Schließlich kommt es auch zu einem Kuss, den sich wohl wahrscheinlich nur diese beiden ersehnt haben.
Deren Beziehung wirkt so konstruiert und künstlich, dass man kaum glauben kann, dass es nun zu einem Kuss gekommen ist. Zudem sind sie indirekt miteinander verwandt, was die Angelegenheit auch noch unethisch macht. Jedoch hat es sich seit dieser Staffel angedeutet, dass sich etwas zwischen den beiden anbahnt, weshalb man dann doch nicht allzu überrascht über diese Szene sein darf. Auch wenn mir persönlich das nur schwer gelingt.
Nicht nur diese beiden Turteltauben sind einen Schritt weiter in Liebessachen gekommen. Sam (Jeanine Mason) und DeLuca (Giacomo Gianniotti) gestehen einander endlich ihre Gefühle, sodass dieses ewige Hin und Her aufhören kann. Hierfür ist unter anderem Amelia zu danken, die Sam einen Schubs gegeben hat. Außerdem sollte man DeLucas Kopfverletzung dabei nicht außer Acht lassen. Diese hat scheinbar dafür gesorgt, dass er endlich seine Gefühle ausdrücken kann.
Außerdem kommt auch das ehemalige Ehepaar Amelia und Owen einander wieder näher. Der primäre Gedanke hierbei ist platonischer Natur. Jedoch hat es sich noch nie als besonders klug erwiesen, mit seinem Ex eine sexuelle Beziehung einzugehen. Das wird schnell zu Komplikationen führen. Auch hier kommt der Gedanke auf, dass man das schon mehrmals gesehen hat und dass man den beiden kreativere Handlungen geben könnte. So bestand Owens Handlungsstrang in dieser Staffel daraus, dass seine Schwester wieder auftauchte und verschwand, Amelia und er sich trennten und sie nun wieder miteinander anbändeln.
My sex drive is my work drive.
Nachdem der Besitzer des Patents plötzlich verstorben ist, treffen sich Jo und Meredith mit der Tochter des Patentbesitzers. Passenderweise ist diese eine gute Freundin von Ellis Grey, Merediths Mutter und kennt daher Meredith auch persönlich. Nachdem Dr. Grey und Dr. Wilson der Frau ihre Methode vorgestellt haben und ihr anhand von Mäusen bewiesen haben, dass diese auch wirkt, einigen sie sich (mündlich) darauf, dass Meredith das Patent erhält. Kurz hiernach erfährt sie jedoch von Dr. Webber (James Pickens Jr.), dass diese Frau und ihre Mutter zum Ende hin gar keine Freunde mehr waren, sondern viel mehr das Gegenteil. So hat die Feindin ihrer Mutter nun alles, was sie braucht, um Merediths Methode legal anzuwenden und Meredith kann nichts dagegen tun.
Auch hier muss ich leider sagen, dass ich von dieser Entwicklung nicht besonders begeistert bin. Meredith hat eine Idee, wofür sie ein Patent braucht, das dem Vater der Feindin ihrer Mutter gehört hat. Das erscheint schon mal sehr weit hergeholt. Außerdem: Hätte Webber Meredith nicht vor dem Treffen über den Beziehungsstatus von Ellis und dieser Frau informieren können? Haben Meredith und Jo diese Entscheidung, dass ihnen das Patent überlassen wird, nicht irgendwie schriftlich festgehalten? Ich kann es durchaus verstehen, dass Meredith dieser Frau einen Vertrauensvorschuss gegeben hat. Da sie keinen Grund hatte, etwas Böses zu vermuten, musste sie auch keine Vorkehrungen treffen, indem sie die getroffene Entscheidung irgendwie festhielt. Jedoch sind mir diese Zufälle doch alle zu viel und wirken durch ihre Häufung doch zu konstruiert.
Fazit
Mit Games People Play wird uns eine Episode geboten, in der viele Handlungsstränge viel zu konstruiert oder zu repetitiv wirken. Das konnte das Krankenhausdrama schon mal besser. Hoffentlich war diese Folge nur ein Ausrutscher und ab nächster Woche zeigt sich Grey's Anatomy wieder in gewohnter Hochform.
Trailer zur Episode Old Scars der Serie Grey's Anatomy (14x15):
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Verfasser: Maike Karr am Freitag, 9. März 2018Grey's Anatomy 14x14 Trailer
(Grey's Anatomy 14x14)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x14
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