Zielgruppe
Was bedeutet eigentlich Zielgruppe?
Die meisten klassischen Zielgruppen in der Fernsehwirtschaft orientieren sich am Lebensalter der Zuschauer, gelegentlich in Kombination mit dem Geschlecht. Für die Fernsehsender wichtig ist auch die Untergruppe von Zuschauern, die in Haushalten mit einem hohen Jahreseinkommen leben, und für die Werbung mit Luxuswaren vermittelt werden kann.
Auch wenn es für den Fernsehzuschauer und Serienliebhaber eine unschöne Erkenntnis ist: (Werbefinanzierte) Fernsehsender sind Dienstleister der Werbeindustrie, deren Aufgabe es ist, mit ihren Programmen möglichst viele Menschen vor dem Fernseher zu versammeln, um diesen ihre Werbung zu zeigen.
Das führt dazu, dass die Programme der Sender häufig vor allem auf bestimmte Gruppen von Menschen abzielen, denen dann spezifische Werbungen eingeblendet werden können.
Klassische Zielgruppen (alle verallgemeinernden Aussagen sind als „im statistischen Rahmen“ zu verstehen):
- Gesamtzuschauerschaft: Zuschauer ab zwei Jahren (in den USA) beziehungsweise ab 3 Jahren (in Deutschland).
Eher eine Messgröße für Sender denn eine Zielgruppe der Werbeindustrie sind die Gesamtzuschauer. Dabei werden Kleinkinder, die das Fernsehen noch nicht wahrnehmen oder verstehen, ausgeklammert.
- Die werberelevante Zielgruppe (auch „junge Zuschauer“ genannt): zwischen 18 und 49 Jahren (USA) beziehungsweise zwischen 14 und 49 Jahren (Deutschland).
Menschen mit nennenswertem Einkommen, die sich beeinflussbar durch Werbung zeigen. Anmerkung: Ältere Zuschauer sind für die Werbewirtschaft nicht etwa mangels Einkommen von geringerer Wichtigkeit, sondern weil man annimmt, dass Menschen mit zunehmendem Alter weniger empfänglich für Werbebotschaften zu Alltagsprodukten werden. Der Kauf von Waschmitteln und Automobilen wird für sie nach dieser These stärker von der eigenen Lebenserfahrung als von Werbeversprechen geprägt.
- US-Kabelsender: Zuschauer zwischen 25 und 54 Jahren.
Diese Zielgruppe deckt sich weitestgehend mit der „werberelevanten Zielgruppe“, bezieht aber mit ein, dass Amerikaner oftmals erst nach dem College eine Entscheidung über einen Kabelanschluss treffen. In den USA finanzieren sich Kabelsender neben der Werbung auch über Lizenzgebühren, die die lokalen Kabelnetzbetreiber den Sendern für das Recht der Einspeisung ihres Programms zahlen.
- Junge Erwachsene: Zuschauer zwischen 14 und 34.
Einerseits gelten die jungen Zuschauer als konsumfreudig und auch als eher technikaffin. Man unterstellt ihnen, dass der Geldbeutel eher locker sitzt und sie an neuen Trends teilnehmen. Daneben ist es für die Industrie natürlich besser, wenn sie Kunden in jungem Alter binden können und diese dann „für den Rest ihres Lebens“ einem Produkt oder einer Marke treu bleiben.
- Teenager: Zuschauer zwischen 13 und 19.
Diese Zielgruppe umfasst weitgehend die klassische Schulzeit und Pubertät, in der die Beschäftigung mit romantischer Partnerschaft und der Versuch, nicht negativ aufzufallen sowie die weitere Persönlichkeitsbildung im Zentrum steht (lebenslange Hobbys und Leidenschaften entstehen). Oftmals erweitert sich die eher willkürliche Angabe der Teenager (die eben zwischen Thir„teen“ und Nine„teen“ sind) auf „Young Adults“, die sich bis etwa 24 zieht und somit die Collegezeit und den Berufseinstieg einschließt.
- Tweens: Zuschauer zwischen zehn und zwölf Jahren - also zwischen der eigentlichen Kindheit und dem Teenageralter.
Für die Werbung sind sie interessant, da sie als wenig kritisch gelten. Dabei empfinden sie den Druck ihrer Altersgenossen zu Konformität als recht stark, entwickeln sich gleichzeitig selbst und probieren erste „erwachsene“ Tätigkeiten aus (Musikinstrumente, Sport). Außerdem beginnen sie langsam, sich für das andere Geschlecht (oder Geschlechtsgenossen) zu interessieren. Tweens verfügen meist über gewisse finanzielle Mittel für Ausgaben (Taschengeld, Geschenke) beziehungsweise Einfluss auf gewisse Kaufentscheidungen ihrer Eltern.
- Children: Zuschauer zwischen etwa zwei und elf Jahren.
Sie werden generell in der Werbeindustrie nicht als ein Block gesehen, sondern in verschiedenen, sich teils überlappenden Altersgruppen beworben. Im Vordergrund stehen hier vor allem Spielzeug und andere Produkte, die Kinder entweder von einem eigenen Taschengeld erwerben oder sich als Geschenk zum Geburtstag und zu einschlägigen Festen von den Eltern und Verwandten/Bekannten wünschen sollen.