Appreciation Index (Wertschätzung)
Was bedeutet eigentlich Appreciation Index?
Der appreciation index (AI) soll für britische Fernseh- und Radiostationen die „Wertschätzung“ (appreciation) eines Programminhalts beim Publikum auf einer Skala von 0 bis 100 erheben.
Diese Qualitätsquoten werden zumeist bei Inhalten gemessen, die sich an eine bestimmte oder eine kleinere Zuschauer- und Zuhörergruppe richten. Erhoben werden die Zahlen durch GfK National Opinion Polls (GfK NOP) mittels einer Onlineumfrage.
Besonders wichtig sind sie deswegen, weil sie bei quotenschwächeren Programmierungen den Ausschlag geben können, ob diese weiterhin produziert werden oder nicht. Hierbei gelten Sendungen mit einem appreciation index ab 90 als außergewöhnlich gut, ab 85 als sehr gut und bei 60 und weniger als beim Publikum durchgefallen.
Beispiele:
Das britische Publikum war 2010 von Anfang an von der BBC-Serie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman begeistert. Hier sprachen nach den zunächst nur drei bestellten Episoden Durchschnittsquoten von knapp sieben Millionen Zuschauern bereits eine klare Sprache. Aber auch der appreciation index der Serie wies mit über 87 auf eine deutlich positive Zuschauerresonanz hin. So war eine Fortsetzung relativ schnell beschlossene Sache „Sherlock: Fortsetzung nur eine Frage der Zeit“.
Dass ein hoher appreciation index allerdings nicht immer nur zur Verlängerung eines Programminhalts führen muss, beweist das Beispiel der Anfang 2011 ebenfalls bei der BBC ausgestrahlten Krimiserie Zen. Der Vergleich zu Sherlock drängt sich hier wegen der zeitnahen Erstausstrahlung der beiden Serien und aufgrund der ebenfalls lediglich drei bestellten Episoden in der ersten Staffel auf. Die Durchschnittsquoten dieser waren zwar mit knapp sechs Millionen nicht so gut wie bei der Vergleichsserie, bewegten sich damit jedoch auf einem vergleichbaren Niveau zum Dauerbrenner Wallander. Außerdem war der appreciation index mit 87 genauso gut wie bei Sherlock. Dennoch entschied sich die BBC-Führungsetage gegen eine Verlängerung und beendete Zen nach den regulär bestellten drei Episoden „30894“. Hier hatten die nackten (Zuschauer-)Zahlen wohl eine größere Rolle als die gleich hohen Qualitätsquoten gespielt... Ein zufriedenes Publikum reicht eben manchmal doch nicht aus.