Sweeps
Was sind Sweeps?
Als sweeps werden in den USA bestimmte Monate im Jahr - Februar, Mai, Juli und November - bezeichnet, in denen die Einschaltquoten genauer gemessen werden.
Im Grunde geht es dabei vor allem um die daraus resultierenden Werbeeinnahmen für die Networks, denn die Quoten werden natürlich während des gesamten Jahres gemessen. Der entscheidende Unterschied zwischen dem restlichen Jahr und der sweeps-Zeiten ist das System der Quotenmessung. Werden in den übrigen Monaten vor allem Quoten in den größeren TV-Märkten gemessen, beinhaltet diese Quotenmessung ebenfalls Zahlen, die den mittleren und kleineren Märkten entstammen.
So messen die Nielsen Ratings Zuschauerzahlen der größeren Märkte ansonsten vor allem durch „TV Diaries“. Diese Dokumente werden an die für repräsentativ (zum Beispiel durch Augenpunkte wie Bevölkerungsschicht) erachteten Haushalte herausgegeben und durch die Haushaltsmitglieder per Hand ausgefüllt. Elektronisch erhoben wird in über fünfzig der größten Märkte anhand sogenannter TV-Meter. Hierbei wird festgehalten, welcher Sender wie lange eingeschaltet ist. Sprich: das „Zap- und Ein-/Ausschaltverhalten“ der ausgewählten Personen. Diese vermerken selbst, wer in dem Moment der jeweilige Zuschauer des Haushalts ist. Es gibt zwar mittlerweile auch quasi gänzlich elektronische Verfahren („People Meter“ - Lampen zeigen direkt an, wer das Programm sieht), bei denen jeder Bewohner des Haushalts eine eigene Fernbedienung erhält. Allerdings sind diese trotz gegenteiliger Bemühungen noch nicht sehr weit verbreitet.
Während der sweeps werden also, wie bereits angedeutet, auch die durch „TV Diaries“ festgehaltenen Quoten von mittleren und kleineren der insgesamt gut über zweihundert lokalen TV-Märkte berücksichtigt.
Der Name stammt hierbei lediglich von dem Verfahren, das von Nielsen Media Research angewendet wird. So werden die auszufüllenden „TV Diaries“ zuerst an Haushalte an der Ostküste verschickt und danach sukzessive der Rest des gesamten Landes abgedeckt („sweeping across the nation“). Da dies von den Werbeträgern als weitaus eher repräsentativ als die übrige Quotenmessung angesehen wird, werden diese Wochen für die Sender zu den wichtigsten im Jahr. Wer hier die besten Resultate vorlegt, kann in Zukunft auf die höchsten Einnahmen hoffen. Die November-sweeps erweisen sich somit auch vor allem als Bewährungsprobe für die neuen Serien („Freshman Series“).
Aus diesem Grund fahren die US-Networks in diesen Wochen allerhand schwere Geschütze auf, um möglichst viele Zuschauer vor die Fernsehgeräte zu locken. Dies ist allerdings auch der Punkt, der viele Kritiker des Systems stört. So sehen diese das eigentliche System der Quotenmessung gerne als unrepräsentativ an, da eben zum Beispiel kleinere Märkte ausgelassen werden. Werden diese dann in die Wertung aufgenommen, strahlen die Sender nur noch spezielle Programmierungen aus - entgegen der sonstigen Gewohnheiten. Daher stellen viele US-Bürger das Ermessungssystem in Frage.