Lead
Was bedeutet eigentlich Lead?
Während es im deutschen Sprachgebrauch für die Umschreibung der Wichtigkeit eines Darstellers und seiner Figur in einer Serie nur den Begriff Hauptdarsteller gibt, wird in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie bei den Hauptdarstellern („Regular Cast“) zwischen „Lead Actor“ und „Supporting Actor“ unterschieden. Im Serienbereich gibt es außerdem noch Ensembleserien mit weitestgehend gleichberechtigten Figuren und Darstellern, bei denen man dann von einem „Ensemble Cast“ spricht.
Bei der Serienentwicklung, dem Gehalt und den Kritikerpreisen wird in den USA den Leads besondere Bedeutung beigemessen. Dabei haben die meisten Serien einen Lead oder ein Zweierteam als Lead, selten auch ein Dreierteam. Dabei kann man diese jeweils als „Star der Serie“ betrachten. Nicht selten ist ein Lead daher auch die Titelfigur ihrer/seiner Serie (Frasier, Titus, Hart of Dixie, Monk).
Beispiele für Leads als Stars ihrer Serie
Mark Harmon in NCIS und Bryan Cranston in Breaking Bad
Beispiele für Zweierteams als Leads
Zweierteams gibt es in diesem Bereich häufig bei Procedurals: (Emily Deschanel und David Boreanaz in Bones, Tom Mison und Nicole Beharie in Sleepy Hollow, James Roday und Dule Hill in Psych und Angie Harmon und Sasha Alexander in Rizzoli & Isles). Ebenfalls häufig kommen diese in Beziehungscomedys vor: Leah Remini und Kevin James in King of Queens und Helen Hunt und Paul Reiser in Mad About You.
Beispiele für Dreierkonstellationen als Leads
The Big Bang Theory (Kaley Cuoco, Jim Parsons und Johnny Galecki) und Fringe (Anna Torv, Joshua Jackson und John Noble)
Beispiele für Ensemblecasts als Leads
Friends, Modern Family, Parenthood und How I Met Your Mother
Für die Promotion einer Serie - und bereits für die Produktion eines Serienpiloten und dessen Bestellung als Serie - haben die Leads natürlich eine herausragende Funktion. So erhalten diese Schauspieler im Endeffekt auch den größten Gehaltscheck und können zudem spätestens nach fünf Staffeln (im Rahmen der branchenüblichen Verträge) in den Rang von Produzenten aufsteigen.
Im Gegensatz dazu stehen die „Supporting Characters“ und deren Darsteller, die die Geschichte abwechslungsreicher machen sollen.
Untersuchungen der Zusammensetzung der Leads von neuen Serien unter soziologischen Gesichtspunkten (Alter, Geschlecht, Zugehörigkeit zu Minderheiten wie Ethnie oder dargestellte sexuelle Orientierung beziehungsweise generell die Abweichung von „heterosexuellen männlichen Weißen“) werden seit einigen Jahren als Indikatoren für die Diversifikation der Fernsehlandschaft herangezogen.