Guilty-Pleasure-Serie

Was bedeutet eigentlich Guilty-Pleasure-Serie?

Als Guilty-Pleasure-Serie wird eine Serie bezeichnet, die man zwar gerne verfolgt, aber andererseits aufgrund gewisser Standards nicht besonders viel von ihr hält. Diese Standards können internal (durch einen selbst) oder external (durch äußere, zum Beispiel soziale Instanzen) begründet sein. Sie sind insgesamt also als sehr subjektiv einzustufen.

So gibt es Serienfans, die „hochwertige“ Serienkost zum Beispiel lediglich als Serienproduktionen von amerikanischen Kabelsendern definieren. Serielle Handlungen und Charakterentwicklungen, historische oder sozialpolitische Hintergründe werden beleuchtet und zur Diskussion unter den Zuschauern freigegeben. Damit stellen sie diese Serienproduktionen denen des amerikanischen „Free-TVs“ („Broadcast Networks“) kontrastiv gegenüber. Letztere werden - dadurch dass die Produktionen den werbemittelfinanzierten Fernsehmarkt bedienen sollen - dann als „minderwertiger“ interpretiert, was sich hier ebenfalls in Stilmitteln der Serien äußern soll. Als Beispiele für solche Gegenüberstellungen könnten aktuell (Stand: 2013) die History Channel-Produktion Vikings und die Networkserie Arrow gelten. Im Kontext wäre Vikings eine von einem selbst für „ordentlich“ befundene Produktion, während Arrow zwar unterhält, insgesamt aber als „weniger durchdacht“ empfunden wird. Eine Begründung des Konsums beider Serien wäre dann zum Beispiel: „Während ich bei Vikings intellektuell gefordert werde, kann ich bei Arrow wunderbar den Kopf ausschalten und einfach nur unterhalten werden.“ Es wäre also die Begründung zwischen „anspruchsvoll“ und „anspruchslos“.

Eine externale Begründung der Situation wäre das Beispiel, in dem ein Fan beider Serien eine Vikings-DVD-Box als Aushängeschild weit vorne ins Regal stellt und die Arrow-Box im Schrank hinter anderen „Vorzeigboxen“ versteckt. Hier werden also soziale Motive herangezogen, da andere denken, dass die eine Serie (Vikings) natürlich gemocht und verfolgt werden muss, während die andere (Arrow) aufgrund ihrer Beschaffenheiten zu verachten wäre. Dementsprechend würde hier eine Form von Scham mit der Präferenz der Serie verbunden sein.

Dass solche Begründungen im Endeffekt immer subjektiv sind, ist bereits an ihrer Art auszumachen. So könnte ebenso einfach gemutmaßt werden, dass der amerikanische Fernsehmarkt mindestens in eine Zweiklassengesellschaft unterteilt ist und hierbei das „Proletariat“ (die „Broadcastzuschauer“) sowie das „Bildungsbürgertum“ (die „Kabel- und Pay-TV-Zuschauer“ - wobei hier wiederum zumindest zwischen „Basic“- und „Premium“-Kabel unterschieden werden könnte) ihren jeweils eigens auf sie zugeschnittenen TV-Markt erhalten. Demnach wären die Networkproduktionen sowie die Kabelproduktionen jeweils auf ihre Zuschauer zugeschnitten. Das wiederum würde Raum für „Pseudoproduktionen“ machen, da beide ebenso einfach ihre jeweiligen Finanziers (Werbepartner vs. Abonnentenzahlen (und Werbepartner)) bedienen können. Der Interpretationsspielraum für Zuschauer zwischen „pseudoeffekthaschend“ und „pseudointellektuell“ wäre dementsprechend schmal.

Natürlich sind alle hier aufgeführten Beispiele und Überlegungen sehr klischeehaft herausgestellt.

Klar werden sollte vor allem, dass jede/r ihre/seine „Guilty-Pleasure-Serie“ anders definiert und interpretiert und daher am besten selbst Begründungen liefern kann.

Guilty-Pleasure-Serie aka Guilty-Pleasure-Series, Guilty Pleasure Series, Guilty Pleasure, Guilty-Pleasure-Serien

Die beliebtesten Begriffe im Glossar 🔥

Neue oder ergänzte Artikel im Glossar

Alle Begriffe im TV-Fachbegriffe Glossar anzeigen