Continuum 3x01

Alle guten Dinge sind drei - und damit willkommen zu der dritten Staffel der Serie Continuum! Ausgehend von dem Inhalt der neuen Episode kann man den Spruch umgestalten und sagen: Alle guten Dinge sind zwei. Sind sie aber wirklich âgutâ? Damit sind Verdoppelungen von Figuren gemeint. Von jedem und jeder gibt es zwei. Aber hier handelt er sich nicht um Orphan Black-Ă€hnliche Klon-ZustĂ€nde, sondern um mehrere Zeitlinien oder Zeitebenen, die sich ĂŒberschneiden.
„Continuum“ Ă€hnelt an dieser Stelle einer anderen Sci-Fi-Serie, nĂ€mlich Fringe. „Fringe“ erzĂ€hlte uns auch, dass es von jeder Sache zwei gibt. Aber dort ging es um zwei Welten, die man zu retten versuchte. In „Continuum“ geht es aber um die eine Welt, um ihre Zeit und deren KontinuitĂ€t, die es zu retten gilt. Das erfĂ€hrt Kiera (Rachel Nichols), nachdem sie die AnfĂŒhrerin der Freelancer-Zelle, Catherine (Rachael Crawford), kennenlernt.
Ja, wir hinterlieĂen Kiera am Ende der letzten Staffel in der Gefangenschaft der Unbekannten zusammen mit anderen Figuren, wie Garza (Luvia Petersen) zum Beispiel. Mit Graz und Kiera verbringen wir die erste HĂ€lfte dieser Episode, als sie vergeblich zu fliehen versuchen. Man muss sagen, dass die beiden eine gefĂ€hrliche Kombination sind. Trotzdem werden sie erwischt und Garza wird erschossen. Aber wie wir von Continuum gelernt haben: âvorbeiâ ist nicht unbedingt endgĂŒltig.

Kiera erklĂ€rt sich bereit, den selbst ernannten BeschĂŒtzern der Zeit und des Kontinuums, den Freelancern, zu helfen und den nĂ€chsten Zeitsprung zu machen. Denn die Zeit, in der sie sich jetzt befindet, bricht in sich zusammen. Und alles fĂ€ngt von vorn an. Minute fĂŒr Minute. Sie befreit Garza und trifft dann auf Catherine, die natĂŒrlich Kiera nicht kennt.
Inmitten der ZeitsprĂŒnge von Kiera sehen wir, wie Alec Sadler (Erik Knudsen) die Vergangenheit zu verĂ€ndern versucht. Er hat auch einen Zeitsprung zurĂŒck gemacht, um seine Liebe, Emily (Magda Apanowicz), zu retten. Und er sieht, wie Emily leidenschaftlich ihn selbst kĂŒsst. Alec gibt es jetzt zweimal, genauso wie Kiera, die ihn davon abhalten soll, die Ereignisse zu Ă€ndern.
Continuum hat geschickt die angebliche PrĂ€misse - Kiera kĂ€mpft gegen Liber8, um zu ihrem Sohn zurĂŒckzukehren - verschoben und jetzt steht viel mehr auf dem Spiel. AuĂerdem sind die Allianzen, die die Figuren miteinander schlieĂen immer wieder neu und immer wieder etwas anders.
Dadurch wirkt „Continuum“ abwechslungsreich wie eine Achterbahnfahrt, bei der man sehr schnell oben und unten verwechseln kann. Minute fĂŒr Minute sehen wir Bilder, die wir schon so gesehen haben, aber trotzdem sind sie anders - fĂŒr uns, fĂŒr Kiera, fĂŒr Alec. Dieses Mehr an Wissen, was wir besitzen, lĂ€sst einen anderen Blickwinkel zu und auch etliche Fragen aufkommen. Kiera reist zurĂŒck in die Zeit, aber wie kann sie sich der Richtung sicher sein? Wie kann sie sich sicher sein, dass sie nicht das Produkt der eigenen Reise ist? Oder vielleicht löscht sie mit dieser Reise die eigene Existenz aus...
Wir sehen, wie die kleinste Informationsvergabe, der kleinste Einfluss die Entscheidungen der Beteiligten verĂ€ndern. Wir sehen, wie Matthew im Museum auf Escher (Hugh Dillon) trifft. Aber im Vergleich zu ihrem Treffen, wie wir es kennen, hat Matthew ( Stephen Lobo) eine andere Entscheidung getroffen. Er lĂ€sst Escher erschieĂen - von Emily. Und Alec findet die tote Kiera im Labor, wĂ€hrend die lebendige, die gerade eingetroffen ist, hinter ihm steht! Wie geht es weiter? Wer von den Beteiligten wird sich fĂŒr was entscheiden?
Welche Zeit hĂ€tte denn das Recht auf alleinige Existenz, und warum? Können sich die Teilnehmer auf dem Schachbrett entscheiden, ob sie den letzten Zug wirklich machen wollen? Vieles in dieser Auseinandersetzung der Zeiten basiert auf Verschiebungen, stĂ€ndigen VerĂ€nderungen. Die zu Feinden erklĂ€rten Menschen sind nicht anders als man selbst: In ihrer fast-gleichen Zeit teilen sie die gleichen Erfahrungen, die gleichen GefĂŒhle und Emotionen.
Das Andere in der Story sind nicht die Zeit oder die anderen Menschen, die sogenannten Feinde, sondern es ist die Zeit als Ganzes, als groĂer Anderer, der aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Grundregel, auf der sie basiert, heiĂt Balance - und die wurde gestört: Von einer Sache, einer Existenz gibt es zwei! Und eine davon muss weichen.
Man kann diese Dynamik als natĂŒrlichen Prozess sehen, mit dessen Hilfe die Zeit das Gleichgewicht wieder herstellen muss. Aber immer wird es fĂŒr die eine Existenz eine Katastrophe bedeuten. Denn die Dynamik kollidiert mit menschlichen Emotionen, die so oft irrational sind.
Verfasser: Mariano Glas am Montag, 17. MĂ€rz 2014(Continuum 3x01)
Schauspieler in der Episode Continuum 3x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?