Continuum 2x06

Second Truths ist die zweite Episode in Folge, die Liber8 außer Acht lässt und sich Kieras Zerrissenheit zwischen Gegenwart und Zukunft widmet. Dieses Mal ist das zentrale Thema das Vertrauen. Wenn man kein Vertrauen in seinen Nächsten hat, dann ergeben sich früher oder später Komplikationen. Eigentlich haben die Continuum-Autoren lange durchgehalten, ohne Carlos (Victor Webster) in Kieras (Rachel Nichols) Geheimnis einweihen zu müssen, aber je komplexer das Spiel wird, desto mehr Vertrauen wird gefordert.
Und bei aller Geduld ist für Carlos langsam der Punkt gekommen, an dem er einfach wissen muss - wer Kiera ist und wie ihre Geschichte lautet. Aber wie erzählt man einem Mitmenschen, dass man aus der Zukunft kommt? Die Zukunft ist es auch, an die sich Kiera in Rückblenden erinnert und aus dieser ihr Wissen über den Serienmörder-Fall schöpft, an dem gerade Carlos arbeitet. Es sind acht Opfer. Bis jetzt. Denn Kiera weiß - weitere dreißig Opfer werden folgen, wenn man den Mörder nicht aufhält.
Es erweist sich, dass die Opfer Kinderschänder sind. Aber Continuum kümmert sich an dem Punkt im Vergleich zu anderen Serien nicht um die Frage nach Recht und Unrecht, sondern nur um die Frage nach dem Vertrauen. Wie kann Carlos Kiera vertrauen, wenn sie mit Theorien und Vorschlägen aus dem Nichts kommt. Dazu erweisen sich diese immer als richtig. Die erste Möglichkeit ist, dass sie mit den Tätern Kontakt hat, aber das scheint außer Frage. Die zweite, wie Kiera Carlos endlich beichtet - sie kommt aus der Zukunft.
Auch eine Unmöglichkeit. Nur wie definieren wir unmöglich? Als etwas, was noch nie passiert ist oder als etwas, was nie passieren kann? Im zweiten Fall müssen wir aber die Zukunft kennen, um uns so sicher sein zu können. Falls wir die Zukunft kennen, ist nahezu nichts mehr unmöglich. Zwar beschäftigt sich Carlos nicht so ausgiebig mit der Frage, aber Continuum stellt uns Zuschauer vor diese.
Die Episode bietet einen typischen Fall über die Veränderung der Vergangenheit, um die Zukunft besser zu machen. Kiera will um jeden Preis den Mörder und seinen Komplizen stoppen, um Leben zu retten. Aber wenn all die dreißig Kinderschänder am Leben bleiben, wer wird die möglichen Opfer retten?
Kieras Versuch die Vergangenheit zu ändern, endet fast mit ihrem Tod und angesichts des Ereignisses bricht die Wand aus Lügen zusammen und sie fängt an Carlos alles zu erzählen. Die Stunde der Wahrheit schlägt nur für die beiden Partner, aber nicht für den verliebten Alec (Erik Knudsen), der einwilligt Emily (Magda Apanowicz) zu einem Date in sein Labor einzuladen. Dort werden sie von Kellog (Stephen Lobo) unterbrochen, der Emily kurzerhand rausschmeißt. Alec ist zwar betroffen, aber wie wir sehen, hat Kellog nicht Unrecht Emily zu misstrauen. Als sie aus dem Labor geht, ruft sie jemanden an und berichtet: „I am in.“

Im Grunde hatte sich diese Wendung angekündigt, aber viel undurchsichtiger bleibt nach wie vor Mr. Escher, für dessen Rolle Continuum eine Top-Besetzung gefunden hat - Hugh Dillon. Mr. Escher ist der Kopf des Unternehmens Piron, das wie wir wissen in der Zukunft eine große Rolle spielen wird. Nicht nur hat Escher den Ex-Vorgesetzten von Kiera und Carlos, Dillon, einen Job angeboten, sondern er will auch Kiera selbst als Verbündete gegen einen gemeinsamen Gegner. Wer damit gemeint ist und wie Eschers Pläne aussehen, bleibt unklar. Es kommt wieder auf das Vertrauen an - kann Kiera ihm vertrauen? Mr. Escher scheint von Kellogs Plänen zu wissen und überbietet Kellogs Angebot an einen gewissen Todd Sanchez, dessen Forschung für die Zukunft bahnbrechend sein wird.
Mit der Beteiligung von so vielen Parteien wird die Zukunft hart umkämpft. Um das Spiel zu gewinnen, kommt es darauf an, seinen Partnern zu vertrauen und mit ihnen die Wahrheit zu teilen. Aber welche Konsequenzen kann Vertrauen haben?
Verfasser: Mariano Glas am Dienstag, 4. Juni 2013(Continuum 2x06)
Schauspieler in der Episode Continuum 2x06
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