Constantine 1x05

Constantine 1x05

In der Folge Danse Vaudou der US-Serie Constantine geht es nach New Orleans, wo unser kleines Team es mit mehreren Geistern zu tun bekommt, die ihre Opfer ins Jenseits befördern. Ein gewisser Jim Corrigan hat seinen ersten Auftritt.

Matt Ryan als John Constantine und Anjelica Celaya als Zed in „Constantine“ / (c) Tina Rowden/NBC
Matt Ryan als John Constantine und Anjelica Celaya als Zed in „Constantine“ / (c) Tina Rowden/NBC

Die Geister, die ich rief

Der Fall der Woche konzentriert sich darauf, das Thema der „aufsteigenden Dunkelheit“ wieder stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken. Die HĂ€ufigkeit, mit der der Begriff genannt wird, kommt schon beinahe einer GehirnwĂ€sche gleich. Aber fangen wir vorne an: Detective Jim Corrigan (Emmett J. Scanlan) wird in einer Seitengasse Zeuge eines Mordes und die MissetĂ€terin entpuppt sich als kugelsicher, bevor sie spurlos verschwindet. An anderer Stelle nimmt ein Autofahrer den Anhalter Philip (Colin Dennard) mit, bei dem es sich ebenfalls um einen Geist handelt, und lenkt sein Fahrzeug schließlich vor einen Baum.

Durch die blutbefleckte Karte und Zeds (Angélica Celaya) Visionen kommen John (Matt Ryan) und sein Team den beiden scheinbar unabhĂ€ngigen FĂ€llen auf die Spur. WĂ€hrend Chas (Charles Halford) und Zed sich daran machen, weitere Morde durch die Geister zu verhindern, fĂŒhren Johns Ermittlungen zu Papa Midnite (Michael James Shaw), der gerade unwissentlich den nĂ€chsten Geist aus dem Jenseits zurĂŒckholt.

Die Geschichte als solche geht dabei in Ordnung, entfaltet sich mit der Zeit und gibt unseren Figuren die Möglichkeit, mehr Fleisch auf die bislang mageren Knochen zu bekommen. Allerdings wird das Geschehen sehr sprunghaft erzĂ€hlt und weist auch mehrere logische Ungereimtheiten auf, sobald man ĂŒber das Gesehene nĂ€her nachdenkt. Anfangs zum Beispiel schließt John aus Zeds Vision im Fahrstuhl, dass es sich um einen zweiten Fall handeln muss, da sie die Dame mit dem Mundschutz nicht gesehen hat. Dabei ließ sich aber gar nicht erkennen, wer ĂŒberhaupt am Steuer des Fahrzeugs gesessen hat. SpĂ€ter bereitet es Kopfschmerzen, dass Jim Corrigan mal eben Zed fĂŒr ein paar Stunden (oder wie lange es auch dauern mag) mit Philip alleine lĂ€sst, um die Angehörigen der Geister einzusammeln und bei Papa Midnite und John abzuliefern. In einem Moment ist er bei Zed, dann steht er mit den Angehörigen bei John und dann wieder ist er bei Zed.

Derartige SprĂŒnge finden oft statt, womit sich das Geschehen mitunter sehr holprig anfĂŒhlt und eine natĂŒrliche, nachvollziehbare Entwicklung missen lĂ€sst. Es entsteht der Eindruck, die Autoren hĂ€tten eine Stichwortliste abgehandelt und springen auf Biegen und Brechen von einer Szene zur nĂ€chsten. Manche Punkte gehen dabei auch vollends verloren. So bleibt zum Beispiel die Hand des Autofahrers auf Philips Bein eine Andeutung, die spĂ€ter nicht weiter aufgegriffen wird.

ZusĂ€tzlich dazu ließe sich vielleicht noch beanstanden, dass die Auflösung verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig simpel erfolgt. Es steckt kein böser DĂ€mon hinter der RĂŒckkehr der Toten. Vielmehr entpuppt sich deren Wiederkehr als eine unglĂŒckliche Kombination von SchuldgefĂŒhlen der Angehörigen und Papa Midnites Voodoo-Magie. Sicher, es lĂ€sst sich auch positiv sehen, dass dieser Weg der Auflösung beschritten wurde. Allerdings beißt es sich doch etwas mit dem Thema der „aufsteigenden Dunkelheit“, das uns in der Folge so stark eingeblĂ€ut wurde.

Papa Midnite

Das zweite Treffen zwischen Papa Midnite und John Constantine weiß besser zu gefallen als das erste in The Devil's Vinyl, wobei auf die Ereignisse daraus auch eingegangen wird. Es passt auch viel besser zur Figur des Papa Midnite, ihn in New Orleans anzutreffen und nicht in irgendeiner Kleinstadt.

Das VerhĂ€ltnis zwischen John und Midnite ist eines mit Ecken und Kanten. Hier mĂŒssen sie ihren Disput vom letzten Abenteuer beiseite legen und bilden ein ungleiches Team, um die Bedrohung durch die Geister aus der Welt zu schaffen. Beide nutzen Magie, aber wĂ€hrend Papa Midnite echten Glauben an seine Götter mitbringt und vollends hinter seiner Religion steht, sieht das bei John anders aus. Er nutzt Magie lediglich als Mittel zum Zweck, als Werkzeug, um Probleme aus der Welt zu schaffen. Diese gegensĂ€tzliche Betrachtung liefert genug Reibungspunkte zwischen beiden Figuren, die bei den gemeinsamen Szenen auch den nötigen Biss liefern und das Zuschauen zum VergnĂŒgen machen.

Es war auch schön zu sehen, dass die beiden vieles ĂŒbereinander wissen, auch was die Vergangenheit des jeweils anderen angeht. Midnite weiß ĂŒber Newcastle und Johns Mutter Bescheid, wĂ€hrend John um Midnites Schwester Cedelia beziehungsweise deren SchĂ€del im Bilde ist.

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Charles Halford als Chas in %26bdquo;Constantine%26ldquo; © Tina Rowden/NBC

FĂŒr den ĂŒbergreifenden Handlungsbogen gibt es am Ende auch noch eine Prophezeiung. Jemand aus Johns Umfeld wird als Ursache fĂŒr die „aufsteigende Dunkelheit“ benannt und wird ihn in nicht allzu ferner Zukunft verraten. Damit lĂ€sst sich nun spekulieren, wer das sein könnte. Chas, der immer wieder von den Toten zurĂŒckkehrt? Zed mit ihren Visionen und einer Vergangenheit, die es noch nĂ€her zu beleuchten gilt? Oder gar Manny (Harold Perrineau, Jr.), der sich diese Folge nicht blicken lĂ€sst?

Jim Corrigan

Schon bei den Opening Credits ließ sich etwas von einem gewissen „Spectre“ lesen, der unter anderem von Jerry Siegel fĂŒr die Comics erschaffen wurde. Mit Detective Jim Corrigan lernen wir den spĂ€teren Spectre nun kennen, wobei die EinfĂŒhrung anhand einer Geistergeschichte auch treffend gewĂ€hlt wurde.

Gleich zu Beginn zeigt uns eine Vision von Zed, wie ein junger Jim (Rohan Myers) von seiner Mutter (Athena Bitzis) Schießunterricht bekommt, womit auch gleich eine Verbindung zwischen Zed und Jim geschaffen wird, die man im Folgenverlauf noch weiter ausbaut. Dabei bekommt der Zuschauer kleinere Happen aus der Vergangenheit der beiden serviert, aber noch nicht genug, um sich ein vollstĂ€ndiges Bild zu machen.

Klar ist, dass Jim hier erstmals mit dem ÜbernatĂŒrlichen konfrontiert wird. Bis er John und Zed glaubt, hĂ€tte ruhig etwas lĂ€nger dauern können, denn fĂŒr einen plötzlichen Wechsel seines bisherigen Weltbilds ging die Wandlung dann doch zu schnell. Mit dem Team-up zwischen ihm und Zed gelingt es aber, beide Figuren gut zu entwickeln.

ErwĂ€hnenswert ist natĂŒrlich auch die Vision gegen Ende, bei der Zed und wir einen Blick in Corrigans unangenehme Zukunft erhaschen können. Da freut man sich schon auf seinen nĂ€chsten Auftritt.

BezĂŒglich Zed gibt es zusĂ€tzliche Informationen ĂŒber ihre Flucht vor der Vergangenheit. John hatte in The Darkness Beneath also richtig vermutet, dass sie vor irgendwas weglĂ€uft. Es bleibt aber noch zu schwammig, um sich darauf einen echten Reim machen zu können. Komisch auch, dass Jim den Vermisstenbericht verschwinden lĂ€sst, der Zed mit New Orleans verbindet. Klar, er tut ihr damit einen Gefallen. Andererseits ist er immer noch ein Polizist und sollte nicht leichtfertig irgendwelche Akten in der Versenkung verschwinden lassen. Auf jeden Fall hat man aber gut daran getan, Zeds Vergangenheit ĂŒberhaupt mit in die Handlung aufzunehmen. Da wird in Zukunft wohl noch mehr kommen, was Zed als eine der Hauptfiguren auch bitter nötig hat.

Team Constantine

Was unser kleines Team angeht, gibt es diese Woche wieder einige Fortschritte zu verzeichnen. Neben den Andeutungen in Sachen Zeds Vergangenheit erfahren wir von John, dass er sie dafĂŒr benutzt, eine Verbindung mit Livs Karte aufzubauen. Er hat ohnehin schon angedeutet, dass er sie wieder gehen lassen wird, sobald das GeschĂ€ft mit der „aufsteigenden Dunkelheit“ erledigt ist. Aber das wird wohl noch dauern und bis dahin werden die VerhĂ€ltnisse sicher anders aussehen, wie sich schon nach der guten Teamarbeit in dieser Woche vermuten lĂ€sst.

John raucht in %26bdquo;Constantine%26ldquo; © Tina Rowden/NBC
John raucht in %26bdquo;Constantine%26ldquo; © Tina Rowden/NBC

Danse Vaudou versteht es dabei, den einzelnen Teammitgliedern verschiedene Aufgaben zu geben und entsprechend ihrer FĂ€higkeiten einzusetzen. Erstmals sehen wir, wie ein vermeintlich toter Chas ins Leben zurĂŒckkehrt und sich seine Wunden in Sekundenschnelle wieder schließen. Das bringt uns zwar nicht nĂ€her an sein Geheimnis, betont aber erneut, dass es dort noch etwas zu entdecken gibt.

Schade ist allerdings, dass Manny erneut durch Abwesenheit glĂ€nzt. Und zwar, obwohl das Thema eigentlich seine Anwesenheit erfordert. Immerhin war er es, der John im Piloten darauf aufmerksam gemacht hat. Das ist ohnehin eine Sache, die in der Serie ziemlich merkwĂŒrdig gehandhabt wird. Jede Folge scheint eine Figur zu pausieren. Mal Chas, dann wieder Manny. Mal mit einer ErklĂ€rung, mal ohne. FĂŒr ein besseres Bild von beiden Figuren bedarf es da deutlich mehr Screentime.

Fazit:

Insgesamt war die Episode o.k. und wusste vor allem durch ihre Figuren zu ĂŒberzeugen. Die Kombinationen von John und Papa Midnite oder Jim und Zed waren ziemlich gelungen, wĂ€hrend der Fall einer besseren Ausarbeitung seitens der Macher bedurft hĂ€tte. Vor allem das sprunghafte Vorgehen bei der ErzĂ€hlung liefert Anlass zur Kritik. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.

Trailer zu „Constantine“ (1x06):
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 22. November 2014

Constantine 1x05 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 5
(Constantine 1x05)
Titel der Episode im Original
Danse Vaudou
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 21. November 2014 (NBC)
Autor
Christine Boylan
Regisseur
John Badham

Schauspieler in der Episode Constantine 1x05

Darsteller
Rolle
Charles Halford

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