Constantine 1x04

Constantine 1x04

In der Episode A Feast of Friends der US-Serie Constantine taucht jemand aus Johns Vergangenheit auf und hat einen Ă€ußerst hungrigen DĂ€mon im GepĂ€ck, der sich nicht so leicht bezwingen lĂ€sst.

Jonjo O'Neill als Gary Lester, Matt Ryan als John Constantine und Anjelica Celaya als Zed in „Constantine“ / (c) Tina Rowden/NBC
Jonjo O'Neill als Gary Lester, Matt Ryan als John Constantine und Anjelica Celaya als Zed in „Constantine“ / (c) Tina Rowden/NBC

Mnemoth

In A Feast of Friends bekommt es John Constantine (Matt Ryan) erstmals mit einem Gegner zu tun, der sich nicht so einfach besiegen lĂ€sst. In den ersten Folgen drehten sich die Abenteuer hauptsĂ€chlich um die Suche nach dem Bösen, um dieses anschließend relativ simpel aus dem Weg zu rĂ€umen - oft kurz nach dem Auffinden der Quelle des Übels in den letzten Minuten.

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Der Fall der Woche kommt nun in Form eines „Hunger-DĂ€mons“ daher, der bei der Ankunft von Gary Lester (Jonjo O'Neill) freigelassen wird. Der DĂ€mon befĂ€llt dabei immer nur eine Person, indem er als Schwarm fliegender KĂ€fer (Khapra Beetle) durch den Mund seiner Opfer in deren Körper eindringt. Als Folge davon bekommt die befallene Person großen Appetit - so groß, dass auch schon mal die Pommes direkt mit der bloßen Hand aus der Friteuse gefischt werden oder das Gesicht eines Wachmanns angeknabbert wird. Dem Hunger sind keine Grenzen gesetzt. Die Befallenen machen sich hauptsĂ€chlich ĂŒber Lebensmittel her und halten unterschiedlich lange durch, bevor sie sterben und der DĂ€mon sich einen neuen Wirt sucht. Da hĂ€tte es gerne noch etwas Abwechslung geben können. Wie wĂ€re es zum Beispiel mit einer Flasche Abflussreiniger bei den Szenen im Supermarkt? HĂ€tte doch gut zum ĂŒbermĂ€ĂŸigen Hunger gepasst und auch erklĂ€rt, weshalb die Leute den Fressorgien nicht lange gewachsen sind.

FĂŒr die Öffentlichkeit werden die dĂ€monischen Übergriffe als Virus dargestellt, was nur begrenzt Sinn ergibt. Die „Krankheitssymptome“ sind doch arg merkwĂŒrdig, und jeder Experte sollte sich wundern, weshalb sie immer nur bei einer Person auftreten - jedenfalls aus einem nicht ĂŒbernatĂŒrlichen Blickwinkel heraus. Aber nehmen wir mal an, man stempelt diese VorgĂ€nge tatsĂ€chlich als den Ausbruch einer noch unbekannten Krankheit ab. Sollten die Tatorte dann nicht besser gesichert und die Leute, die anwesend waren, in QuarantĂ€ne gesteckt werden? Außerdem könnte man erwarten, ein paar Mitarbeiter des CDC in SchutzanzĂŒgen anzutreffen, zumindest beim letzten Tatort, dem Kino. Aber als Gary und John dort eintreten, ist bis auf eine ĂŒberaus hungrige Person niemand anwesend.

Nichtsdestotrotz konnten sich Mnemoths Auswirkungen aber sehen lassen. Und der Vergleich mit einem viralen Ausbruch ist mit Blick auf die aktuelle Ebola-Epidemie eine nette Parallele, die zumindest am Anfang der Episode gut funktioniert, als der verschwitzte Gary aus dem Sudan eintrifft.

Gary und John

Was diese Woche wunderbar funktioniert hat, ist die Beziehung zwischen Gary und John. Die Ereignisse in Newcastle und um Astra (Bailey Tippen) werden wieder aufgegriffen. Durch Gary bekommen wir eine bessere Vorstellung davon, wer John Constantine wirklich ist und dass Leute, die mit ihm zu tun haben, tatsĂ€chlich nicht auf ein langes Leben hoffen können. Ritchie (Jeremy Davies) konnte nach Newcastle nicht mehr ohne Schlafmittel zu Bett gehen, John ließ sich einweisen, um zu vergessen. Aber Gary hat es am schlimmsten getroffen, trĂ€gt er doch seitdem einen anderen DĂ€monen mit sich rum - die Heroinsucht.

Garys Kampf ist ein verzweifelter. Seit seiner Flucht aus Newcastle ging es bergab mit ihm, bis er schließlich einen Versuch startet, um sich bei John zu rehabilitieren und damit zum Verursacher der Krise dieser Woche wird. Constantine glaubt aber nicht daran, dass Menschen sich Ă€ndern können, was er Zed (Angélica Celaya) anfangs unmissverstĂ€ndlich klar macht und auch der Grund dafĂŒr ist, dass er sich zunĂ€chst alleine daran macht, den hungrigen DĂ€mon zu beseitigen. Erst als Johns Gadgets wirkungslos bleiben und er mit Hilfe von Nommo (Charles Parnell) erfĂ€hrt, mit welchem DĂ€mon er es tatsĂ€chlich zu tun hat, Ă€ndert er seine Meinung ĂŒber Garys Mitwirken. Aber nicht so, wie man es erwarten wĂŒrde.

Geradezu eiskalt plant er, Gary in einen qualvollen Tod zu schicken, um Mnemoth beizukommen. Ist er wirklich bereit, so weit zu gehen? Das fragte sich bestimmt nicht nur Manny (Harold Perrineau Jr.) an dieser Stelle. Es hÀtte auch sicher andere Möglichkeiten gegeben, um Mnemoth loszuwerden. Ein todkranker Mensch hÀtte sich vielleicht finden lassen, der bereit gewesen wÀre, das Opfer zu bringen, was Gary am Schluss auf sich nimmt. Oder wie wÀre es mit Chas (Charles Halford), der bislang als unsterblich gehandelt wird? John setzt aber darauf, dass Gary die bittere Pille schluckt. Harter Tobak, aber Gary willigt tatsÀchlich ein, sich zum Wohl aller zu opfern, und verlangt keineswegs danach, Strohhalme zu ziehen.

Matt Ryan als John Constantine und Charles Parnell als Nommo in %26bdquo;Constantine%26ldquo; © Tina Rowden/NBC
Matt Ryan als John Constantine und Charles Parnell als Nommo in %26bdquo;Constantine%26ldquo; © Tina Rowden/NBC

Wie weit John dieses Opfer seines ehemaligen WeggefĂ€hrten mitnimmt, ist nicht so ganz klar. Aus seiner Sicht hat er grĂ¶ĂŸeres Unheil verhindert und Gary die Chance gegeben, sich doch noch als nĂŒtzlich zu erweisen. FĂŒr Constantine scheint somit das grĂ¶ĂŸere Ziel (in diesem Falle Mnemoths Untergang) wichtiger zu sein als die Leute, die ihn umgeben. Auch wenn er an einigen Stellen durchblicken lĂ€sst, dass er solche Entscheidungen nicht gerne trifft.

SpĂ€testens nach dieser Folge dĂŒrfte nun klar sein, dass unser Serienheld bereit ist, sehr dunkle Pfade zu beschreiten. Seine Beziehung zu Gary lĂ€sst da tief blicken und gibt dieser Episode auch die nötige Dramatik, um sie aus vergangenen Folgen hervorstechen zu lassen.

Sonstiges

Chas nimmt sich diese Woche eine weitere Auszeit. Schade, aber wenn er das Taxi wieder auf Vordermann gebracht hat, dĂŒrfte er nĂ€chste Woche wohl wieder dabei sein. Manny macht oft einen teilnahmslosen Eindruck. Sein Auftritt zu Beginn der Folge fĂŒhlte sich unnötig an und echte Tipps gibt es von ihm nicht. Vielmehr spricht er John hier und dort ins Gewissen, erst bei Zed, spĂ€ter bei Gary. Aber dafĂŒr, dass ihm was am Kampf gegen die „aufsteigende Dunkelheit“ liegt, zeigt er nur wenig Interesse am Geschehen.

Zed scheint ebenfalls die Aufgabe zu haben, sich ein bisschen um Johns Gewissen zu kĂŒmmern. Nach dieser Folge können wir auch besser nachvollziehen, weshalb John sie nur zögerlich mit ins Geschehen nimmt. Denn mit Blick auf Gary bekommen wir eine Idee davon, wie die Abenteuer mit ihm enden können. Im Umgang mit Gary kommt es sogar zu einem Streit zwischen Zed und John. Aber die Flammen des Zorns halten nicht lange vor. Kaum dass sie ihm VorwĂŒrfe wegen Garys Opfer gemacht hat, fragt sie schon danach, in welchem Raum der zum Tode verdammte untergebracht werden soll. Da mĂŒsste schon mehr kommen, um wirklich bedeutsame Szenen zwischen den beiden zu haben.

Ihre Visionen beim Kontakt mit Gary waren diese Woche auch bloß ein Gimmick und hatten keinen grĂ¶ĂŸeren Mehrwert. Ja, Gary hat sich öfter eine Spritze gesetzt - aber das wussten wir schon seit der Zollbeamte ihm den Ärmel hochgekrempelt hat.

Interessant ĂŒbrigens, dass ein rauchender Hauptdarsteller bei den Networks ein Problem ist, aber eine drogenabhĂ€ngige Gastfigur, die am Ende das ultimative Opfer bringt, geduldet wird.

Apropos Drogen, mit Nommo haben wir eine weitere Figur, die in kommenden Episoden wiederkehren kann. Der Trip, den John und er unternehmen, um die IdentitÀt Mnemoths zu erfahren, konnte sich sehen lassen - vor allem die Augenaustausch-Szene bleibt da in Erinnerung. Und ein Drogentrip, der ewig hÀlt? Nette Idee, die auch zum bösen Humor der Folge beitrÀgt, wenn John den Dealern spÀter etwas von der Substanz anbietet.

Zuletzt sei noch angemerkt, dass die Geschichte diese Woche in der ersten Ausgabe der Hellblazer Comics (Hellblazer #1) zu finden ist. NatĂŒrlich wurden einige Änderungen vorgenommen, um sie an die Serie anzupassen. Aber insgesamt konnte sich A Feast of Friends doch sehen lassen.

Fazit:

Bislang die beste Episode der Serie. Es bleibt zwar immer noch Luft nach oben, aber mit Gary hat man es geschafft, den Fall der Woche auf eine fĂŒr John persönliche Basis zu bringen und die Richtung damit auf eine bessere Bahn gebracht. Von mir gibt es diese Woche vier von fĂŒnf Sternen.

Constantine: Promo zur Episode 1x05:
Verfasser: Christian SchÀfer am Sonntag, 16. November 2014
Episode
Staffel 1, Episode 4
(Constantine 1x04)
Titel der Episode im Original
A Feast of Friends
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 14. November 2014 (NBC)
Autor
Cameron Welsh
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Constantine 1x04

Darsteller
Rolle
Charles Halford

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