Beyond Paradise 4x02

© BBC/Red Planet Pictures
Wer in der neuen Episode von âBeyond Paradiseâ nach der ganz groĂen Ăberraschung sucht, ist hier vermutlich falsch. Wer allerdings solide britische Krimiunterhaltung mit Herz und einer Prise Humor schĂ€tzt, bekommt genau das geliefert. Kris Marshall ermittelt als DI Humphrey Goodman wieder in einem Fall, der auf den ersten Blick absurd wirkt, bei genauem Hinsehen aber eine clevere Geschichte erzĂ€hlt. Ein Einbrecher, der nach jeder Tat zurĂŒckkehrt und den Tatort sĂ€ubert? Das klingt nach einem Fall, den sich nur die Macher dieses Spin-offs von âDeath in Paradiseâ ausdenken können.
Der Fall mit dem Staubsauger
Das Ehepaar Harris, gespielt von Raquel Cassidy (âDownton Abbeyâ) und Tristan Sturrock (âPoldarkâ), wird wiederholt Opfer eines Einbrechers mit ungewöhnlichen Gewohnheiten. Statt Wertsachen zu stehlen, kommt der TĂ€ter immer wieder zurĂŒck und putzt den Tatort grĂŒndlich durch. DI Humphrey Goodman steht vor der Frage, ob hier jemand aus purer Rachsucht handelt oder ob mehr hinter der Sache steckt.
Die PrĂ€misse ist so charmant skurril, wie man es von der Serie gewohnt ist. Drehbuch-Autorin Chloe Moss lĂ€sst sich mit der Auflösung Zeit und setzt stattdessen auf kleine Hinweise, die erst im RĂŒckblick sinnvoll erscheinen.
Esthers Sonnenbrille und andere Sorgen
WÀhrend Humphrey seinen Einbrecher jagt, kÀmpft DS Esther Williams (Zahra Ahmadi) mit heftigen Spannungskopfschmerzen. Ihr markantestes Accessoire in dieser Folge ist eine Sonnenbrille, die sie selbst in InnenrÀumen nicht absetzt. Das wirkt auf den ersten Blick komisch, transportiert aber effektiv, wie sehr die Ermittlerin unter Druck steht.
Parallel dazu versucht PC Kelby (Dylan Llewellyn) einem Teenager zu helfen, der in einem Gartenschuppen festsitzt. Llewellyn spielt diese Szenen mit der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und der typischen Tollpatschigkeit, die seine Figur so sympathisch macht. Auch schön, dass wir Colin McFarlane als Roger Franklin zu sehen bekommen, spielte er doch im Mutterschiff einen WettbetrĂŒger, der von Humphrey und Selwyn erwischt wurde.
Wird Zoe in die Welt hinausziehen?
Ein leiser, aber wirkungsvoller Handlungsstrang dreht sich um Esthers Tochter Zoe Williams (Melina Sinadinou). Die junge Frau deutet an, dass sie die Enge von Shipton Abbott hinter sich lassen und in die weite Welt aufbrechen könnte. Schön, dass Martha ihr diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. FĂŒr Esther wĂ€re das ein empfindlicher Verlust. Ob sich daraus ein gröĂerer Bogen fĂŒr die restliche Staffel entwickelt, bleibt abzuwarten. Wahre Fans haben ĂŒbrigens den Wink mit dem Zaunpfahl auf Return to Paradise verstanden, als Zoe mit Kelby am Bahnhof zusammenkrachte. Kommt da bald ein Crossover? Die Serie legt hier jedenfalls einen Faden aus, der emotional mehr Gewicht hat als der eigentliche Kriminalfall.
Humphrey und Martha im Stillstand
Das Thema Pflegekind, das Humphrey und Martha Lloyd (Sally Bretton) eigentlich auf Eis gelegt haben, schwelt weiter unter der OberflĂ€che. Die beiden sprechen nicht direkt darĂŒber, aber man spĂŒrt die Anspannung zwischen ihnen. Bretton und Marshall spielen das mit einer SelbstverstĂ€ndlichkeit, die zeigt, wie eingespielt die beiden nach vier Staffeln sind.
âBeyond Paradiseâ war schon immer dann am stĂ€rksten, wenn die privaten Konflikte nicht laut ausgetragen werden, sondern in Blicken und halben SĂ€tzen stecken. Genau das gelingt in Folge zwei ausgezeichnet. Der geneigte Serienjunkies möge bitte bis zum Ende der Episode durchhalten. Durch die Abschlussszene könnte dieser Handlungsbogen fortgesetzt werden. Vielleicht ja auch erst in Staffel fĂŒnf.
Gaststar-Parade mit Substanz
Mit Raquel Cassidy, Tristan Sturrock und Colin McFarlane fĂ€hrt die Episode einen beachtlichen Guest Cast auf. BBC One setzt hier auf bekannte Gesichter aus âDownton Abbeyâ und âPoldarkâ, die dem Fall zusĂ€tzliche Klasse verleihen. Cassidy und Sturrock spielen das betroffene Ehepaar mit genug Eigenheiten, dass man als Zuschauer nie ganz sicher ist, wem man trauen kann. Regisseurin Fiona Walton hĂ€lt die Balance zwischen den zahlreichen Nebenhandlungen souverĂ€n und gibt jedem Subplot genug Raum, ohne dass die Episode ĂŒberladen wirkt.
Fazit
Die zweite Folge der vierten Staffel von âBeyond Paradiseâ liefert exakt das, was Fans der Serie erwarten: ein kurios konstruierter Fall, warmherzige Momente und genĂŒgend Stoff fĂŒr langfristige Handlungsbögen. Das ist keine Serie, die das Rad neu erfindet, doch schon der Start der der vierten Staffel zeigte, dass man sich auf die Serie verlassen kann. DafĂŒr ist sie nĂ€mlich verlĂ€sslich gut in dem, was sie tut. Wer britische Cozy-Crime-Serien mag und Humphrey Goodman ins Herz geschlossen hat, bekommt hier eine rundum gelungene Stunde Fernsehen. Ich gebe viereinhalb von fĂŒnf Selwyns.
So geht's in der 4. Staffel der Serie âBeyond Paradiseâ weiter
Ein Mitglied von Margos Morris-Tanzgruppe wird mitten in einer AuffĂŒhrung angegriffen. Margo ist genauso schockiert wie das Publikum. Alle Augen waren auf die TĂ€nzer gerichtet, doch wie konnte der Angriff unter aller Beobachtung geschehen?
Verfasser: Mariano Glas am Samstag, 11. April 2026Beyond Paradise 4x02 Trailer
(Beyond Paradise 4x02)
Schauspieler in der Episode Beyond Paradise 4x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?