Ash vs. Evil Dead 1x07

Am Ende von The Killer of Killers hatte Ash (Bruce Campbell) weitere Verstärkung bekommen. Neben Kelly (Dana DeLorenzo) und Pablo (Ray Santiago) gesellte sich auch die Polizistin Amanda (Jill Marie Jones) zum Team. Auf ihrem Weg zur Hütte aus den alten „Tanz der Teufel“-Filmen machen sie zunächst einen Abstecher bei dem Camp, das Ashs alter Bekannter Lem (Peter Feeney) in der letzten Folge erwähnte. Die Ereignisse nehmen allerdings einen unerwarteten Verlauf.
Southern Comfort
Ash und sein Team wollen sich für ihren Trip zur Hütte gut ausrüsten und den Dämonen nicht mit leeren Händen begegnen. Dafür scheint das Überlebens-Camp von Lem und seinen Kumpanen genau der richtige Ort zu sein. Tatsächlich finden sie dort auch eine Menge Waffen vor, allerdings auch einige übel zugerichtete Leichen und einen Haufen schlecht gelaunter Rednecks. Angeführt werden die White Trash-Helden von Crosby (Mark Mitchinson), der Ash und seine Freunde entwaffnen lässt und ein großer Freund von Verschwörungstheorien zu sein scheint.

Der Redneck-Anführer und seine kleine Armee glauben daran, dass die Regierung einen Virus verbreitet hat. Diesem soll unter anderem Lem zum Opfer gefallen sein, welcher sich angeblich sehr seltsam verhält. In der letzten Episode konnte man in einer kurzen Sequenz sehen, dass Lem von der unsichtbaren Entität heimgesucht wurde. Die Auswirkungen davon können sich Kenner der Serie und der Filme ja denken. Mit einem Virus der Regierung haben Lems Veränderungen jedenfalls nichts zu tun. Während Ash und Co. noch verhört werden, betritt Lem als Dämon die Szenerie und greift sich sein erstes Opfer.
Statt auf Ashs Ausführungen zu hören, bleiben Crosby und seine Männer misstrauisch. Ash und Amanda bekommen Handschellen angelegt und werden in einen düsteren Bunker eingesperrt. Als ob das nicht bereits schlimm genug wäre, streift dort Lem durch die dunklen Gänge und wartet schon auf seine nächsten Opfer. Kelly und Pablo können fliehen, aber sie wollen Ash und Amanda nicht im Stich lassen und planen eine Rettungsaktion.
Diese Ausgangslage bildet den hauptsächlichen Rahmen für die Episode Fire in the Hole und sorgt für zahlreiche gelungene Szenen, bei denen auch der Splattergehalt nicht zu kurz kommt. Darüber hinaus sorgen die Charakterkonstellationen für Abwechslung und die beiden Zweierteams Ash/Amanda und Kelly/Pablo entwickeln eine interessante Dynamik.
Wie schon die letzte profitiert auch die aktuelle Folge davon, dass es eine ganze Menge Nebenfiguren gibt und sich die Handlung nicht nur mit einer Handvoll Charakteren auf engen Raum abspielt. Kelly und Pablo versuchen im Wald zunächst ein Versteck zu finden, aber geraten schnell in Konflikt mit ihren Verfolgern aus dem Camp.
Als neben den beiden Ghost Beaters und den Rednecks dann noch ein Dämon als dritte Partei auftaucht, bleibt kein Auge trocken und man bekommt eine der bisher stärksten Szenen in „Ash vs. Evil Dead“ geboten. Am Ende des relativ langen Kampfes bleibt eine schwer bewaffnete Kelly, ein mit Blut überströmter Pablo und ein zerquetschter und durchsiebter Dämon übrig. Neu ausgerüstet machen sich die beiden zu Ash und Amanda auf.
The Bunker Games
Ash und Amanda bilden ebenfalls ein starkes Team und das in zweierlei Hinsicht. Einerseits sind beide sehr tough und lassen sich zu keinem Zeitpunkt einschüchtern und andererseits scheint es zwischen ihnen heftig zu knistern. Gerade letzteres wirkt sehr unverkrampft und natürlich, sodass man Bruce Campbell und Jill Marie Jones ein Lob aussprechen muss. Die beiden Charaktere sind sich in der Serie bislang nur selten begegnet, aber die Chemie zwischen ihnen kauft man sofort ab. Und man gönnt es Ash, dass er mit seiner speziellen Art gut bei Amanda ankommt.
Viel Zeit für ein Techtelmechtel bleibt jedoch nicht, denn der dämonische Lem ist den beiden im Bunker permanent auf den Fersen. Mit Kerosin und Streichhölzern versucht die agile Kreatur, ihre beiden Opfer in Flammen aufgehen zu lassen. Die Atmosphäre in dem schummrigen Gemäuer wird gut eingefangen und es kommt zeitweise durchaus eine gruselige Stimmung auf.
Bevor einem jedoch der Schauer über den Rücken laufen kann, folgt meistens schon der nächste lockere Spruch von Ash - und der Schrecken wird zu Lachnummer. Das war in vorangegangenen Episoden bereits so und die Mischung aus Humor und Horror funktioniert auch hier grundsätzlich gut. Dennoch wünscht man sich manchmal etwas mehr Gruselstimmung und etwas weniger Humor. Das wird vor allem dann deutlich, wenn eine Szene so viel Potential bietet wie die Verfolgungsjagd im Bunker.
Positiv sind bei der aktuellen Episode wieder die handgemachten Special Effects hervorzuheben, die für den richtigen Schuss Glaubwürdigkeit sorgen. Vor allem bei Lem hat die Maske ganze Arbeit geleistet. Bevor Lem jedoch ein flammendes Inferno anrichten kann, entledigen sich Ash und Amanda der Höllenkreatur auf spektakuläre Weise.

Wie so oft gibt es auch diesmal nur eine kurze Sequenz mit Ruby (Lucy Lawless) zu sehen. Es ist etwas schade, dass der Charakter über die gesamte Staffel so wenig Raum bekommt, aber dank der sparsamen Auftritte bleibt sie dafür immer noch mysteriös. Ruby steigt vor Brujos Haus aus der Asche und macht sich sofort wieder auf die Suche nach Ash. Dabei wirkt sie nicht nur entschlossen, sondern irgendwie auch erschreckend befremdlich und beinahe dämonisch. Das erste Treffen zwischen ihr und Ash kann man mittlerweile kaum noch abwarten.
Nach dem Showdown zeigt sich Ash gegenüber seinen Begleitern wieder emotional und scheint seinen Weg auf eigene Faust weiterzuführen. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Gruppe getrennt bleibt und wie die Reise zur Hütte fortgeführt wird. Ash ist zwar weiterhin ganz klar die Hauptfigur in Ash vs. Evil Dead, aber Kelly, Pablo und Amanda sind als Mitstreiter mittlerweile überzeugend genug, dass sie auch ohne den „Killer of Killers“ ganze Szenen innerhalb der kurzen Episoden tragen können.
Fazit
Das Redneck-Camp inklusive Bunker und Waldgebiet sorgt in Fire in the Hole für die nötige Abwechslung und nicht zuletzt dank des Zusammenspiels zwischen Ash und Amanda beziehungsweise Pablo und Kelly entstehen einige tolle Situationen. Die handgemachten Special Effects und der hohe Splatteranteil tragen ebenfalls dazu bei, dass Ash vs. Evil Dead das hohe Niveau weiterhin beibehält.
Verfasser: Robert Baron am Sonntag, 13. Dezember 2015(Ash vs. Evil Dead 1x07)
Schauspieler in der Episode Ash vs. Evil Dead 1x07
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