Ash vs. Evil Dead 1x08

Ash vs. Evil Dead 1x08

In Ashes to Ashes geht es zurück zu den Anfängen des Filmvorbilds Tanz der Teufel. Die achte Episode von Ash vs. Evil Dead zeigt Ashs Rückkehr zur unheimlichen Waldhütte, in der vor über 30 Jahren alles angefangen hat.

Bruce Campbell und Jill Marie Jones in „Ash vs. Evil Dead“ / (c) Starz!
Bruce Campbell und Jill Marie Jones in „Ash vs. Evil Dead“ / (c) Starz!

Nachdem Regisseur Michael Hurst mit den letzten beiden Episoden von Ash vs. Evil Dead für einen besonders hohen Splattergehalt sorgte, bewegt sich sein Nachfolger Tony Tilse etwas mehr in Richtung Grusel. Unheimliche Szenen sind bei Ashes to Ashes an der Tagesordnung, denn diesmal dient die Waldhütte aus „Tanz der Teufel“ als Schauplatz.

The cabin in the woods

Nach den Ereignissen der letzten Episode Fire in the Hole trennte sich Ash (Bruce Campbell) von Amanda (Jill Marie Jones), Kelly (Dana DeLorenzo) und Pablo (Ray Santiago) und machte sich auf eigene Faust zum wohl wichtigsten Ort seiner Vergangenheit auf. Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Episode an und wir begleiten Ash auf dem Weg zur Waldhütte, in der das dämonische Unheil vor langer Zeit in Gang gesetzt wurde.

Bereits der Weg zum Ziel ist alles andere als angenehm und wird von (scheinbaren) Vogelkadavern und einer beklemmenden Stimmung begleitet. Zwar hat die erste Szene einen kurzen Lachmoment zu bieten, als sich Ash eines besonders kleinen Widersachers entledigt, aber in den folgenden Minuten geht es für „Ash vs. Evil Dead“-Verhältnisse relativ ernst und dramatisch zur Sache. Humor bleibt zwar auch hier wichtiger Bestandteil, aber dieses Mal ist er weniger klamaukig und erinnert in seiner Bösartigkeit etwas mehr an die ersten „Tanz der Teufel“-Filme.

Positiv fällt sofort die Atmosphäre auf, wenn Ash bei der Hütte ankommt. Die unheimliche Stille und der herbstlich anmutende Wald wirken angenehm gruselig und man ist sofort gespannt, was sich an diesem geschichtsträchtigen Ort wohl abspielen wird. Alleine bleibt Ash jedoch nicht lange. Amanda findet ihn und möchte will tatkräftig Unterstützung leisten. Pablo und Kelly streifen währenddessen noch durch den Wald und suchen ebenfalls Ash und die Hütte.

Ashes to Ashes schafft es erstaunlich gut, das Gefühl der ersten beiden Filme wieder aufleben zu lassen. Die Horroratmosphäre des ersten „Tanz der Teufel“ bleibt zwar nach wie vor unerreicht, aber bei der zeitgemäßen Umsetzung des Szenarios hat man hier dennoch ganze Arbeit geleistet.

Die Hütte wirkt modrig wie eh und je, die knarrenden Bodendielen erzeugen ein mulmiges Gefühl und bestimmte Elemente wie die Falltür in den Keller werden ins richtige Licht gerückt. Ergänzt wird das Unwohlsein durch kurze Flashbacks in die Vergangenheit. Ash erinnert sich an vergangene Ereignisse in der Hütte und vor Amandas geistigem Auge taucht plötzlich wieder ihr Partner Carson (Mike Edward) aus dem Piloten El Jefe auf. Letzterer erlitt bekanntlich ein grausames Schicksal.

Die Waldhütte weckt bei Ash schaurige Erinnerungen © Starz!
Die Waldhütte weckt bei Ash schaurige Erinnerungen © Starz!

Um dem Unheil auf den Grund zu gehen und das Necronomicon ein für alle mal loszuwerden müssen Ash und Amanda in den Keller, der jedoch durch die Falltür versperrt ist. Im Schuppen außerhalb befindet sich zwar eine Brechstange, allerdings auch noch die Überreste von Ashs damaliger Freundin Linda. „Tanz der Teufel“-Fans wissen, dass Linda damals zum Dämon wurde und Ash mit ihr kurzen Prozess machen musste. Aufgrund der vergangenen Ereignisse und um Amanda einen üblen Anblick zu ersparen, macht sich Ash lieber alleine auf dem Weg zum Schuppen. Amanda wartet im Haus.

Hier bedient sich Ash vs. Evil Dead eines ganz typischen Horrorfilmklischees: Die Charaktere trennen sich, obwohl das Zusammenbleiben eigentlich das höchste Gebot sein sollte. Natürlich ist der Schuppen kein einladender Ort, aber sich deswegen zu trennen und Amanda alleine in der Hütte lassen? Nach den Ereignissen der letzten Episoden sollte Amanda eigentlich nichts mehr schockieren, aber sie bleibt lieber in der Hütte, und das stellt sich erwartungsgemäß als größeres Übel heraus.

Honey, I'm home

Der Schuppen wäre bereits als verlassener Ort gruselig, aber Linda (oder was von ihr übrig ist) scheint auch nach über 30 Jahren nicht zur Ruhe zu kommen und trachtet Ash nach dem Leben. Ihr Kopf befindet sich immer noch in einem Schraubstock eingequetscht, aber ihre Präsenz macht Ash dennoch zu schaffen.

Das Gefühl des Wahnsinns breitet sich langsam aus, als Linda Ash immer heftiger provoziert und die Tür nach draußen sich plötzlich nicht mehr öffnen lässt. Schließlich entwickeln die Werkzeuge im Schuppen ein Eigenleben und gehen zum Angriff über. Ash kann sich nur mit Mühe und Not verteidigen, seine sonst omnipräsente Lockerheit kommt hier an ihre Grenzen.

Die wichtigsten und aufreibendsten Szenen der aktuellen Episode finden allerdings im Haus mit Amanda statt. Um sie hat man als Zuschauer ohne hin mehr Angst, da sie mit dem Ort nicht vertraut und ganz auf sich alleine gestellt ist. Diese Situation wird von den Dämonen natürlich ausgenutzt. Amanda bekommt es mit einem Feind zu tun, den man in ähnlicher Form schon in den Filmen zu Gesicht bekam, in der Serie allerdings noch nicht.

Die Identität des Antagonisten soll an dieser Stelle nicht verraten werden, aber die Konfrontation zwischen Amanda und dem Dämon gehört zu den bislang stärksten Szenen in Ash vs. Evil Dead. An einigen Stellen wirkt das Geschehen hier zwar etwas vorhersehbar, für Überraschungen wurde aber gesorgt und es herrscht eine permanente Anspannung vor.

Amanda macht Bekanntschaft mit einem neuen Feind © Starz!
Amanda macht Bekanntschaft mit einem neuen Feind © Starz!

Pablo und Kelly bekommen in Ashes to Ashes relativ wenig zu tun, aber auf ihrem Weg zur Hütte treffen sie auf den Wanderer Brad (Ido Drent) und seine beiden weiblichen Begleiterinnen (Indiana Evans und Samara Weaving). Nachdem Pablo und Kelly von den dreien den Weg zur Hütte in Erfahrung bringen, trennen sich ihre Wege. Es wäre allerdings wenig überraschend, wenn Brad und seine Begleiterinnen in Zukunft nicht noch einmal auftauchen würden. Zumal eine der beiden jungen Frauen sich sehr interessiert an Pablo zeigte. Ruby (Lucy Lawless) taucht diesmal überhaupt nicht auf und wird in der nächsten Episode hoffentlich umso präsenter sein.

Schließlich kommt es zu einem Treffen zwischen Ash, Amanda, Pablo, Kelly und dem neuen Feind in der Waldhütte. Der Kampf mit dem Dämon gipfelt in einem besonders dramatischen Höhepunkt, bevor die Episode sehr abrupt endet. Cliffhanger gehören zum Serienalltag dazu und können wohl dosiert für das richtige Quäntchen Spannung und Neugier sorgen. Hier hat man es allerdings etwas übertrieben und schmeißt den Zuschauer viel zu unvermittelt aus der Episode.

Fazit

Auch wenn der plötzliche Cliffhanger am Schluss durchaus etwas sauer aufstoßen kann, zählt Ashes to Ashes zu den bisher stärksten Episoden von Ash vs. Evil Dead. Der Frucht erregende Schauplatz aus „Tanz der Teufel“ wurde überzeugend wiederbelebt und der neue Antagonist zählt staffelübergreifend zu den bisherigen Höhepunkten. Das Herunterfahren des manchmal albernen Humors tut der aktuellen Episode gut und verleiht den dramatischen Ereignissen noch mehr Wirkung.

Verfasser: Robert Baron am Sonntag, 20. Dezember 2015
Episode
Staffel 1, Episode 8
(Ash vs. Evil Dead 1x08)
Deutscher Titel der Episode
Ash vs. Ash
Titel der Episode im Original
Ashes To Ashes
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Samstag, 19. Dezember 2015 (Starz)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 1. September 2016
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 1. September 2016
Autor
M.J. Bassett
Regisseur
Tony Tilse

Schauspieler in der Episode Ash vs. Evil Dead 1x08

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