Ash vs. Evil Dead 1x06

The Killer of Killers leitet die zweite HĂ€lfte der ersten Staffel von Ash vs. Evil Dead ein und rĂŒckt Elemente in den Vordergrund, die bei den letzten Episoden ein wenig untergegangen sind. Diesmal gibt es keinen Exorzismus und keine surreale Parallelwelt, sondern ein Splatterfest in bester „Tanz der Teufel“-Tradition.
Back to the roots
Die Episode The Host bildete letzte Woche gewissermaĂen einen Abschluss, nachdem Ash (Bruce Campbell) und seine Begleiter mehrere Folgen lang unter dem bizarren DĂ€mon Eligos zu leiden hatten. Der Konflikt mit der ĂŒbersinnlich begabten Kreatur hat dem BuchhĂ€ndler Lionel (Kelson Henderson) sowie Pablos Onkel Brujo (Hemky Madera) das Leben gekostet und wĂ€re auch Ash, Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) beinahe zum VerhĂ€ngnis geworden. Nachdem Eligos schlieĂlich von Ash und seiner Schrotflinte wieder zurĂŒck in die Hölle geschickt wurde, verlieĂen der DĂ€monenjĂ€ger und seine beiden Begleiter Brujos Farm.
Genau an diesem Punkt setzt die sechste Episode The Killer of Killers ein. ZunÀchst sehen wir, wie die Polizistin Amanda (Jill Marie Jones) und ihre Begleiterin Ruby (Lucy Lawless) auf Brujos nahezu zerstörter Farm ankommen. Die beiden Frauen sind Ash schon eine ganze Weile auf den Fersen. Diesmal verpassen sie Ash nur knapp und bekommen es mit der bereits bekannten und namenlosen EntitÀt zu tun, die man als Zuschauer aus der Ich-Perspektive begleitet.
Diese manifestiert sich hier als skelettartiger DĂ€mon, der aus den Flammen emporsteigt und Amanda angreift. Allerdings macht die Kreatur ihre Rechnung ohne Ruby, die sofort dazwischen geht und ihren Gegner souverĂ€n in Schach hĂ€lt. Ruby kann den DĂ€mon zwar zurĂŒckdrĂ€ngen, verschwindet im Zuge des Zweikampfes aber. Ihr Verbleib ist weder fĂŒr Amanda noch fĂŒr den Zuschauer ersichtlich. Der Kampf an sich ist nett gemacht. Das Skelett kann seine CGI-Herkunft aber nicht verbergen und wirkt daher leider nicht ganz so angsteinflöĂend, wie es sich die Macher vielleicht gewĂŒnscht haben.
Interessanterweise schien der DĂ€mon Ruby gut zu kennen und bezeichnete sie wĂ€hrend des Kampfes als BetrĂŒgerin. Wir wissen aus den vorherigen Episoden, dass Ruby die Schwester von Annie aus „Tanz der Teufel 2“ ist und Ash fĂŒr deren Tod verantwortlich macht. Ansonsten bleibt ihr Charakter jedoch immer noch mysteriös. Die Bemerkung des DĂ€mons lĂ€sst sie nun noch zwielichtiger erscheinen.
Das Mysterium bezĂŒglich Rubys Charakter wird allerdings nicht zuletzt auch dadurch aufrechterhalten, dass sie nur sehr selten und meist auch sehr kurz in Erscheinung tritt. Einerseits ist das etwas schade, aber gleichzeitig schĂŒrt es die Neugier. Man wartet ungeduldig auf ein erstes Treffen mit Ash. Dieser macht mit Kelly und Pablo einen Zwischenstopp in einem Restaurant, das als hauptsĂ€chlicher Ort des Geschehens in der aktuellen Episode dient.

Ash will das Ăbel an der Wurzel packen und zum ursprĂŒnglichen Ort des Geschehens fahren - der unheimlichen WaldhĂŒtte aus den alten „Tanz der Teufel“-Filmen. Ash hofft, in seiner eigenen Vergangenheit eine Lösung fĂŒr die gegenwĂ€rtige Katastrophe zu finden. ZunĂ€chst möchte er Pablo und Kelly zu deren eigenem Schutz zurĂŒcklassen, aber Ash Ă€ndert seine Meinung im Zuge der noch bevorstehenden Ereignisse.
Bevor der Retro-Trip in vertraute Gefilde losgehen kann, kommt es zu einem entscheidenden Treffen mit Amanda. Das gemĂŒtliche Restaurant wird zur BĂŒhne fĂŒr ein blutiges Spektakel, wie man es lange nicht mehr in „Ash vs. Evil Dead“ zu sehen bekam.
Royal Rumble
Schon als sich die Kamera verdĂ€chtig auf den rotierenden Deckenventilator im Restaurant richtet, wird einem mulmig. Man vermutet bereits, dass die Szenerie nicht nur als Ort der Nahrungsaufnahme fĂŒr Ash, Pablo und Kelly dienen wird.
Im Vergleich zu den letzten drei Episoden tauchen in The Killer of Killers relativ viele Nebenfiguren auf. Man lernt mit Lem (Peter Feeney) nicht nur einen alten Bekannten von Ash kennen, sondern bekommt es zudem mit einigen Mitarbeitern und Besuchern des Restaurants zu tun, die allesamt in das Geschehen hineingezogen werden.
Pablo und Kelly ziehen sich zunĂ€chst zurĂŒck und reden ĂŒber vergangene Geschehnisse. Da Pablo bekanntermaĂen eine groĂe SchwĂ€che fĂŒr Kelly hat, versucht er Kellys GefĂŒhle ihm gegenĂŒber zu ergrĂŒnden. Allerdings hat es den Anschein, dass er sich bei ihr lediglich in der âFriendzoneâ befindet. Man darf gespannt sein, wie sich ihre Beziehung noch entwickeln wird. Bevor es in diesem Moment zu einer endgĂŒltigen KlĂ€rung kommen kann, steht plötzlich die nĂ€chste Bedrohung in Form des Necronomicons auf dem Plan.
Irgendwie scheint das Buch der Toten auf Pablos Amulett zu reagieren, das er von seinem Onkel Brujo erhalten hat. Das Buch entwickelt fortan ein Eigenleben und geht zum Angriff ĂŒber. Der kurze und groteske Kampf gegen das Necromomicon ist sicherlich nicht die stĂ€rkste Szene in „The Killer of Killers“, bietet aber eine willkommene Abwechslung und zeigt, dass Pablo und Kelly sich auch ohne Ash zu helfen wissen.
Ash versucht wĂ€hrenddessen, die Zeche im Restaurant zu prellen und bietet der Kellnerin stattdessen seine körperlichen VorzĂŒge an. Der fĂŒr Ashs Figur typische Humor reizt in solchen Szenen mal wieder das unterhaltsame Spektrum zwischen âcoolâ und âpeinlichâ voll aus. Bevor aus dem frivolen Plan etwas werden kann, kommt es allerdings zu einem heftigen Aufeinandertreffen zwischen Ash und Amanda.
Amanda kann Ash nicht richtig einschĂ€tzen und macht ihn fĂŒr die unheimlichen Vorkommnisse verantwortlich. Aber schon bald ĂŒberzeugt sie sich von dem DĂ€monenvernichter in Aktion. SchlieĂlich taucht neben Amandas Vorgesetzten Boyle (Andrew Grainger) auch die namenlose EntitĂ€t auf, die bekanntlich Menschen in DĂ€monen verwandeln kann, und sorgt fĂŒr einen besonders splatterlastigen Showdown, bei dem nur Wenige mit dem Leben davonkommen.

Eine Person nach der anderen verwandelt sich in einen DĂ€mon und geht auf Ash und Amanda los. Um der Ăbermacht Herr zu werden, kommen Pablo und Kelly zu Hilfe und prĂ€sentieren sich als perfekt aufeinander eingespieltes Team. Besonders Kelly kann beeindrucken. Sie nimmt den Kampf gegen die dĂ€monische Ăbermacht sehr persönlich und lĂ€sst ihrer Wut freien Lauf.
Der Star aber ist immer noch Ash, der mit Schrotflinte und KettensĂ€ge umherwĂŒtet und den gesamten Bildschirm rot fĂ€rbt. Auch andere Werkzeuge kommen zum Einsatz und sollten bei Freunden der hĂ€rteren Gangart fĂŒr Freude sorgen. Pablo hat fĂŒr Ash eine neue kĂŒnstliche Hand gebaut. Wir sehen sie erstmals als effektives Mittel zur DĂ€monenvernichtung. Aber auch scharfkantige KĂŒchengerĂ€te werden fĂŒr einige fiese Szenen zweckentfremdet. Bevor die Reise weiter angetreten wird, scheinen sich die Wogen zwischen Ash und Amanda geglĂ€ttet zu haben: Ashs Team besteht nun aus vier Personen.
Fazit
Wer mit der grundsĂ€tzlichen Ausrichtung von Ash vs. Evil Dead bis dato nicht viel anfangen konnte, wird auch mit The Killer of Killers nicht warm werden. Die Mischung aus albernem Humor und hohem Splatteranteil wurde allerdings seit dem Piloten nicht mehr so gut in Szene gesetzt wie in der aktuellen Episode. Zwar wussten auch die letzten Folgen mit kreativen EinfĂ€llen und ĂŒberzeugenden Momenten zu gefallen. Aber vor allem die abschlieĂende Konfrontation lĂ€sst The Killer of Killers noch etwas stĂ€rker erscheinen.
Verfasser: Robert Baron am Sonntag, 6. Dezember 2015(Ash vs. Evil Dead 1x06)
Schauspieler in der Episode Ash vs. Evil Dead 1x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?