Ash vs. Evil Dead 1x05

Bevor Regisseur Michael Hurst die nĂ€chsten beiden Ash vs. Evil Dead-Episoden abliefert, prĂ€sentiert uns sein VorgĂ€nger David Frazee mit The Host eine DĂ€monenaustreibung in bester „Der Exorzist“-Manier. In der letzten Episode Brujo konnte man sehen, wie der DĂ€mon Eligos von Kelly (Dana DeLorenzo) Besitz ergriff und sich einen Kampf mit Ash (Bruce Campbell) lieferte. Pablo (Ray Santiago) und dessen Schamanen-Onkel Brujo (Hemky Madera) schĂŒtzten Kelly vor Ash und retteten damit unwissenderweise auch Eligos. Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Episode The Host an.
What an excellent day for an exorcism
Als Ash am Ende der VorgĂ€ngerepisode Brujo in der spirituellen Welt gegen Eligos kĂ€mpfte am Ende die Oberhand zu behalten schien, hatte sein rabiates Vorgehen in der realen Welt fatale Folgen fĂŒr Kelly. The Host beginnt damit, dass sich Ash geknebelt und gefesselt in Brujos Gewalt befindet, nachdem er von Pablo niedergeschlagen wurde. Kelly alias Eligos erklĂ€rt ĂŒberzeugend, dass sie einem unkontrollierten Gewaltausbruch von Ash zum Opfer gefallen sei und dieser demnach von einem DĂ€mon besessen sein muss.
Da Brujo und Pablo nichts von Kellys Zustand wissen und Ash sich mit seinem Knebel nur schwer erklĂ€ren kann, schenken sie dem DĂ€mon in vertrauter Menschengestalt Glauben. Brujo will an Ash einen waschechten Exorzismus ausĂŒben, wĂ€hrend die besessene Kelly in Ashs Wohnwagen ein perfides Spiel mit dem unwissenden Pablo treibt. Diese Ausgangslage fĂŒhrt zu einigen spannenden und unterhaltsamen Sequenzen, bevor die Episode in einen temporeichen Showdown mit dramatischem Ausgang mĂŒndet.
Leider gibt es diesmal nur sehr wenig von Ruby (Lucy Lawless) und Amanda (Jill Marie Jones) zu sehen, nachdem sie in der letzten Episode etwas prĂ€senter waren. In einer kurzen Szene sieht man lediglich, wie sie Ash auf den Fersen sind. Zu ihrem GlĂŒck befindet sich ein wichtiges Objekt von Ash in Rubys Besitz, mit dessen Hilfe sie den richtigen Weg finden. Man darf gespannt sein, wie sich das VerhĂ€ltnis zwischen Ruby und Amanda noch entwickelt. Obwohl Ruby Amanda das Leben gerettet hat und die beiden zusammenarbeiten, herrscht zwischen ihnen eine seltsame Stimmung. Man merkt sofort, dass Ruby Amanda nicht geheuer ist und sie ihr nicht ĂŒber den Weg traut.

Nach dem kurzen Abstecher wird man sofort wieder zur Haupthandlung gefĂŒhrt und bekommt eine der stĂ€rksten Szenen in The Host prĂ€sentiert, bei der vor allem Dana DeLorenzo als vom DĂ€mon kontrollierte Kelly ĂŒberzeugen kann. Kelly gibt sich gegenĂŒber Pablo besonders locker und lĂ€sst ihre weiblichen Reize spielen. Angesichts der dramatischen UmstĂ€nde sollte das Pablo eigentlich zu denken geben geben, aber Liebe macht bekanntlich blind.
Schon im Piloten bekam man mit, dass Pablo eine groĂe SchwĂ€che fĂŒr Kelly hat und diese wird von Eligos schamlos ausgenutzt. Selbst als Kelly auf die Idee kommt Gras zu rauchen und dabei Ashs Schrotflinte als Graspfeife zu benutzen, wird Pablo kaum misstrauisch und lĂ€sst sich stattdessen von ihr betören. Es macht unheimlich viel SpaĂ Dana DeLorenzo alias Kelly/Eligos dabei zu beobachten, wie sie mit ihrem naiven Opfer spielt und es in eine tödliche Falle locken will. Das Zusammenspiel mit Ray Santiago alias Pablo funktioniert hier bestens und auch wenn man sich denken kann, dass der teuflische Plan von Eligos höchstwahrscheinlich nicht aufgehen wird, kommt die gesamte Szene bis zu ihrem Höhepunkt spannend daher.
Shoot first, think never
Bevor Brujo seine DĂ€monenaustreibung an Ash durchfĂŒhren kann, ĂŒberschlagen sich die Ereignisse und die Karten werden neu gemischt. Ash macht verstĂ€ndlich, dass nicht er hier der Besessene ist und Pablo kennt mittlerweile Kellys IdentitĂ€t. Zusammen mit Brujo schaffen sie es, Kelly zu ĂŒberwĂ€ltigen. Der Exorzismus soll nun an der richtigen Person durchgefĂŒhrt werden und man kann sich denken, dass Eligos davon nur wenig begeistert ist.
Wie man es aus einschlĂ€gigen Geschichten ĂŒber Exorzismus kennt, manipuliert der DĂ€mon alle Anwesenden und lĂ€sst seinen Wirt Gift und Galle spucken. Vor allem als er Kelly veranlasst sich selbst Schmerzen zuzufĂŒgen, werden Ash, Brujo und Pablo zum schnellen Handeln gezwungen. Aufgrund des grundsĂ€tzlich eher lockeren Grundtons von „Ash vs. Evil Dead“ sollte man hier natĂŒrlich keine hochemotionale Dramatik erwarten, aber das Geschehen wurde ĂŒberzeugend auf den Bildschirm transportiert.
Nachdem Eligos schlieĂlich aus Kellys Körper herauskommt und wieder in seinem ursprĂŒnglichen Zustand zu sehen ist, gerĂ€t Ash in Hochform und liefert sich ein heftiges Duell mit der bösartigen Kreatur. Dieses ist zwar actionreich inszeniert und wird wie immer von witzigen SprĂŒchen begleitet, aber die KĂ€mpfe zwischen Ash und seinen Widersachern wurden in vergangenen Episoden schon besser und brachialer prĂ€sentiert. Hinzu kommt, dass Eligos Verhalten nicht immer nachvollziehbar ist und man sich manchmal fragt, warum er seine FĂ€higkeiten nicht gezielter einsetzt und sich stattdessen nur allzu leicht aus Kellys Körper locken lĂ€sst. Dennoch freut man sich, Ash endlich wieder in seinem Element als abgeklĂ€rten DĂ€monenvernichter zu sehen.

Erfreulich ist es hingegen, dass Ash diesmal mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gesegnet wurde und das steht ihm gut zu Gesicht. NatĂŒrlich ist er immer noch obercool und lĂ€sst kaum eine Gelegenheit aus, um den passenden oneliner zum Besten zu geben. Dennoch ist ihm am Ende von The Host noch stĂ€rker als zuvor bewusst, dass er fĂŒr viele schlimme Ereignisse indirekt verantwortlich ist. Dass er seine Erkenntnis unmittelbar mit Pablo und Kelly teilt, scheint die Dreiergruppe noch stĂ€rker zusammenzusschweiĂen als bisher.
Insbesondere in solchen Momenten macht sich dann wieder die kurze EpisodenlĂ€nge von knapp einer halben Stunde negativ bemerkbar. FĂŒr die Actionszenen und die kleinen Themeschwerpunkte innerhalb der Episoden mag die kurze Laufzeit ausreichen, aber gerade in einigen Dialogszenen wĂ€re etwas mehr AusfĂŒhrlichkeit nicht verkehrt und könnte fĂŒr eine noch stĂ€rkere Bindung an die Figuren sorgen. Im Gegensatz zu letzten Episode wird man diesmal wenigstens nicht mit einem ĂŒblen Cliffhanger zurĂŒckgelassen.
Fazit
Die fĂŒnfte Episode The Host stellt keine Steigerung zu vorherigen Episoden dar und wartet weder mit dem hohen Splattergehalt der ersten Folgen, noch mit dem surrealen Szenario der letzten Episode Brujo auf. Der Schwerpunkt auf Besessenheit und Exorzismus wurde aber gut umgesetzt und sorgt fĂŒr eine spannende halbe Stunde. Ash vs. Evil Dead lebt mittlerweile nicht nur von Bruce Campbells RĂŒckkehr als Ash. Dessen Sidekicks Kelly und Pablo konnten zunehmend als sympathische und ernstzunehmende Charaktere etabliert werden und sorgen in The Host fĂŒr die mitunter stĂ€rksten Momente.
Verfasser: Robert Baron am Sonntag, 29. November 2015(Ash vs. Evil Dead 1x05)
Schauspieler in der Episode Ash vs. Evil Dead 1x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?