Alphas 2x11

Was ist passiert?
Mit der Episode If Memory Serves wird in der Serie Alphas die die Jagd nach Stanton Parish (John Pyper-Ferguson) eröffnet - das Alpha-Team um Dr. Lee Rosen (David Strathairn) nimmt zusammen mit Nathan Clay (Mahershala Ali) und dessen Agenten eine Person nach der anderen hoch und Nina (Laura Mennell) sorgt dafĂŒr, dass die Informationen ĂŒber Parish nur so sprudeln. Eine von vielen Adressen fĂ€llt Rosen ins Auge und er schickt Cameron (Warren Christie) und Kat (Erin Way) los - nicht ohne Hintergedanken, denn der Pakt, den er mit Cameron in Life After Death geschlossen hat (Rache an Parish fĂŒr Danielles Tod), hat oberste PrioritĂ€t.
Die Senatorin aus den Vorfolgen (Lauren Holly) hat derweil Wind davon bekommen, dass sie âgepushtâ wurde und schaltet sich höchstpersönlich in die Ermittlungen ein. Der Versuch von Rosen, Nina heimlich nach Hause zu schicken, schlĂ€gt fehl und dank einer Phrase von Nina kann sie sich erinnern, dass Nina sie gepusht hat. Als sie Rosen zur Rede stellt, macht der ihr allerdings klar, dass er das kleinere Ăbel gewĂ€hlt hat und mit ihm auch nicht gut Kirschen essen ist, falls sie gegen ihn und sein Team vorgehen will.
Gary (Ryan Cartwright) erwĂ€hnt nebenbei, dass seine Mutter einen Autounfall hatte und macht sich zusammen mit Bill (Malik Yoba) auf den Weg zum Krankenhaus, wo er dank seiner FĂ€higkeit herausfindet, dass die gleiche chinesische Firma, die auch die Stroboskope hergestellt hat, eine groĂe Lieferung in die Staaten fĂŒr Parishs Zwecke getĂ€tigt hat.
Cameron und Kat finden bei der Adresse Mitchell (Sean Astin) vor, einen Alpha, der in Sachen Erinnerungen fĂŒr Parish als Datenbank fungiert und vom sogenannten „Caretaker“ (Gavin Fox) bewacht wird. Letzterer sorgt dafĂŒr, dass Cameron und Kat es nicht leicht haben, Mitchell zur Alpha-Zentrale zu bringen.
Als Bill, Rachel (Azita Ghanizada) und Lee den Container mit der Lieferung ausfindig machen, wurde der bereits leer gerĂ€umt. Mit Mitchell stellt sich allerdings ein kleiner Teilerfolg ein - zwar weiĂ der nichts ĂŒber Parishs PlĂ€ne, dafĂŒr aber um sein GefĂŒhlsleben und die Beziehung von Stanton und Danielle. Der Plan von Rosen ist nun, sich Stantons Menschlichkeit zu nutze zu machen, was erstmal im Niederbrennen von Stantons Farm endet.
Road Trip
Was fĂŒr Cameron und Kat erstmal recht einfach aussieht, entpuppt sich als ein Kampf gegen den âTerminatorâ. Als der Caretaker das Haus verlĂ€sst, können sie ohne weiteres Mitchell mitnehmen, aber der Caretaker sorgt dafĂŒr, dass sie zu FuĂ weiter mĂŒssen und steht Ă€hnlich wie der T-1000 im Film „Terminator 2“ auch nach gebrochenem Genick wieder auf. Apropos âTerminator 2â, schöne Anekdote mit der Milch und auch mit dem Ertrinken im See (die Autoren scheinen in Bezug auf Terminator echte Fans zu sein).
Die Kommunikation mit Mitchell erweist sich als schwierig, denn der lebt jede seiner gespeicherten Erinnerungen voll aus und macht in der Folge schon beinahe Gary Konkurrenz (toller Gastauftritt, Samwise Gamgee). Als er Cameron das Angebot macht, in den Erinnerungen zu Danielle rumzufuhrwerken, lehnt der jedenfalls ab (warum ĂŒberhaupt, er hatte Nina doch schon darum gebeten, ihn zu pushen, damit er sich nicht mehr an Danielle und deren Tod erinnert?) Bei Kat hat er allerdings mehr Erfolg, worauf diese die ominöse âFrau im blauen Kleidâ als Werbefigur identifizieren kann - doch nicht Kats Mutter oder war ihre Mutter in der Werbung tĂ€tig?
Kat wĂ€chst auf jeden Fall ĂŒber sich hinaus in dieser Folge und rettet Cameron das Leben. Zugleich hadert sie damit, dass sie den Caretaker umgebracht hat. Mit Kats Charakter hat man jedenfalls alles richtig gemacht und sie ist eine gute Erweiterung des Alpha-Teams. Hoffentlich bekommt sie ihr GedĂ€chtnis noch in den Griff.
Gary
Es ist wieder mal toll, Gary zuzusehen. Angefangen von der kleinen Bemerkung, dass seine Mutter einen Autounfall hatte und im Krankenhaus ist bis zu der Szene als Bill ihn fragt, ob alles o.k. ist („Yeah, of course I'm o.k., Bill. I didn't have a stroke.“).
Gary, beziehungsweise Ryan Cartwright, kann wieder mal auf ganzer Linie ĂŒberzeugen und ist sogar bereit, wieder bei Mama einzuziehen. GĂ€be es diesen Charakter nicht, wĂ€re der Rezensent wahrscheinlich nicht mehr in Sachen Reviews tĂ€tig (jedenfalls nicht nach den letzten beiden Folgen).
Der alte Mann
Dr. Lee Rosen hat schon letzte Woche mit Cameron klar gemacht, dass er Stanton Parish nicht im GefĂ€ngnis sehen will (sondern tot, sofern möglich) und zeigt diese Woche, dass es ihm ernst damit ist. Somit setzt er Cameron auf die „heiĂe Spur“ an und zeigt auch der Senatorin die ZĂ€hne („Yes, Senator, you are right, my Team is dangerous, but so am I.“). Ob diese Einstellung ein gutes Ende nehmen wird?
Mit dem Charakter des Dr. Rosen macht man hier vieles richtig. Er ist schon lange nicht mehr nur der âGuteâ, der nur das Beste fĂŒr jeden im Sinn hat. Seine eigenen Motive gewinnen die Oberhand und er wird in den kommenden Episoden (hoffentlich) vor eine Entscheidung gestellt werden. Entweder er gibt seiner Besessenheit um Stanton nach oder er lĂ€sst Gnade walten. Dabei ist Option eins in Bezug auf Stantons Unsterblichkeit quasi unmöglich (da werden höchstens Erinnerungen an Sloane in Alias wach) und Option zwei nicht wirklich befriedigend (selbst Magneto konnte in der âX-Menâ-Filmreihe aus seinem GefĂ€ngnis entkommen).
Stantons Motive
In dieser Folge wird Stantons âMenschlichkeitâ als SchlĂŒssel zu seinem Untergang herbei gezogen. Er wird von Dr. Rosen heruntergestuft, vom Wahnsinnigen zu jemandem, der doch GefĂŒhle fĂŒr gewisse Bezugspersonen empfinden kann. In Anbetracht der Tatsache, dass er Danielle mal eben getötet hat, wirkt das allerdings lĂ€cherlich. Er wusste, dass Danielle sterben wird und er wusste, dass die Wirkung der Bombe eingeschrĂ€nkt ist (und damit deren ZĂŒndung nicht sein eigentliches Ziel erreichen wĂŒrde). Jetzt wird die Schublade, in der Stanton nach den letzten Folgen gelandet ist, wieder geöffnet und gesagt, Moment mal, der hat doch etwas, was ihm lieb ist und ist nicht durch und durch der Bösewicht, der er zu sein scheint. Uff, wenn die Autoren da jetzt wieder dran drehen wollen, ist es eigentlich zu spĂ€t. Der Charakter wurde mit Danielles Ermordung abgestempelt und ist damit nicht mehr grau, sondern schwarz. Der muss irgendwie besiegt werden, koste es, was es wolle.
Fazit: Eine gute Folge, die das Alpha-Team voran bringt. Etwas störend wirkt hingegen die âMenschlichkeitâ, die Stanton auf einmal zu Tage legen soll - das beiĂt sich mit den letzten Folgen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 11. Oktober 2012(Alphas 2x11)
Schauspieler in der Episode Alphas 2x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?