Alphas 2x10

Was ist passiert?
Nicht viel. Während Dr. Lee Rosen (David Strathairn) und Cameron (Warren Christie) auf ihre Weise der kürzlich durch Stanton Parish (John Pyper-Ferguson) getöteten Danielle (Kathleen Munroe) hinterher trauern, besorgt sich Nathan Clay (Mahershala Ali) alle Informationen über Parish vom Alpha-Team beziehungsweise deren Computern - durch die fast erfolgreiche Attacke auf Manhattan wurde die „Kavallerie“ alarmiert.
Rachel (Azita Ghanizada) nimmt sich auf Ninas Rat den Tag frei und stürzt sich mit John Bennett (Steve Byers) ins Bett. Da bleiben nur noch Gary (Ryan Cartwright), Nina (Laura Mennell) und Bill (Malik Yoba) übrig, um sich um den Fall der Woche zu kümmern: Ein Baby, das Gary auf dem Rückweg vom Pizzabäcker aufgedrängt bekam.
Als die vermeintlichen Eltern des Kindes auftauchen, verweigert Gary die Herausgabe und schließt sich zusammen mit dem Baby im Büro ein. Er soll am Ende Recht behalten, denn die Eltern sind nicht die, für die sie sich ausgegeben haben. Das Baby stammt aus einem Forschungslabor, hat Alpha-Fähigkeiten und ist nicht das einzige seiner Art. Am Ende landet es bei der Familie Harken und das Labor wird (offscreen) dicht gemacht.
Cameron und Lee führen ein abschließendes Gespräch, in dem sie sich einig sind, dass Stanton Parish ein schlimmeres Schicksal als einen Gefängnisaufenthalt verdient hat.
Das Drama mit dem Drama
Als vor zwei Wochen die Folge Falling lief, zeigten uns die Autoren, dass sie auch charakterbasierte Folgen mit Tiefgang aus der Feder zaubern können, die trotzdem spannend, lustig und stellenweise actionreich daher kommen. In Life After Death wurden die Faktoren Spannung und Action auf ein neues Minimum reduziert und selbst die lustigen Momente, für die oft Gary verantwortlich ist, wollen nicht so recht zünden. Was bleibt, ist überwiegend der Aufarbeitungsprozess von Dr. Rosen, der mit Rückblicken in die Kindheit seiner Tochter und in die Nachbesprechung mit Nathan Clay geradezu überladen wird.
So funktioniert die Serie aber nicht und das wird besonders in der letzten Szene deutlich - innerhalb eines Tages einigen sich Lee und Cameron, dass es nur einen Schuldigen für Danielles Tod gibt und dieser zur Rechenschaft gezogen werden muss: Stanton Parish. Glaubwürdig ist was anderes. Trotzdem macht sich dabei Erleichterung breit, denn die Jagd nach dem größenwahnsinnigen Gegenspieler, der seine Schublade letzte Woche (wieder-) gefunden hat, wird erneut eröffnet. Halali.
Die schwere pubertäre Phase
Der Handlungsstrang um Rachel und John wirkt ungewollt komisch. John möchte sein T-Shirt aufgrund seiner Narben nicht ausziehen und Rachel konzentriert sich im entscheidenden Moment lieber auf die Musik als auf den Geschlechtsakt, den sie einfach über sich ergehen lässt. Auch hier findet sich bis Tagesende eine Lösung, die die beiden wieder etwas erwachsener wirken lässt - womit aber auch gleichzeitig die Chance vertan wurde, die Geschichte in eher kleinen Momenten in anderen Folgen einzustreuen. Was wurde zum Beispiel aus dem ersten Treffen mit ihren Eltern beim Abendessen? Gut, kann noch kommen (zumindest die Mutter hat John noch nicht gesehen), aber da die beiden nun ohnehin ihre Probleme überwunden haben, wird das höchstens ein unwesentlicher Nachmoment sein.
Der jüngste Alpha
Der Fall der Woche um das Baby weckte da schon eher Interesse, aber steht zu weit im Hintergrund, um von den restlichen Szenen abzulenken. Wieviele Forschungslabore in Zusammenhang mit den Alpha-Fähigkeiten hatten wir jetzt eigentlich schon? Offensichtlich nicht genug. Und bisher noch kein Labor, das genetische Experimente unternimmt und die Erfolge mit Babys testet. So kann das jüngste Mitglied der Alpha-Familie dafür sorgen, dass gerade Gary, der sonst nicht gerade über menschliche Kontakte erfreut ist, Vatergefühle bekommt und damit den Fall erst zur Auflösung bringt. Nach einer guten halben Stunde gibt es jedenfalls eine zweiminütige Actionsequenz, in der die scheinbaren Eltern, die sich als Alphas entpuppen, von Bill und Nina überwunden werden. Wer nun darauf wartete zu sehen, wie das Labor gestürmt wird und womöglich weitere Kämpfe mit Alphas stattfinden, wird enttäuscht: Da gibt es ein bis zwei kurze Sätze von Bill zu („We busted everyone. Of course, no one's talking.“) und fertig.
Fazit: Einige gute Ansätze in Sachen Drama, die sich aber wie ein Kaugummi in die Länge ziehen, um plötzlich aufgelöst zu werden. Da bleibt nur die Hoffnung auf Besserung in den restlichen drei Folgen. Mal schauen, was der Gastauftritt von Sean Astin uns nächste Woche beschert. 2 von 5 Sternen von mir.
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 5. Oktober 2012(Alphas 2x10)
Schauspieler in der Episode Alphas 2x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?