Alphas 2x09

Was ist passiert?
Um Danielle (Kathleen Munroe) aus Building 7 (Binghamton) rauszuhalten, schickt Dr. Lee Rosen (David Strathairn) seine Tochter mit ihrem EinverstĂ€ndnis als Undercover-Agentin zurĂŒck zu Stanton Parish (John Pyper-Ferguson) - und der Kontakt mit ihr bricht kurz darauf ab. Als Lee seinen Leuten die Geschichte erzĂ€hlt, ist vor allem Cameron (Warren Christie) stinksauer und verlĂ€sst wutentbrannt das Team.
Zwei Wochen spĂ€ter: Bei einem Ăberfall auf ein Lagerhaus werden Bill (Malik Yoba) und Nina (Laura Mennell) Zeugen, wie Cameron mit Parishs Handlanger Cornell (Elias Toufexis) und seinen SpieĂgesellen zusammen arbeitet. Die Bande stiehlt erfolgreich einen Haufen Granaten, die bei einer ZĂŒndung neben einer Explosion auch einen elektromagnetischen Impuls aussenden, der durch elektrische Leitungen verstĂ€rkt wirkt und auch fĂŒr Menschen tödlich ist.
Lee erklĂ€rt das Auffinden der Granaten zur obersten PrioritĂ€t fĂŒr sein Team. WĂ€hrend sich alle Fragen, ob Cameron wirklich die Seiten gewechselt hat oder nur Dany wiederfinden möchte, bekommt der Zuschauer die Geschichte aus Camerons Sicht dargestellt. Dieser muss sich nach dem geglĂŒckten Coup einem letzten schmerzhaften (Gedanken-)Test unterziehen, um schlieĂlich auf Stanton Parish zu treffen. Stanton gibt ihm zu verstehen, dass Dany auch ihm viel bedeutet, er aber herausfinden muss, auf welcher Seite sie wirklich steht (ihre Undercover-Aktion scheint Stanton aufgefallen zu sein, aber sicher ist er sich nicht).
Es gelingt Cameron, Dany zu finden und zu befreien - was von Anfang an sein Ziel und auch mit Rosen und Nina so abgesprochen war (was der Zuschauer in RĂŒckblenden, die ein wenig an Leverage erinnern, zu sehen bekommt und auch das Bestehen des Gedankentests erklĂ€rt). Die beiden kriegen auch gleich von ihm Bescheid. Dummerweise werden aber auch die Granaten fĂŒr Stantons „Manhattan Projekt“ vorbereitet - er will Millionen von BĂŒrgern damit umbringen.
Mit vereinten KrĂ€ften heiĂt es nun, Stantons Plan zu vereiteln. Nach einem harten Kampf und einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd landen die Granaten genau dort, wo ihre ZĂŒndung maximalen Schaden anrichten kann und es ist an Gary (Ryan Cartwright), den Strom abzuschalten und damit die Kraft der Explosion auf ein Minimum zu begrenzen. DafĂŒr benötigt er aber Zeit, die ihm Dany mit einem Anruf bei Stanton verschafft, der aber die Bombe letztlich zĂŒndet und zumindest Dany damit tötet.
Die âDu kommst aus dem GefĂ€ngnis freiâ-Karte
In der Episode Falling musste Lee eine Entscheidung fĂ€llen, was er mit seiner verrĂ€terischen Tochter anstellt - und entschied sich nach dem GesprĂ€ch mit Nina dafĂŒr, sie von Clays Leuten in Gewahrsam nehmen zu lassen - zwar im GefĂ€ngnis, aber in Sicherheit und fern von Parish. Diese Entscheidung wirft er hier am Anfang gleich wieder ĂŒber den Haufen und schickt sie „Undercover“ in die Höhle des Löwen zurĂŒck. Bravo, damit war die sofort einsetzende Krise und Camerons Reaktion darauf zu erwarten. Vielleicht hĂ€tte er besser sein Wissen fĂŒr sich behalten und Danielle gleich fĂŒr Stanton weiterarbeiten lassen (Gary hĂ€tte sich hervorragend als Ăberwacher ihres Handys angeboten)?
Aber gut, die Krise ist da und Cameron wird als Retter hinterher geschickt. Ein guter Schachzug, den Zuschauer dabei zunĂ€chst im Dunkeln tappen zu lassen (auch wenn es ein wenig vorhersehbar war, denn Bill hatte ihn beim Ăberfall schon geschnappt bevor er spurlos verschwand). So konnte man mit Spannung und Ăberraschung Camerons Gedankentest und Suche nach Dany verfolgen.
Das Ende der Folge - Danys Tod - ist insofern auch Lee anzulasten und weitere Konflikte mit Cameron sind vorprogrammiert. Zudem dĂŒrfte der Rest vom Team mit Ausnahme von Nina auch nicht gerade glĂŒcklich ĂŒber die ganze GeheimniskrĂ€merei sein. Wer wird bei solchen Aktionen schon gerne im Dunkeln gelassen?
Ein Wermutstropfen: Immerhin bleibt Dr. Rosen mit diesen Entscheidungen fehlbar und seine Besessenheit, Stanton zu fassen, dĂŒrfte an vorderster Front stehen.

Ein Teufel namens Stanton
Bisher hatte man stets den Eindruck, dass Stanton Parish ein gröĂeres Ziel fĂŒr die Alphas verfolgt und dabei - sofern nötig - bereitwillig normale Menschen opfert. Hier wird er nun leider wieder auf einen gröĂenwahnsinnigen Gegenspieler reduziert, dem alle anderen Leute egal sind. Nicht nur ist er bereit, Manhattan auszulöschen - die Bombe unterscheidet dabei nicht zwischen Normalos und Alphas - sondern er opfert auch die ihm vertraute Danielle fĂŒr seinen Terrorakt. Eine BegrĂŒndung dafĂŒr gibt er schon vorher - sie lĂ€sst ihn an seiner Sache zweifeln und Zweifel kann er sich nicht leisten. Aber wĂ€re es nicht besser gewesen, ihm diese Zweifel zu lassen und damit die ZwiespĂ€ltigkeit des Charakters aufrecht zu erhalten? Chance vertan, jetzt steckt er wieder in einer Schublade mit der Aufschrift „böse“.
Danielles Opfer
Dass Danielle anfangs einwilligt, in Stantons Lager als Spion zu fungieren, war aus ihrer Sicht sicher verstĂ€ndlich. Auch dass sie versucht, Stanton von seinem Vorhaben abzubringen, konnte ĂŒberzeugen. Aber weshalb musste sie am Ende zwischen den ganzen Granaten stehen und von dort telefonieren? Hatte sie ernsthaft erwartet, er wĂŒrde die Bombe nicht zĂŒnden, weil dabei auch sie sterben wĂŒrde? Zumal Danielle kurz vorher noch mit Camerons Hilfe von Stantons Schiff entkommen war und damit gezeigt hat, wie (il-)loyal sie ihm gegenĂŒber wirklich ist? Gut, den letzten Punkt konnte Stanton nur vermuten, nachdem er den Anruf erhalten hat. Aber die Diskussion um den Einsatz der Bombe wurde - wie Stanton treffend bemerkt - schon gefĂŒhrt. Und bei der Einstellung war es nicht verwunderlich, dass er bereit ist, die Dame zu opfern.
Wo war eigentlich...?
Kat (Erin Way) und John Bennett (Steve Byers) hatten diese Woche Pause. Der Zeitsprung von zwei Wochen dĂŒrfte aber (zumindest was Kat angeht) dafĂŒr sorgen, dass wir die beiden nĂ€chste Woche wiedersehen.
Rachel (Azita Ghanizada) waren diesmal nur ein paar Zeilen vergönnt, was angesichts der Haupthandlung aber zu verkraften ist. Immerhin waren Bill und Gary da aktiver („Gary, are you with me?“ - „No, no, I'm at the office. You are in New Jersey.“)
Fazit: Schade. Spannung und Action waren zwar da und auch gut in Szene gesetzt, aber der eingeschlagene Weg weiĂ nicht so richtig zu ĂŒberzeugen. Da wĂ€re mehr drin gewesen. 3,5 von 5 Sternen von mir.
Verfasser: Christian SchÀfer am Mittwoch, 26. September 2012(Alphas 2x09)
Schauspieler in der Episode Alphas 2x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?