Prison Break 5x08

© zenenfoto aus der Episode „Progeny“ der US-Serie „Prison Break“ / (c) FOX
Eine Folge vor dem Staffelfinale erscheint es in Progeny so, als ob den Machern nun endlich aufgegangen wäre, dass die nächste Folge einen Abschluss bieten sollre. Denn man sollte im Hinterkopf behalten, dass diese Staffel das Ende der Serie darstellen könnte. Diesen Eindruck bekommt man sehr in der neuesten Folge von Prison Break.
Hier werden die Handlungsstränge von fast allen Charakteren erneut aufgegriffen und weitergeführt. Im Falle von Lincoln (Dominic Purcell) und Michael (Wentworth Miller) erfährt man, was sie in der Vergangenheit so getrieben haben. Außerdem steht eine Figur mehr im Fokus, über die man bis jetzt nicht sehr viel wusste: Whip (Augustus Prew). Auch Mike (Christian Michael Cooper) und die beiden Agenten, A&W (Marina Benedict) und Van Gogh (Steve Mouzakis) sind mehr im Mittelpunkt als zuvor.
Whip, I am your father.
Mein persönlicher Schock- und „WtF“-Moment ist für mich die Szene zwischen T-Bag (Robert Knepper), der glücklicherweise wieder mit von der Partie ist, und Whip. Man hat bis dato keinerlei Verbindung zwischen den beiden vermutet und nun wird einem von jetzt auf gleich eine Verbindung zwischen den beiden präsentiert, die es echt in sich hat: T-Bag ist Whips Vater! Allein dieser Handlungsstrang bietet sehr viel Erzählstoff. Wie wird Whip auf diese Verkündung reagieren? Wie werden sich die beiden als Vater-Sohn-Gespann machen?

Dieser Plottwist wirft jedoch auch viele Fragen auf, die die Serie nicht besonders logisch dastehen lässt. Michael hat sich also für Whip entschieden, weil er ihn an T-Bag erinnert hat? Inwiefern hilft ihm diese Ähnlichkeit bei einem Gefängnisausbruch? Zudem ist immer noch nicht geklärt, warum Michael T-Bag seine neue Hand bezahlt hat - etwa aus Schuldgefühlen, weil er ihn die ganze Zeit im Gefängnis hatte verrotten lassen? Außerdem kommt bei mir die Frage auf, was Whip so unbedingt mit diesem Glas voller Blut anfangen wollte?
Like father, like son

Es stellt sich heraus, dass Mike nicht nur seinen Namen von seinem Vater geerbt hat, sondern auch seinen Drang zum Genie-Dasein. Dieser hat, genauso wie sein Vater, die Fähigkeit, in den banalsten Dingen Codes zu verstecken. Das dürfen wir zuerst in einem seiner „gewöhnlichen Kinderkunstwerke“ beobachten und werden schnell an Michaels Genie erinnert und sind sehr beeindruckt.
Die (richtige) Annahme, dass sein Sohn dasselbe Geniegen wie er selbst trägt, bringt ihn leider in eine verhängnisvolle Situation, die mit einem gravierenden Cliffhanger endet: Blut auf einer Glasscheibe an einer Tür. Michael hat angenommen, dass sein Sohn ihm eine codierte Nachricht in einem Kinderbild vermittelt hat und reist zu dem entsprechenden Standort. Dort angekommen, wird er von A&W überrascht, die er für Sara (Sarah Wayne Callies) hält. Wie er sich aus dieser misslichen Lage wieder hinausmanövriert, bleibt offen. Man kann sich jedoch ziemlich sicher sein, dass die beiden von unerwarteter Seite noch Rettung bekommen und einigermaßen heil hierauskommen werden.
Wenige Momente davor wird Lincoln von Luca (Leo Rano) angegriffen. In dieser Folge hat man erfahren, dass dieser der Sohn von Abruzzi (Peter Stormare) ist. Abgesehen von seinem überraschenden Angriff auf Lincoln wirkt Luca jedoch noch nicht mal halb so bedrohlich wie sein Erzeuger. Bevor Lincoln angegriffen wurde, kam es übrigens endlich zu dem lange erwarteten Kuss zwischen ihm und Sheba (Inbar Lavi).

There is no leaving 21 Void.
Eine weitere Konstellation, die vorher nur schemenhaft dargestellt wurde, wird nun - zumindest ansatzweise - unter die Lupe genommen: A&W und Van Gogh. Nachdem sich die beiden mit Poseidon (Mark Feuerstein) getroffen haben, wachsen Zweifel bei Van Gogh. Dieser möchte 21 Void, die Einheit von Poseidon, nach dieser Mission verlassen. A&W meint hierzu nur, dass es keinen Ausweg aus diesem Job gibt. Die beiden bleiben dabei, dass sie unterschiedlicher Meinung sind.
Es erscheint jedoch unglaubwürdig, dass Van Gogh so plötzlich einen Gesinnungswandel hat und dann auch noch so unvorsichtig ist, all seine Fähigkeiten beiseitezuwerfen und zu vergessen, dass sein Boss gerade zuhören oder zuschauen könnte. Bei genauer Betrachtung erscheint das hier nur wie ein weiterer Versuch, um in dem (ohnehin schon spannenden) Staffelfinale einen weiteren Handlungsstrang zu haben, in dem wir viele unerwartete Wendungen präsentiert bekommen.
Fazit
Es erscheint so, als ob in dieser Episode, Pregony der Fokus auf den Vater-Sohn-Beziehungen liegen würde. Diese kommen einem jedoch größtenteils an den Haaren herbeigezogen vor, nur um mehrere „WtF“-Momente und Cliffhanger zu erzeugen. Hierbei spielt insbesondere der Fakt eine Rolle, dass diese Beziehungen einfach so in den Raum gestellt werden, ohne viel zu erklären. Erneut hat Prison Break also mit den alten Problemen zu kämpfen. Sie ziehen Spannung logischen Handlungssträngen vor. Dies lässt sich irgendwann nicht mehr verleugnen und prägt an manchen Stellen das Bild des Dramas sehr stark.
Eine Episode vor dem Finale macht sich bemerkbar, dass die Macher versuchen, alle Handlungsstränge zu beenden und alle Figuren mit einzubinden. Das ist auch dringend nötig, um der fünften Staffel ein würdiges Ende in der nächsten Woche zu geben. Außerdem werden uns viele andere Informationen übermittelt, die in dem Staffelfinale, Behind the Eyes, unbedingt aufgelöst werden müssen, damit sich ein schlüssiges und logisches Gesamtbild ergibt.
Der Trailer für das Staffelfinale:
Verfasser: Maike Karr am Mittwoch, 24. Mai 2017Prison Break 5x08 Trailer
(Prison Break 5x08)
Schauspieler in der Episode Prison Break 5x08
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