Prison Break 5x09

© zenenfoto aus der Episode „Behind the Eyes“ der US-Serie „Prison Break“ / (c) FOX
In Behind the Eyes werden alle Haupthandlungsstränge beendet und den meisten Figuren wird ein Happy End gewährt. Das mag zwar an manchen Stellen hektisch erscheinen, war aber nötig, um noch das Ende für Prison Break zu erreichen, das die Serie verdient. Schließlich sollte dieses auch besser als das letzte Serienfinale sein, das uns mit einem großen Verlust zurückgelassen hatte.
There is no leaving 21 Void.
Die Misere, in der sich Michael (Wentworth Miller) und sein Sohn (Christian Michael Cooper) am Ende der letzten Folge Progeny befanden, wird, wie erwartet, relativ schnell und einfach gelöst. Van Gogh (Steve Mouzakis), der bereits zuvor seine Zweifel über 21 Void und seine Loyalität zu Poseidon (Mark Feuerstein) geäußert hatte, wird hier nun von seiner Partnerin A&W (Marina Benedict) erschossen.
In der Zwischenzeit können die beiden fliehen, wobei jedoch Mike in die Arme seines Stiefvaters gerät und Michael und Sara (Sarah Wayne Callies) hilflos zurückbleiben. Dort finden sie auch den bewusstlosen und verletzten Lincoln (Dominic Purcell) wieder, der von Luca (Leo Rano) angeschossen wurde. Van Goghs Leben nimmt aufgrund seiner Schussverletzung ein schmerzvolles Ende, jedoch kann dieser noch Sara die Adresse nennen, in der sich Mike befindet. Dieser bis zur letzten Episode trotz allem vollkommen loyale Attentäter macht nun also eine 180-Grad-Wendung und erleichtert Michael und Co den Kampf mit Poseidon. Das kommt natürlich sehr passend.
Whip und T-Bag

Nachdem wir in der letzten Episode erfahren haben, dass T-Bag (Robert Knepper) einen Sohn hat und dieser niemand Geringeres als Michaels Zellengenosse, David „Whip“ (Augustus Prew), ist, versuchen die Macher hier nun, noch schnell eine Vater-Sohn-Beziehung zu etablieren. Im Nachhinein betrachtet diente diese Etablierung lediglich dazu, Whips Tod tragischer zu gestalten - er kam, nebenbei gesagt, jedoch eher ziemlich unnötig herüber. Zudem wurde T-Bag so die Gelegenheit geboten, wieder in alte Muster zu verfallen und seiner Mordlust freien Lauf zu lassen. Somit hat er keine wirkliche Entwicklung durchgemacht, wie vorher noch angepriesen, und es wird ihm das Happy End verweigert, das gerade er mal so dringend nötig gehabt hätte.
Jacob und Michael
Poseidon und sein ehemaliger Mitarbeiter und nun Gegner, geben perfekte Gegenspieler füreinander ab. Sie sind beide strategisch denkende Menschen, die sehr intelligent sind und in unterschiedlichem Maße die Spieltheorie verfolgen, die uns in Kaniel Outis vorgestellt wurde. Beide versuchen, den anderen zu durchschauen und ihm eine Falle zu stellen, in die der andere hoffentlich tritt.
Hierbei verfolgt Jacob den Weg, Michaels Hände, auf denen jeweils ein Auge tätowiert ist, zu dekodieren. So erhofft er sich, Michaels geheime Botschaft zu entschlüsseln und ihm so zuvorzukommen. Jedoch spielt Michael das bessere Spiel und hat darauf gesetzt, dass Jacob diesen Weg wählen würde. Diese Tattoos hatten also nur die Bedeutung, Jacob auf eine falsche Fährte zu locken und enthalten kein größeres Geheimnis oder Information.

Erst im Lagerhaus zeigt sich, wer die größere Voraussicht besitzt, dabei das Spiel überblickt und somit auch beherrscht. Zuerst scheint es so, als ob Poseidon die Situation kontrolliert. Insbesondere, da er die Waffengewalt hat. Letzten Endes ist es jedoch Michael, der den Überblick behält. Jedoch lässt er sich das nicht anmerken, wodurch sich Jacob in Sicherheit wiegt. Dort kann er nicht nur sein eigenes Leben und das seiner Freunde (bis auf Whip) retten, sondern er schafft es auch, dass Sara und Co in der Zwischenzeit ihren Sohn befreien und zu guter Letzt hängt er Jacob den Mord an dem CIA-Chef an.
Dadurch hat er zwei Fliegen auf einen Streich gefangen. Er hat sich selber von allen Taten, die ihm nachgesagt wurden, befreit. Zudem hat er es geschafft, Jacob für immer auszuschalten, wodurch ihm und seiner Familie ein glückliches und friedvolles Leben bevorstehen sollte. Diese zwei Punkte stellten die Hauptziele der fünften Staffel dar, die nun hiermit erfüllt wurden.
Der Weg dahin war jedoch nicht ganz eben. Dabei wurden stets Fragen und Rätsel aufgeworfen, die nie mit voller Zufriedenheit beantwortet werden konnten. Es blieb zwar stets die Hoffnung, dass diese in den nächsten Folgen noch genügend ergänzt werden würden. Nun kann man diese Hoffnung nicht mehr haben und muss das Endprodukt so hinnehmen, wie es ist. Im Prinzip war das Revival und das Staffelfinale so, wie die Serie an sich war. Die großen Handlungsstränge wurden im Groben beantwortet, jedoch darf man dabei nicht allzu viel Detailliebe erwarten.
Lincoln und Co
Trotz der obigen Kritik muss ich der Serie und der Episode auch etwas klar Gutes zugestehen. Die Serie war und die Episode ist stets blendend darin, die Handlungen der Charaktere gekonnt miteinander zu verknüpfen. Dabei entstand meistens ein wundervolles Zusammenspiel sowie eine tolle Konstellation der Figuren, was eine der größten Stärken der Serie ausmacht. Genau das können wir nun hier beobachten. T-Bag, Whip, Lincoln, Sara und Michael arbeiten reibungslos zusammen an der Lösung des Konflikts.
Zudem wird zumindest den letzten drei ihr Happy End geliefert. Sara und Michael sind mit ihrem Sohn vereint und Lincoln ist glücklich mit Sheba (Inbar Lavi). Lediglich T-Bag muss erneut einen Verlust bewältigen. Dieser sucht Gerechtigkeit, indem er sich an Jacob rächt. Die beiden kommen - wahrscheinlich mit Michaels Hilfe - in dieselbe Zelle des Fox-River-Gefängnisses. Dort kann sich T-Bag nicht nur an Poseidon austoben, sondern liefert auch Michael indirekt Gerechtigkeit und Befriedigung, da er für diesen die Drecksarbeit erledigt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Plot zwischen Luca und Lincoln, der neben dem Konflikt zwischen Poseidon und Michael doch eher klein, unwichtig und unnötig erscheint. Sinn dieses Plots war es wohl, Lincoln einen eigenen Handlungsstrang zu geben und etwas von Michaels abzulenken. Das gelingt den Machern jedoch nur teilweise - zumeist wirkt es einfach zu erzwungen.
Fazit
Dieses Staffelfinale, Behind the Eyes, kann durchaus als Serienfinale betrachtet werden und gelten. Es liefert uns das Happy End, das wir uns schon nach der vierten Staffel gewünscht hatten. Zudem wird der Konflikt der beiden Gegenspieler aus dem Weg geräumt, wodurch wir noch ein letztes Mal zwei Genies beim Dekodieren von Rätseln und der Ausübung der Spieltheorie zuschauen dürfen. Dabei wird uns eine durchaus spannende Episode geliefert, bei der der „Bösewicht der Staffel“ mit seinen eigenen Waffen außer Gefecht gesetzt wird.
Jedoch war das Ende dieses Konflikts schon von Anfang an abzusehen. Die einzige Frage, die noch offen war, war die, wie Michael diesen lösen würde. Hierbei kommt dann wiederum das wunderbare Zusammenspiel der Figuren klar zum Tragen und überstrahlt kleinere Schwächen.
Es gibt also sowohl positive als auch negative Aspekte. Ich bin insgesamt dementsprechend hin- und hergerissen. Im Prinzip endete die Staffel nämlich so, wie die Serie schon immer war. Sie fasziniert uns zu einem gewissen Grad, jedoch darf man sie zugleich auch nicht zu sehr hinterfragen, da man ansonsten enttäuscht werden könnte. Andererseits bleibt die Frage, ob man etwas anderes erwarten konnte und/oder sogar wollte.
Findet Ihr, dass dieses Staffelfinale ein würdiges Serienfinale abgibt oder wollt Ihr noch eine weitere Staffel?
Verfasser: Maike Karr am Mittwoch, 31. Mai 2017Prison Break 5x09 Trailer
(Prison Break 5x09)
Schauspieler in der Episode Prison Break 5x09
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