Yellowstone 5x12

© Paramount Network
Was die Zukunft bringt
Die Cowboys der Yellowstone-Ranch plagen Zukunftsängste. Sowohl die Daheimgebliebenen um Lloyd (Stuntman Forrie J. Smith, „Midnight, Texas“) als auch unter anderem Walker (Ryan Bingham, „Crazy Heart“) und Teeter (Jennifer Landon, FBI: Most Wanted) auf der texanischen 6666 Ranch sorgen sich. Teeter und Mit-Cowboy Colby (Denim Richards, „County Line: All In“) gestehen sich mehr oder weniger aus Versehen telefonisch ihre Liebe. Rip (Cole Hauser, „Acts of Violence“) verkauft derweil große Bestände an Pferden, um die Ranch zu retten. Problem-Cowboy Jimmy (Jefferson White, Chicago PD) erfährt von Travis (Serienmacher Taylor Sheridan himself) die schlimmen Nachrichten von Zuhause.
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Dünne Luft
Jamie (Wes Bentley, American Horror Story) bringt sich durch seine mangelnde Kooperationsbereitschaft gegenüber Officer Dillard (Rory Cochrane, CSI: Miami) im Mordfall Atwood in die Bredouille. Als die Durchsuchung seines Hauses droht, lässt der Generalstaatsanwalt in Windeseile belastende Papiere verschwinden.
Auf eigene Faust
Nachdem Kacey (Luke Grimes, „Fifty Shades of Grey“) davon erfahren hat, sind er und seine Schwester Beth (Kelly Reilly, Black Box) sich einig. Wenn Jamie unter Druck über seine Machenschaften aussagt, drohen auch die zahlreichen anderen schmutzigen Geheimnisse der Sippe ans Licht zu kommen. Vor allem die des getöteten Patriarchen.
Ein Unglück kommt selten allein
Da kommt es auf der Ranch zu einem tragischen tödlichen Unfall. Als Rips und Beths Ziehsohn Carter (Finn Little, „Storm Boy“) einen besonders aggressiven Hengst versorgen will, wird er von diesem angegriffen. Auf seinen Hilferuf hin eilt Colby herbei und wird von dem Pferd getötet.
Auf eigene Faust
Kacey hat mittlerweile dank seiner alten Kontakte auf eigene Faust den Anführer der gedungenen Mörder seines Vaters ermittelt. Grant Horton (Matt Gerald, Daredevil) ist allerdings nicht nur der gewissenlose Anführer einer skrupellosen Killerorganisation. Sondern auch selbst Familienvater.
Böse Zeiten
Counting Coup setzt eher dezent die Weichen für die weiteren Geschehnisse in der Gesamtgeschichte. So dürfte auf Adoptivbruder Jamie im weiteren Serienverlauf noch so einiges zukommen. Schließlich hat er dank seiner mangelnden Bereitschaft zur Mithilfe nicht mehr allein die beiden leiblichen Kinder seines Ziehvaters gegen sich, sondern nunmehr auch die Polizei. Allerdings ist angesichts der Raffinesse des Generalstaatsanwaltes äußerst fraglich, ob restlos alle Leichen in seinem Keller (die es reichlich gibt) gefunden werden.
Er war ein Cowboy - Leiden war sein Job
Im eigentlichen Vordergrund der Handlung stehen diesmal jedoch die Cowboys rund um die Ranch. Zwischen der taffen Teeter (die Tochter des 1991 verstorbenen TV-Stars Michael Landon, Jennifer Landon) und dem eher ruhigen Colby (Denim Richards) hatte es ja bereits früher ordentlich gefunkt. Doch ist das gemeinsame Glück den beiden nicht vergönnt.
Der Tod verschiedener Seriencharaktere scheint ein Haupthandlungselement der fünften Staffel von Yellowstone zu sein, da der von Colby der dritte innerhalb nur dreier Folgen ist.
Besonders herzzerreißend dabei gestaltet sich, dass der ohnehin vom Leben gebeutelte junge Carter (gespielt von Finn Little) dadurch einen weiteren schweren Schicksalsschlag erleiden muss. Aber wie schon öfter in der vorherigen Serie zeigen die Hauptcharaktere in solchen Momenten ihre andere, sanftere Seite. In diesem Fall ist es das sonstige Biest Beth, dessen Begegnung mit Carter einer der rau-zärtlichsten Momente der letzten Zeit auf Yellowstone ist.
Auch Killer haben Kinder
Der Schluss der Folge zeigt gleich ein weiteres Mal die Ambivalenz der handelnden Figuren, diesmal am Beispiel von Kacey. Und vor allem in komplett entgegengesetzter Richtung. Der einstige Marine vermag die sprichwörtliche Rambo-Härte hervorzuholen, wenn es die Situation erfordert. Er macht den Kopf der von der getöteten Sarah Atwood angeheuerten Killerorganisation ausfindig. Der führt freilich ein Doppelleben und kommt gerade mit seiner kleinen Tochter von einem Fußballspiel.
Der ansonsten so treusorgende Ehemann und Vater Kacey switcht dabei in einer Art und Weise zum knüppelharten Rächer um, die uns Zuschauern eiskalte Schauer über den Rücken treibt. Doch erweist er sich trotz allem Vorgefallenen letztendlich als gnädig, zumindest für den Moment. Dafür gilt es, ein weiteres Mal der gekonnten Darstellung in der Produktion Respekt zu zollen - in diesem Fall der von Luke Grimes. Dieser setzt Kaceys dunkle Seite virtuos um.
Fazit
Hoffnung, Tragik und krachende Härte, wenn es um die Familie geht - so kennen und lieben die Fans ihr „Yellowstone“. Wenngleich der Weggang von Kevin Costner vielen noch immer schwer im Magen liegt und längst nicht von allen toleriert wird.
Dennoch macht man auch ohne ihn die Sache ausgezeichnet, wenngleich mit ihm selbstverständlich ein tragendes Element fehlt. Es ist an der Zeit, in der Serie über den Verlust der Hauptfigur hinauszuwachsen. Das Potenzial dafür ist ganz zweifellos vorhanden.
Für ein gelungenes ausgesprochenes Auf und Ab der unterschiedlichsten Gefühle gibt es von uns auch weiterhin vier von fünf Cowboyhüten, diesmal allerdings auf dem Kissen.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 2. Dezember 2024(Yellowstone 5x12)
Schauspieler in der Episode Yellowstone 5x12
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