What If...? 1x03

What If...? 1x03

In der dritten Episode der Serie What If...? steht folgende Frage im Raum: Was wäre, wenn die Welt ihre mächtigsten Helden verloren hätte? Darin präsentieren die Macher ein Whodunit im MCU-Stil inmitten von Phase 1.

Szenenfoto aus der Serie What If...? (c) Disney+
Szenenfoto aus der Serie What If...? (c) Disney+
© zenenfoto aus der Serie What If...? (c) Disney+

Die dritte Ausgabe der Marvel-Zeichentrickserie What If...? prĂ€sentiert den Zuschauern diesmal ein Whodunit. Im englischen Original heißt die Episode What If... The World Lost Its Mightiest Heroes? (deutscher Titel „Was wĂ€re, wenn die Welt ihre mĂ€chtigsten Helden verloren hĂ€tte?“) und spielt sich in der ersten Phase des Marvel Cinematic Universe ab. Genauer gesagt in der einen Woche, in der „Iron Man 2“ stattfand, aber auch Hulk (Mark Ruffalo, damals Edward Norton) in „The Incredible Hulk“ seine WutmonsterkrĂ€fte erhĂ€lt sowie Thors (Chris Hemsworth) Hammer Mjölnir auf die Erde kommt und den kurzzeitig unwĂŒrdigen Donnergott anzieht.

Who killed Tony Stark?

Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Natasha Romanoff (diesmal Lake Bell) treffen sich im Diner mit Tony Stark (diesmal Mick Wingert), wie schon damals in „Iron Man 2“, welcher gerne mal als Stiefkind der „Iron Man“-Teile bezeichnet wird. Bei den Ersatzsprechern der Folge fĂ€llt diesmal direkt auf, dass es nicht die echten sind, wenngleich es doch zumindest im englischen Original gute AnnĂ€herungen sind. Zur Erinnerung: Tony drohte, an seinem Arc-Reaktor zu vergiften, was man an seinen Venen sieht. Durch S.H.I.E.L.D. sollte er eine Heilung erhalten, doch diesmal sieht es so aus, als tötet ihn Nats Injektion. Sie besteht jedoch darauf, dass sie nichts davon wusste, dennoch verlangen die S.H.I.E.L.D.-Protokolle eine Untersuchung, wĂ€hrend Fury seine eigenen Nachforschungen anstellt und ebenfalls einen Mörder in den eigenen Reihen vermutet.

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Das Konzept der Folge ist durchaus vielversprechend, denn Tony ist nicht der Einzige der GrĂŒndungsmitglieder, der im Verlauf der Episode verstirbt. So etwas wĂŒrde man sich im Kino natĂŒrlich nicht wagen. Allerdings zeigt das Konzept diesmal in meinen Augen auch noch mehr, dass man hier etwas durch die Handlung hetzen muss, wenn man nur 30 Minuten hat... Andererseits verstehe ich das aber vollkommen, weil es in der Natur der Sache liegt.

Natasha darf jedenfalls auf eigene Faust ermitteln und kann sich natĂŒrlich schnell der S.H.I.E.L.D.-Agenten entledigen, die sie einsperren sollen. Nats blitzschnelle Punches und Kicks finde ich, wie spĂ€tere Fury-Moves (die allerdings eine ErklĂ€rung haben) ein wenig zu ĂŒbertrieben, aber sie sind wohl auch eine Freiheit des Cartoonformats.

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Hawkeye vs Thor

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Der zweite mĂ€chtige Avenger, der im Visier eines Mörders steht, ist Thor. Sein mĂ€chtiger Hammer ist auf der Erde gelandet und S.H.I.E.L.D. beobachtet via Fury und Agent Coulson (Clark Gregg) die Lage. Wie gehabt, kann niemand den Hammer anheben, der dessen nicht wĂŒrdig ist. Bald taucht eine muskulöse Gestalt mit wunderschöner Haarpracht auf, die sich durch die Reihe der Agenten kĂ€mpft. Hawkeye (Jeremy Renner) soll die Lage sondieren und spannt schon mal den Bogen, aber Fury möchte eigentlich sehen, was passiert. Ein Pfeil trifft den unwĂŒrdigen Donnergott in menschlicher Gestalt und tötet ihn. Auch Barton versichert, dass er es nicht war, weil er sich sicher ist, dass er nie abrutscht oder verfehlt. Wenig spĂ€ter landet Barton in der Zelle und stirbt ebenfalls unter mysteriösen UmstĂ€nden. Die Macher sind also wirklich nicht gerade zimperlich, was den Bodycount der Folge angeht.

Es ist schon ironisch, dass man erneut Coulson herausholt, wĂ€hrend man Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. offenbar aus dem Kanon entfernt hat, wie es auch wohl schon im Falle von Marvel's Agent Carter getan wurde, bis wir etwas Gegenteiliges hören. Mittlerweile ließe sich das ja leicht per Multiversum erklĂ€ren. Allerdings war er zu diesem Zeitpunkt so oder so noch am Leben und stirbt offiziell ja erst in „Avengers“.

Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Figuren aus „The Incredible Hulk“, der zwar offiziell zum MCU dazugehört, aber wegen Rechteproblemen mit Universal weiterhin nicht bei Disney+ zum Streamen bereitsteht. Nat sucht nĂ€mlich Betty Ross (diesmal Stephanie Panisello) auf, die sich die tödliche Spritze mal genauer anschaut und der es zuvor schon gelungen war, unter dem Radar von S.H.I.E.L.D. zu fliegen. Dabei fĂ€llt ihr auf, dass wohl Nano-Technologie im Spiel war, was den Kreis der VerdĂ€chtigen radikal schrumpfen (pun intended) lĂ€sst. Man muss sagen, dass Panisello von allen Stimmen wohl die undankbarste Rolle hat, denn ihre Rolle und ihre Performance wirken etwas merkwĂŒrdig auf mich. Das heisere FlĂŒsterspiel von Liv Tyler hĂ€tte man meiner Meinung nach nicht so nachahmen mĂŒssen. Wenig spĂ€ter erfĂ€hrt Natasha von Bartons Tod und reagiert schockiert.

Nebenbei findet sie außerdem heraus, dass Bruce Banner sich wohl in der NĂ€he aufhalten muss. Aus Edward Norton wird hier sowohl stimmlich und vom Look her eher Ruffalo, was aber sicherlich kaum jemanden stören dĂŒrfte, weil der nun mal inzwischen fest etabliert in der Rolle ist.

Bei Coulson taucht derweil Lokis (Tom Hiddleston) Armee aus Asgard auf, so dass er Fury und einige Agenten zur Hilfe ruft, falls es zum Angriff kommt. Hier geht es beispielsweise blitzschnell, bis S.H.I.E.L.D. erscheint, aber man hat hier eben auch keine Zeit fĂŒr verschwendete Szenen. Loki und Asgard wollen Rache fĂŒr den gefallenen Bruder/Donnergott/Kronprinzen.

Bei Natasha und Bruce tauchen derweil General Ross (diesmal Mike McGill) und seine Soldaten auf. Und auch hier - keine Überraschung - schießt irgendwer auf Bruce, was seine Verwandlung zum Hulk zur Folge hat. Banner glaubt zwar, dass er nicht sterben kann (siehe „Marvel's The Avengers“), aber manchmal scheint auch das Unmöglich möglich zu werden. Hulk wĂ€chst nĂ€mlich zum grĂŒnen Blob an und platzt...

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Allianz zwischen S.H.I.E.L.D. und Asgard

Fury möchte es gegen die Streitmacht Asgards nicht zur Eskalation kommen lassen, also bietet er Loki eine Zusammenarbeit an. Er möchte den Bruderkiller finden und will auf seine Forderungen eingehen. DafĂŒr erhĂ€lt er einen weiteren Tag Zeit, um den Mörder zu finden.

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Mit Coulsons Fanboy-Passwort findet Nat derweil etwas zu einer Frau, die vor zwei Jahren gestorben ist. SpĂ€testens, wenn man den Namen Hope hört, wird der Kreis der VerdĂ€chtigen noch weiter eingeschrĂ€nkt. Der Angreifer kann jedenfalls auch Natasha aus dem Verkehr ziehen, obwohl sie mĂ€chtig Gegenwehr ĂŒbt und immerhin noch Fury den entscheidenden Hinweis liefern kann. Fury ist nun also auf den ersten Blick der „Last Avenger Standing“, wobei wir ein kleines „Easter Egg“ erhalten, als er den Pager herausholt, mit dem er „Captain Marvel“ (diesmal Alexandra Daniels) kontaktieren kann.

Fury besucht das Grab von Hope Van Dyne, die die Frau ist, von der Nat zuvor gesprochen hat. Dort lĂ€sst sich auch Hank Pym als Yellowjacket (Michael Dougles) blicken. Pym hat in den Comics so viele Alternativnamen wie Kang. Denn neben Ant-Man, Giant Man und Yellowjacket war er kurzzeitig auch als Wasp, Goliath oder eine Version von Ultron unterwegs. Darum passt es auch, dass er in seiner Mördergestalt auf die Yellowjacket-Variante zurĂŒckgreift. Aus Rache an S.H.I.E.L.D. hat er die Avengers ins Ziel genommen oder solche Leute wie Thor, die noch zu RĂ€chern hĂ€tten werden können. Hope ist als Agentin bei einem Einsatz in Odessa zu Tode gekommen und genau das nimmt er S.H.I.E.L.D. krumm. Aber deswegen gleich so viele Helden umzubringen, ist schon eine sehr extreme Reaktion. Ich mag es, dass man Phase 1 und Phase 3 hier so bunt zusammenbringen kann. Zumal Pym ja chronologisch lange vor Iron Man fĂŒr S.H.I.E.L.D. geforscht hatte. Es folgt ein Kampf zwischen Yellowjacket und „Fury“, der ĂŒberaus akrobatisch erscheint, aber sich auch teleportiert und sich multipliziert. Das gibt uns natĂŒrlich schon einen Hinweis, dass es nicht Fury, sondern Loki sein kann, den Fury kurz vorher aufgesucht hatte, als er beim Destroyer erschien. Fury ehrt die Erinnerung an Hope und betont, dass man bei S.H.I.E.L.D. idealerweise fĂŒr das Wohl der Menschheit hofft und dabei auch zu Opfern bereit wĂ€re.

Jedenfalls wird der Mörder ĂŒberfĂŒhrt, was jedoch eine andere Konsequenz hat, denn ohne Avengers hat Loki nun freie Bahn fĂŒr die Unterjochung der Welt, kann dies in Rekordzeit vollbringen und sich anschließend bei der UN als neuer Herrscher prĂ€sentieren. Fury trĂ€gt zwar Mitschuld daran, arbeitet aber im Hintergrund wieder einmal an einem RĂŒckschlag. Nicht nur Cap auf Eis steht ihm vielleicht bald zur VerfĂŒgung, sondern mit Captain Marvel auch eins der mĂ€chtigsten Wesen ĂŒberhaupt.

Fazit

Ich mag die Idee und das Konzept von What If... The World Lost its Mightiest Heroes?, finde aber, dass es diesmal in der Umsetzung an der einen oder anderen Stelle etwas krankt. Darum ist es fĂŒr mich die bisher schwĂ€chste der alternativen MCU-Geschichten. Diesmal muss man außerdem auf so viele Ersatzstimmen wie noch nie zuvor zurĂŒckgreifen, was ein wenig schade ist, trotz aller MĂŒhe der Ersatzsprecher. Nach dem Heist nun also das Whodunit. Ich bin gespannt, was noch so kommt. Bei einer Anthologie gibt es aber eben auch selten eine perfekte Season, in der wirklich jede Folge sitzt.

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Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 25. August 2021
Episode
Staffel 1, Episode 3
(What If...? 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Was wÀre, wenn die Welt ihre mÀchtigsten Helden verloren hÀtte?
Titel der Episode im Original
What If... The World Lost its Mightiest Heroes?
LĂ€nge der Episode im Original
35 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 25. August 2021 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 25. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 25. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 25. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 25. August 2021

Schauspieler in der Episode What If...? 1x03

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