What If...? 1x04

© zenenfoto aus der Serie What If...? (c) Disney+
Die Marvel-Zeichentrickserie What If...? hat die vierte Folge namens What If... Doctor Strange Lost His Heart Instead of His Hands? erreicht. Statt seine ChirurgenhĂ€nde bei einem Unfall zu verlieren, sitzt diesmal Christine (Rachel McAdams) mit Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) in dessen Sportwagen. Dabei geschieht ein Unfall, der das Leben von Christine fordert. Diesmal lĂ€sst sich generell feststellen, dass ausnahmslos alle Stimmen aus dem Film zurĂŒckkehren, was durchaus bemerkenswert ist.
Dormammu Day?!
Auch in dieser multiversalen Abzweigung versucht Strange anschlieĂend, die magischen KĂŒnste zu erlernen und kommt in den Besitz des Auges von Agamotto, womit man in die Zeit manipulieren kann. Damit probiert er dann, trotz der Warnungen durch Wong (Benedict Wong) und The Ancient One (Tilda Swinton), seine geliebte Partnerin zurĂŒckzuholen. Doch das Universum will es anders. Egal, ob er andere Routen nimmt, den Ablauf des Dates Ă€ndert oder sogar Christine sitzen lĂ€sst, stets stirbt die Ărztin, Geliebte und Kollegin. Das hat einiges von Timeloop-Storys wie „Groundhog Day“, Russian Doll oder „Edge of Tomorrow“ und zeigt einen zutiefst tragischen Strange. NatĂŒrlich ist es auch eine Zuspitzung seiner Konfrontation mit Dormammu aus dem Originalfilm - nur mit schlimmerem Ausgang fĂŒr ihn persönlich.
Wie The Ancient One erklĂ€rt, gibt es nĂ€mlich absolute Punkte in der Zeit, die unumkehrbare Ereignisse darstellen. Doch damit findet sich der arrogante und am Boden zerstörte Trauernde nicht ab. Durch Zufall entdeckt er in der BĂŒcherei des Zauberers Cagliostro eine alternative Methode, um ein noch mĂ€chtigerer Magier zu werden. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, die Manna von anderen Wesen zu absorbieren, um mehr Macht anzuhĂ€ufen. Allerdings kostet ihn das auch die eigene Menschlichkeit...
The Ancient One hat vorgesorgt und zu einem gewissen Zeitpunkt die Zeitlinie geteilt, so dass ein nicht korrumpierter Doctor Strange als Hoffnung gegen den Monster Strange, der auch ein gigantisches Tentakelmonster aufgenommen hat, antreten kann. Dieser stellt alsbald fest, dass auch all die dunkle Macht Christine nicht wiederbringen konnte. Erst, als beide - wie bei Jet Lis „The One“ oder „Highlander“ - verschmelzen, ist Evil Strange tatsĂ€chlich mĂ€chtig genug, um Christine zurĂŒckzubringen. Doch die Welt, in der sie zurĂŒckkehrt, ist dĂŒster und angsteinflöĂend und so muss Strange viel zu spĂ€t seinen Fehler einsehen. Er bettelt selbst beim Watcher Uatu (Jeffrey Wright), dass er einschreiten oder ihn bestrafen soll, doch das ist gegen seine Natur und so bleibt Strange sich selbst ĂŒberlassen.
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Doctor Strange in the Multiverse of Sadness

So schön es auch ist, dass in der englischen Fassung alle Originalsprecher dabei sind, so hat man doch diesmal noch mehr als zuvor das GefĂŒhl, dass manche Szenen mehr gestreckt werden, als nötig wĂ€re. Die Sequenzen mit dem bösen Strange, der die Essenzen von Wesen einsaugt, sind unnötig lang, was irgendwie so wirkt, als hĂ€tte man das Konzept anfangs gut gefunden, aber nicht genug Abwechslung reinbringen können. Normalerweise reichen bei solchen Szenen drei Beispiele, wie die klassische Rule of Three beim Schreiben hĂ€ufig genug demonstriert. Hier möchte man wohl den Abstieg von Strange in die Megalomanie und als böser Magier gerne etwas ausfĂŒhrlicher ausschmĂŒcken, so dass dafĂŒr allein viel Zeit draufgeht. Die Zeitschleife an sich erinnert mich immerhin positiv an Richard Curtis' Zeitreiseromanze Alles eine Frage der Zeit („About Time“), den ich immer wieder gerne schaue und dabei weine. ZufĂ€llig hat McAdams hier die weibliche Hauptrolle inne...
Ansonsten ist die vierte Folge leider selten spannend oder abwechslungsreich genug, um eine hohe Bewertung zu erhalten. Man lĂ€sst Strange gegen Strange antreten, den Magier das Worst-Case-Szenario durchleben und immerhin spĂ€te Reue zeigen. Das ist dann wieder nah an den klassischen „What If...?“-Comics dran, die meistens gezeigt haben, dass der kanonische Ablauf der Geschichte letztlich doch der bessere Ausgang war. Falls wir hier einen kleinen Prolog zu „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ erhalten, wĂ€re das vielleicht ein netter Bonus, aber irgendwie kriegen die Autoren das sicherlich auch besser hin - und vor allem etwas abwechslungsreicher als hier.
Fast am interessanten ist dabei noch die Interaktion mit Uatu, der sonst passiver ErzĂ€hler ist, aber auch in gewissen Marvel-Comics direkt involviert ist oder angesprochen wird. TatsĂ€chlich bricht er dort ab und zu auch seinen Schwur des passiven Beobachtens oder wird sogar angegriffen, beispielsweise in der Story rund um Red Hulk von Jeph Loeb und Ed McGuiness oder ebenso in dem Crossover-Event „Original Sin“ von Jason Aaron und Mike Deadato.
Fazit

Unterm Strich ist die vierte Episode namens What If... Doctor Strange Lost His Heart Instead of His Hands? fĂŒr mich bislang eindeutig die schwĂ€chste der Serie What If...?. Ein fehlgeleiteter, böser Doctor Strange dĂŒrfte bei seinem Machtpotential sicherlich gefĂ€hrlich fĂŒr das MCU sein. Das sind Magier dort letztlich wohl immer, siehe auch WandaVision und Loki. Nur irgendwie wollte die Umsetzung bei mir diesmal nicht so richtig die Magie entfachen, die die anderen Episoden bisher mitbrachten.
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Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 1. September 2021(What If...? 1x04)
Schauspieler in der Episode What If...? 1x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?