What If...? 1x05

What If...? 1x05

Marvel Zombies! Das ist das Motto der neuen Folge des Zeichentrickformats What If...? Das Konzept, das einst von Mark Millar und The-Walking-Dead-Schöpfer Robert Kirkman für die Comics erdacht wurde, hält nun Einzug in das Marvel Cinematic Universe.

Szenenfoto aus What If... Zombies? (c) Marvel Studios/Disney+
Szenenfoto aus What If... Zombies? (c) Marvel Studios/Disney+
© zenenfoto aus What If... Zombies? (c) Marvel Studios/Disney+

The Marvel Dead?“ Nein, die Untoten im Comicuniversum vom Haus der Ideen hören eigentlich auf den viel simpleren Namen „Marvel Zombies“ und wurden zunächst in einem Arc von Mark Millars „Ultimate Fantastic Four“ eingebaut, ehe The Walking Dead-Mastermind Robert Kirkman Ende 2005 die erste von zahlreichen Miniserien geschrieben und mit Zeichner Sean Phillips umgesetzt hat.

Das Konzept ist einfach: In einem alternativen Universum bricht eine Zombieseuche aus und die Superhelden möchten wie immer eingreifen, tragen aber ironischerweise selbst zur Verbreitung der Plage bei und löschen somit die Erde langsam aber sicher aus. Der Twist im Vergleich zu anderen Zombie-Erzählungen ist, dass die Untoten viele ihrer Fähigkeiten und Wesenszüge beibehalten. In den Comics sind sie sogar in der Lage zu sprechen. In der What If...?-Folge What If... Zombies? sind sie kommunikativ eher beschränkt, aber so kann man sich auch die Gagen für Robert Downey Jr. und Chris Evans sparen, die ja leider ohnehin nicht zur Verfügung stehen.

Last Banner on Earth?

Hier in der fünften Folge des MCU-Zeichentricks fällt Bruce Banner (Mark Ruffalo) nach dem Treffen mit Thanos ins Sanctum Sanctorum von Doctor Strange hinab, wird jedoch nicht von Wong oder Strange empfangen. Vielmehr findet er eine leere Erde vor, die an „I am Legend“ oder „Last Man on Earth“ erinnert. Lange lässt die Black Order aber, wie gewohnt, nicht auf sich warten. „Rettung“ naht ebenfalls, nur sind Iron Man und Wong in Beißlaune. Immerhin bleibt der Zauberumhang von Doctor Strange ein Helfer in Not und rettet Dr. Banner. Anfangs legen die Macher sehr viel Wert darauf, den Humorfaktor durch die Performance von Rufallo sehr clumsy und tollpatschig zu gestalten. Irgendwie ist das ein Trend zum Anfang der Folgen, ehe es dann ans Eingemachte geht. Echte Rettung kommt durch Wasp (Evangeline Lilly) und ihre fliegenden Insekten sowie Spider-Man (diesmal Hudson Thames statt Tom Holland).

Blame it on Hank Pym!

Was ist passiert? Pym happened! Schon in den Comics wird Hank Pym gerne der Schwarze Peter zugeschoben. Er hat dort Ultron geschaffen, seine Frau Janet aka Wasp geschlagen, mehr Zweitidentitäten als so gut wie jeder andere Held und gilt sonst auch nicht als mental besonders stabil. Bei „What If...?“ wird er nun nach seiner „Avengers“-Killerrolle wieder als Buhmann genutzt. Denn es sind seine Versuche, Janet van Dyne im Quantenreich zu retten, die dazu führen, dass die Seuche sich ausbreitet und auch die Avengers erreicht - und somit innerhalb kurzer Zeit fast ganz Nordamerika. Hope aka Wasp kann sich instinktiv durch Schrumpfen retten, doch für Scott Lang (Paul Rudd) sieht es schlecht aus. Ich kann bereits zu diesem Zeitpunkt absehen, dass mir die Folge ausgesprochen gut gefällt, denn es kommen einige Faktoren zusammen, die ich sehr mag.

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Survival of the Nerdiest?

Marvel Studios/Disney+
Marvel Studios/Disney+ - © Marvel Studios/Disney+

Obwohl Tony Stark und Pym als Erste erwischt werden, gibt es doch eine kleine, aber feine Rebellengruppe, die sich durchkämpft und deren Mitglieder durchaus überraschen. Neben Peter und Hope sind das Happy Hogan (Jon Favreau), Kurt (David Dastmalchian) aka der Baba-Jaga-Typ aus „Ant-Man“, Sharon Carter (Emily VanCamp), Bucky (Sebastian Stan), Okoye (Danai Gurira) und natürlich Banner, der aber den Hulk wie schon in „Infinity War“ nicht so recht zur Kooperation überzeugen kann.

Ein witziger Vlog von Peter erklärt die Überlebensregeln der Welt. Wichtigste Erkenntnisse: Man sollte sich, wenn möglich, durch Kleidung oder Rüstung am ganzen Körper schützen und darauf achten, dass man den eigenen Duft im Griff hat.

Die zusammengewürfelte Crew verschlägt es bald in ein S.H.I.E.L.D.-Camp namens Lehigh in New Jersey. Persönlich liebe ich solche Extremsituationen in Comics. Geschichten wie „Marvel Zombies“, das aktuelle „Amazing Fantasy“ und „Dark Ages“ von Marvel, aber auch „DCCeased“ und „Injustice“ von DC fordern die gewohnten Kontinuitäten heraus, geben Außenseitern, überraschenden Team-ups und unerwarteten Helden das Rampenlicht und stellen für mich somit nette Exkurse dar, die in den laufenden Serien so nicht möglich wären. Wie schon bei der Heist-Folge mit T'Challa (Chadwick Boseman) mag ich einfach Teamfolgen besonders gerne.

Natürlich dürfen beim Ziel auch die Seitenhiebe gegen New Jersey nicht fehlen, wobei ich mich manchmal frage, wer damit eigentlich angefangen hat... Sachdienliche Hinweise gerne in die Kommentare.

Blam! Blam! Blam!

Hatte man vielleicht gedacht, dass die Doctor-Strange-Folge das Düsterste ist, was das MCU so hervorbringen kann, dann sagt diese Episode: „Hold my Blutkübel“. Denn hier werden Zombies geköpft, zum Platzen gebracht, Helden links und rechts gebissen und zu Untoten verwandelt. So auch der arme Happy, der sich am Repulsor seines Exchefs mit den Worten „Blam! Blam!“ erfreut, aber eben trotzdem kein Kämpfer ist. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf und das Team schrumpft. Zombie-Cap erwischt Sharon, während Kamerad und Sidekick Bucky ihm dann für immer das Licht ausknipst und das Schild übernimmt. Okoye muss sich derweil um Zombie-Falcon kümmern. Später bereut Okoye, dass sich die Gruppe aufgeteilt hat, obwohl Peter als Popkulturkenner der Gruppe etwas anderes vorgeschlagen hatte.

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Aus großer Kraft folgt große Hoffnung

Marvel Studios/Disney+
Marvel Studios/Disney+ - © Marvel Studios/Disney+

Zombie-Sharon verschluckt an einer Stelle zwar die geschrupfte Wasp, aber die kann ihre Angreiferin zerplatzen lassen, was hier mit schwarzem Humor kommentiert wird und so oder so schon ziemlich düster ist. Der trotz düsterer Lage optimistische Peter wird im Zug vom Strange Cape gerettet und verspricht der gekratzten Hope, dass man weiterhin nach einem Heilmittel sucht und sie deswegen nicht zurücklassen möchte.

So kann sich die gigantische Wasp immerhin nützlich machen und die Gruppe über eine Mauer ins Camp bringen, das von Zombies umgeben wird. Das Bild, als Wasp umfällt, finde ich ebenfalls sehr stark. Insgesamt gibt es in dieser Folge wieder einige visuelle Schmankerl, die ich mir als Panels und Splashpages im Comic sehr gut ausmalen kann.

Den Überlebenden fällt auf, dass die Untoten nicht über den Zaun klettern, was Kurt dazu bewegt, die Baba Jaga als Grund zu nennen. Doch bald taucht Vision (Paul Bettany) auf, der als Android und durch den Mind Stone wohl eine natürliche Abwehr gegen die Angreifer gefunden hat. Die Frequenz, die der Infinity Stone ausbreitet, könnte also eventuell ein Durchbruch in der Heilung sein. Allerdings befinden wir uns hier in einer Horrorfolge und die Twists hören noch lange nicht auf.

Denn Vision hat nicht nur Scott Lang, oder besser gesagt dessen Kopf, gerettet, welcher nun in einem horrortypischen Gefäß mit Glaskuppel seine Dad Jokes reißt, sondern er verbirgt auch ein dunkles Geheimnis. Denn diesmal ist nicht er gestorben, wie noch kurz vor WandaVision, sondern es hatte Wanda erwischt, deren Kräfte eine Heilung aber nicht zulassen. Die Rollen sind also vertauscht und beides mal überaus unheimlich. Stattdessen warnt T'Challa, der als Wanda-Futter herhalten musste, vor Visions düsteren Taten, von denen Scott keine Ahnung hatte. Laut Okoye könnte man nach Wakanda aufbrechen, weil das technologisch fortschrittliche Königreich dank der Schilde so etwas wie die letzte Bastion der Menschheit ist. Doch die Zombie-Wanda, die sich befreien kann, macht es der Truppe nicht so leicht...

Two and a Half Superheroes left?

Sowohl Kurt, Okoye, Bucky als auch Hulk, der sich endlich heraustraut, stellen sich ihr in den Weg. Dabei fällt auf, dass das MCU eine Konfrontation zwischen Hulk und Wanda bisher umschifft hatte und nun hier als weiteres Highlight anbieten kann. Im Endeffekt bleiben nur noch T'Challa, Peter und der Kopf von Scott übrig, die mit dem Mind Stone im Quadjet in Richtung Wakanda aufbrechen können, wobei sie kurz noch an der wiederauferstandenen Zombie-Wasp vorbei müssen und diese noch einen Zombie nach dem Jet wirft...

Peter und Co schöpfen also wieder etwas Hoffnung, denn mit dem Mind Stone und der Technologie Wakandas könnte sich eine Lösung finden lassen. Doch mit der bittersüßen Abschlussnote, dass Zombie-Thanos den Infinity Gauntlet in seinem Besitz hat, entlässt man die Zuschauer.

Fazit

Marvel Studios/Disney+
Marvel Studios/Disney+ - © Marvel Studios/Disney+

Ich glaube, dass das meine Lieblingsepisode von What If...? bisher war. Denn es kommt einiges zusammen, was ich mag: ein Comickonzept, das so im regulären Kino-MCU wahrscheinlich nicht machbar wäre; die Sprengung und Auslotung von Grenzen; neue Figurenkonstellationen und Grüppchen, die man so nicht erwartet; epische Schlachten und natürlich auch einige humorige Momente und epische Konsequenzen für die Welt. So lob' ich mir das!

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Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 8. September 2021
Episode
Staffel 1, Episode 5
(What If...? 1x05)
Deutscher Titel der Episode
Was wäre, wenn … Zombies?!
Titel der Episode im Original
What If... Zombies!?
Länge der Episode im Original
34 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 8. September 2021 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 8. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 8. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 8. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 8. September 2021

Schauspieler in der Episode What If...? 1x05

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