This Is Us 1x17

© eth (Susan Kelechi Watson) in der Serie „This Is Us“(c) NBC
What Now? ist ein Episodentitel, der passender kaum sein könnte. Die eigentliche Frage stellen sich gar nicht die Figuren, die wissen erstaunlich gut, wie es weitergeht, sondern wohl vielmehr die This Is Us-Autoren. Wohin sollen sie steuern nach einer emotional so anspruchsvollen Episode wie Memphis und so kurz vor dem Staffelfinale? Wir bekommen ein Durchatmen, das jedoch etwas vorhersehbar und oberflächlich wirkt. Also vergleichsweise mit der üblichen Stärke der Serie.
Der Abschied
Im Staffelfinale steuern wir also wohl auf Jacks Tod hin, oh je, das wird hart besonders wenn man bedenkt, dass Crew und Cast in Interviews bereits angedeutet haben, die 18. Episode sei düsterer als wir es gewohnt seien. Immerhin haben wir mit der Episode „What Now?“ die Gelegenheit, den anderen emotionalen Tiefschlag zu verdauen, Williams Tod.
Dabei verlassen die Autoren sich auf diejenigen, die am unverstelltesten der Schönheit des Lebens ins Gesicht schauen können, die Kinder und William selbst. Heraus kommt dabei am Ende ein „Fun-eral“, das weniger mit William als mehr mit den anderen zu tun hat. Auch wenn die Idee, einen perfekten Tag für William nachzuleben, süß ist.
Seltsam wirkt es dennoch, dass nur die engere Familie anwesend ist, obwohl Rebecca (Mandy Moore) offensichtlich viel weniger mit dem Verstorbenen zu tun hatte als der Postbote, der seltsamerweise nicht eingeladen wurde. Ebenso einfach gestrickt wirkt das Telefonat, dass Randall (Sterling K. Brown) mit Jessie (Denis O'Hare) führt. Der erklärt seltsam gestelzt, dass er bereits einen privaten Abschied von William genommen hat bevor die beiden ihren Road Trip nach Memphis gestartet haben und erklärt zwar, wie viele Menschen es gibt, deren Leben William verändert hat, aber kommt selbst nicht zur Trauerfeier.
Während die anderen Charaktere bereits zu ihren eigenen Problemen weiterziehen, bekommt immerhin Beth (Susan Kelechi Watson) nun die Gelegenheit zu einem Abschied von William. Es ist schön, dass Randall seinen Toast seiner Frau überlässt und erwähnt, dass sie es war, die jeden Tag mit William verbracht hat während er selbst ja nun immer noch ins Büro gegangen ist. Und es ist passend, Beth die Redewendung zu überlassen, nach der es eine Zeit vor und nach William für die Pearsons gibt, denn für die anderen gibt es vor allem auch eine Zeit vor und nach Jacks Tod. Randall vereint seine beiden Väter in einem Traum, der sich ziemlich realistisch anfühlt. Natürlich nicht auf die Art, welche Figuren da zusammensitzen, sondern darauf bezogen, dass William und Jack (Milo Ventimiglia) sich sicher gut verstanden hätten wenn sie die Chance gehabt hätten, sich kennen zu lernen.
Vorhersehbarkeit
Die Handlungsstränge der drei Geschwister sind von so langer Hand vorbereitet worden, dass man jedes einzelne Ende kommen sehen kann. Und doch ist es sehr befriedigend Randall dabei zuzusehen, wie er seinem Chef die Meinung sagt und sich von seinem Job verabschiedet. Schließlich haben wir schon lange gesehen, wie schlecht es ihm dort geht, wie mies er behandelt wird und dass er fleißig und erfahren genug ist, um einen anderen Weg zu finden.
Ebenfalls immer auf die Füße fällt Kevin (Justin Hartley), egal was er macht, am Ende wird alles gut. Mit dem Ende dieser Episode hat er einen Höhenflug, er ist wieder mit seiner großen Liebe Sophie (Alexandra Breckenridge) zusammen und die Menschen, die er liebt, waren begeistert von seinem ersten Theaterauftritt. Auch wenn der Kritiker nicht da war, den es gebraucht hätte, um das Stück zu einem Erfolg zu machen. Doch dann war eben Ron Howard da und der bietet Kevin direkt eine Rolle in seinem nächsten Film an. Nun hat der Schauspieler die Möglichkeit, genau diese Chance auszuschlagen und seine Versuche, es auf der Bühne zu schaffen, unterstreichen.
Kate (Chrissy Metz) offenbart uns unterdessen eine Sache, die viele sich wohl bereits gedacht haben: sie versucht den Tod ihres Vaters zu verdrängen weil sie glaubt, Schuld daran zu sein. Auch die Episode What Now? zeigt uns nicht, was genau mit Jack passiert ist, aber es könnte etwas mit Alkohol zu tun haben. Nach ein paar einsamen Stunden im Wohnzimmer und einer ärgerlichen Anmachaktion seiner Kollegin in der Bar findet Jack sich angetrunken an einer Telefonzelle wieder, wo er den Babysitter seiner Kinder anruft um zu fragen, ob sie über Nacht bleiben können. Unterdessen ist Rebecca mit ihrer Band auf Tour und wir bleiben zurück und vermuten, dass er sich aufmacht zu seiner Frau, um sein Verhalten wieder gut zu machen. Von dieser Unternehmung weiß nur seine Tochter. Doch der Ratschlag, nicht alleine in der Wohnung zu versauern und das Wissen über die Fahrt zu Rebecca kann Kate nicht wirklich für Schuld nehmen? Und ist es so einfach, dass Jack aufgrund seiner Trunkenheit einen Unfall hat?
Fazit
Nach Williams Abschied musste eine Episode kommen, die schlechter abschneidet. Schließlich müssen wir uns - glücklicherweise - nicht jedes Mal von einem geliebten Charakter verabschieden, der auch noch in einigen der stärksten Beziehungen ist, die die This Is Us-Autoren bisher erschaffen haben. Doch nun haben wir die Vorhersehbarkeiten aus dem Weg und können uns auf ein vermutlich ziemlich emotionales Finale vorbereiten.
Trailer zum TIU-Staffelfinale „Moonshadow“:
Verfasser: Mariano Glas am Mittwoch, 8. März 2017This Is Us 1x17 Trailer
(This Is Us 1x17)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x17
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