This Is Us 1x15

© wei beste Freunde: Miguel (Jon Huertas) und Jack (Milo Ventimiglia) in der US-Serie âThis Is Usâ / (c) NBC
TrÀnenreich kommen wir dem Ende nÀher, dem Ende der ersten Staffel This Is Us und vielleicht auch dem Ende einiger Charaktere. Auf der anderen Seite, mit einer VerlÀngerung um direkt zwei Staffeln, können die Serienmacher es auch langsam angehen und uns Jack (Milo Ventimiglia) und William (Ron Cephas Jones) noch etwas lÀnger lassen.
Der einzige Trost ist, dass es in einer Serie, die ZeitsprĂŒnge zum Konzept ernannt hat, nicht unbedingt viel ausmacht, wenn eine der Figuren stirbt, weil wir sie in den anderen Zeitlinien immer wiedersehen werden. Und doch habe ich jedes Mal Angst, wenn Jake lange und still im Bild ist oder William sich auf der KĂŒchenanrichte abstĂŒtzen muss. Doch in der Episode Jack Pearson's Son stehlen ihnen zwei andere Figuren die Show.
Tell her, it's from Big M
Eigentlich sind es sogar drei. Immer wieder fĂ€llt mir in den letzten Episoden auf, wie wunderbar Miguel (Jon Huertas) eigentlich ist. Doch dieses Mal ist das erste Mal, dass er mich dazu bringt, laut zu lachen und innerhalb weniger Minuten auch noch zu weinen. Seine Selbstneufindung als Big M ist einfach urkomisch, gefolgt von einem ehrlichen GesprĂ€ch mit Kevin (Justin Hartley), in dem der gar nicht mehr so neue Mann an der Seite von Rebecca (Mandy Moore) endlich den Elefanten im Raum anspricht: Kevin kann ihn nicht leiden. Alle Schranken der TrĂ€nendrĂŒsen fallen, als Miguel erzĂ€hlt, wie sehr es ihm das Herz bricht, demjenigen so nah zu sein, der ihn so sehr an seinen besten Freund Jack erinnert, und gleichzeitig zu wissen, dass der ihn nicht leiden kann.
Miguel ist einfach der Beste, was er auch wieder beweist, als er wĂ€hrend Rebeccas Auftritt keine Augen fĂŒr seine spĂ€tere Frau hat, sondern sich aufgeregt neuen Flirts zuwendet. Das ist die einzige Möglichkeit, die die Autoren wĂ€hlen können, ohne uns das Kevin-Drama aufzuerlegen. Wir mĂŒssen sicher sein dĂŒrfen, dass er Rebecca erst als potentielle Partnern gesehen hat, nachdem Jack nicht mehr da war - und natĂŒrlich auch erst nach einer angemessenen Zeit des Trauerns. Bisher sieht es so aus, als wenn Miguel alle moralischen AnsprĂŒche erfĂŒllt.
Miguels Charme setzt Jack in dieser Episode eine ĂŒberraschende Eifersuchtsszene entgegen. Klar, er ist immer noch der Beste, aber an dieser Seite seines Charakters sollte er ein bisschen arbeiten. Rebecca hat die Tour und die Band verdient als âihr Dingâ und nur, weil sie irgendwann mal zwei Monate mit dem Bandleader ausgegangen ist, sollte sie nicht darauf verzichten mĂŒssen. Jack hat keinerlei Grund zu der Annahme, dass die Anwesenheit des Mannes seine Familie gefĂ€hrdet, Rebecca hat nichts falsch gemacht. Zu verlangen, dass sie alles hinschmeiĂt nur wegen der Eifersucht ihres Mannes ist nicht gut, Jack, so einer bist du doch gar nicht!
Die beste Variante von sich beweist hingegen Kate (Chrissy Metz) in der Episode Jack Pearson's Son - und ich muss mich bei ihr entschuldigen. Sie geht zu Dukes Zimmer weil sie ihm den Marsch blasen will fĂŒr die unertrĂ€gliche Arroganz, die er raushĂ€ngen lĂ€sst. Es dauert nur wenige SĂ€tze, da wissen wir dann auch, was bei ihm dahintersteckt. Er ist einfach ein verwöhntes Kind, das das Unternehmen der Eltern als seinen Privatspielplatz betrachtet und alle, die dort hinkommen, als seine Puppen. Das ist alles andere als attraktiv und selbstbewusst, also vergessen wir diesen Ausrutscher ebenso schnell wieder wie hoffentlich Kate und Toby (Chris Sullivan).
Aus dem Rampenlicht
Kommen wir also zum HerzstĂŒck der Episode: die beiden BrĂŒder. Die Beziehung zwischen Randall (Sterling K. Brown) und Kevin ist eine der besten, die die erste This Is Us-Staffel hervorgebracht hat. In The Best Washing Machine in the Whole World haben sie fĂŒr einen rĂŒhrenden Moment gesorgt, als Kevin Randall zum ersten Mal in der Ăffentlichkeit seinen Bruder genannt hat, unter anderem vor einem zufĂ€llig vorbeikommenden Seth Meyers. Dieses Mal arbeiten die beiden sich jeweils getrennt am Rande eines Zusammenbruchs entlang.
Kevin befĂŒrchtet, seinem eigenen Anspruch als ernst zu nehmender Darsteller nicht gerecht zu werden und vor den Augen der Welt zu versagen. Randall kann sich nicht mit dem bevorstehenden Tod seines leiblichen Vaters auseinandersetzen und muss dazu auch noch mit der Abwesenheit seiner Frau klarkommen. Wie Beth (Susan Kelechi Watson) uns erklĂ€rt hat, ist das Randalls Art, Dingen zu begegnen: Er versucht, alle AnsprĂŒche zu erfĂŒllen und wenn es zu viel wird, macht er bis zum Zusammenbruch trotzdem weiter. Auf einen solchen steuert er im Moment zielsicher zu. Das erkennt auch Kevin, der zwar in der Vergangenheit immer an seinem Bruder vorbeigegangen ist, aber gesehen hat er doch, dass Randall Hilfe brĂ€uchte.
Erst lĂ€sst er Randall auflaufen, doch dann, wie es nur jemand kann, der den groĂen Auftritt liebt, entscheidet er sich im letzten Moment dazu, doch zu seinem Bruder zu eilen, zum vermutlich ersten Mal. Es ist traurig, emotional und gleichzeitig auch so schön, die beiden auf dem Boden des BĂŒros zu sehen, wie sie sich so nah sind wie selten zuvor und endlich zueinander finden.
Einfacher wĂ€re es gewesen, einfach vorher mal auf Randall zuzugehen, aber dann hĂ€tten wir ja nicht gewusst, wie ernst es Kevin damit ist. Er lĂ€sst seinen ganz groĂen Auftritt sausen, den Moment, auf den er monatelang gewartet hat, der ihn vom Manny-Image lösen sollte. Aber er hat getan, was Jack getan hĂ€tte und dafĂŒr kann man nur stolz auf ihn sein, auch wenn ein Teil meines MitgefĂŒhls an die stehengelassene Sloane (Milana Vayntrub) geht.
Trailer zur Episode âMemphisâ (1x16) der US-Serie âThis Is Usâ:
Verfasser: am Mittwoch, 15. Februar 2017This Is Us 1x15 Trailer
(This Is Us 1x15)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x15
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