This Is Us 1x14

© ebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC
Es war wohl schon länger überfällig - die This Is Us-Macher wenden sich mit der Episode I Call Marriage dem Thema Ehe zu, wie üblich in vielen Facetten. Und die ersten Tränen kann man schon direkt nach der Zusammenfassung der letzten Folgen aufsteigen fühlen. Das liegt an Miguels Hochzeitsrede für Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia), unterlegt von den guten Zeiten, die die beiden zu Beginn ihrer Ehe miteinander hatten. Miguel (Jon Huertas) verdient mehr Aufmerksamkeit, also bevor wir uns auf die Kernfamilie Pearson stürzen, nehmen wir uns die Zeit dafür. Seine große Stunde wird noch kommen, aber dazu müssen wir erstmal eine große Hürde nehmen, die Verarbeitung des Unausweichbaren, Jacks Tod, als die Kinder gerade ins Erwachsenenalter eintreten. Doch schon jetzt scheint immer wieder durch, wie großartig der spätere Lebenspartner von Rebecca ist. Und das ergibt ja auch Sinn, immerhin hat der großartige Jack ihn sich einst als besten Freund ausgesucht.
My husband is a freaking superhero!
In dieser Folge erfahren wir, wieso Miguel überhaupt verfügbar ist. Wir sind dabei, wenn er und seine Frau das Ende ihrer Ehe verkünden. Dabei sagt er einen Satz, der hängen bleibt: „Wir haben aufgehört, uns gegenseitig wahrzunehmen.“ Das ist eine sehr traurige und in vielen Fällen sehr treffende Beschreibung für das stille Ende einer Beziehung. Glücklicherweise betrifft das nicht Jack und Rebecca. Auch wenn sie von der Ankündigung ihrer Freunde schockiert sind und in ihrer eigenen Beziehung nach Anzeichen für ein Scheitern suchen. Drei Kinder, dann auch noch alle gleichen Alters, sind schlauchend. Das sehen wir, als die beiden stumm nebeneinander vor dem Spiegel stehen. Zwanzig Minuten später schleudert Rebecca jedoch Ben (Sam Trammell) entgegen, dass sie sehr wohl im Detail wahrnimmt, was Jack alles tut, um sie glücklich zu machen. Die zweite emotionale Rede innerhalb kurzer Zeit, dieses Mal jedoch optimistisch.
Jack ist der Beste und Rebecca hat die Begabung, das jedes Mal wieder zu sehen und zu betonen, ohne sich daran zu gewöhnen und der Sache überdrüssig zu werden. Wie jedes Mal trägt die Aussicht auf seinen frühen Tod dazu bei, dass man melancholisch werden kann bei seinem Anblick. Besonders wenn - wie dieses Mal - öfter betont wird, dass die beiden bis zum Tod zusammenbleiben wollen.
Meistens ist es die Langstrecke, die Ehen beendet, und neben der Aufmerksamkeit füreinander gehören wohl noch andere Dinge dazu. Ein Geheimnis verraten uns Randall (Sterling K. Brown) und Beth (Susan Kelechi Watson) dieses Mal. Denn der Wille, sich gegenseitig glücklich zu machen, ist manchmal nicht genug. Was, wenn die Umstände widrig sind und die Probleme nicht so einfach gestrickt? Der bevorstehende Tod eines Elternteils kann so eine Sache sein, die man auch mit einem Ausflug in das erste gemeinsame Appartement nicht wieder geraderücken kann. Denn Randall versucht die Realität zu ignorieren, solange es geht, doch für Beth ist der Krebstod des eigenen Vaters längst Realität geworden, und dieses Mal will sie besser vorbereitet sein, besonders für die Kinder. Eine echte Lösung, besonders eine eindeutige oder einfache, gibt es nicht, doch Beth beruft sich auf die Ehe und verlangt Einigkeit für den Abend, keinen zermürbenden Streit, keine Abwesenheit.
Oh, das war jetzt unangenehm
Was Randall verstanden hat und Kevin gerade lernt, ist Kate (Chrissy Metz) noch fremd. Doch auch Toby (Chris Sullivan) ist kein Heiliger in dieser Sache. Er lässt sie nicht alleine ihren gerade nicht so einfachen Weg gehen und erkennt nicht, dass es keine Zeit für Späße ist. Unterdessen lässt Kate sich von Duke (Adam Bartley) ablenken. Beide reagieren in der Episode I Call Marriage wie schlechtere Versionen von Rebecca und Jack. Kate vergisst all die wunderbaren Dinge, die Toby für sie getan hat; es wirkt, als hätte sie sich daran gewöhnt. Toby verkennt die Situation und merkt nicht, wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten.
Das alles könnte eine wesentlich bessere Storyline sein, wenn die Figur Duke mehr Sinn ergeben würde. Er kennt Kate nicht, verhält sich wie ein Idiot allen anderen im Camp gegenüber und gibt sich öffentlich sicher, dass er es in Kates Bett schafft. Selbstsicherheit kann sexy sein, aber bei Duke sollte das nicht klappen, denn sonst verraten die Autoren Kate als eine Figur mit eigenem Willen. Was soll denn das von Duke? Hat er sie auf den ersten Blick als Seelenverwandte erkannt oder wird er das Interesse verlieren, sobald sie ihn in seiner Kabine besucht hat? Wir kennen ihn nicht, wir wissen nicht, wieso er sich wie ein Idiot verhält, und nach allem, was die Autoren uns bisher von ihm zeigen, will ich das auch nicht wissen. Ich hoffe nur, dass er keine vorhersehbare Ablenkung wird, um Kate und Toby ein bisschen straucheln zu lassen auf dem Weg zum großen Glück. Das wäre der Serie nicht würdig.
Der Letzte im Bunde ist Kevin (Justin Hartley), der kürzlich eine für uns überraschende Exfrau aus dem Hut gezaubert hat. Eine interessante Entscheidung der Autoren ist es schon, das angefangene Liebesdreieck aus Theaterstar, intellektueller Stückeschreiberin und Sitcomstar auf Selbstfindung einfach liegen zu lassen und sich komplett umzuorientieren. Kevin hat Sophie (Alexandra Breckenridge) betrogen, er schiebt das auf die Fernbeziehung. Ihm dabei zuzusehen, wie er versucht, das wieder gut zu machen, ist schön, vor allem weil er ziemlich schnell gelernt hat. Alle in der Pearson-Familie scheinen außergewöhnlich begabt zu sein, wenn es um emotionale Gesten geht, abgesehen von Kate leider.
Fazit
Die Episode I Call Marriage bringt nicht wirklich viel Neues, auch in dieser Hinsicht bleiben die Autoren ihrer Botschaft treu: Nicht immer sind es die großen Ereignisse, oft entscheidet der Alltag.
Trailer zur Episode „Jack Pearson's Son“ (1x15) der US-Serie „This Is Us“:
Verfasser: am Mittwoch, 8. Februar 2017This Is Us 1x14 Trailer
(This Is Us 1x14)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?