This Is Us 1x10

© evin (Justin Hartley) und Sloane (Milana Vayntrub) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC
Weihnachten ist ein Fest für Familiendramen, an keinem anderen Tag sind der Druck so groß und die emotionale Fallhöhe so hoch. Schon eine normale This Is Us-Episode kann man kaum ohne Taschentücher durchstehen. Was also passiert, wenn man noch einen Weihnachtsbaum hinzufügt? Die Episode Last Christmas zeigt: nicht zwangsläufig das, was man erwartet.
Der große Schlag
Schon in der letzten Episode kam schleichend das Gefühl auf, dass die Serienautoren mit unseren Gefühlen Pingong spielen. Und dann auch noch Weihnachten - für die Episode Last Christmas lässt das zunächst nichts Gutes befürchten. Doch dann verfolgen wir eine Story, die zwar unterhaltsam und emotional ist, aber nicht zu dick aufträgt. Tapfer schafft man es ohne Taschentücher durch Kates Blinddarmoperation, durch das Kennenlernen von Williams einstigem Lebensgefährten und durch die Erkrankung von Dr. K (Gerald McRaney). Schließlich stellt sich sogar ein bisschen das Gefühl ein, der Sache entwachsen zu sein. Randall (Sterling K. Brown) trifft einen Kollegen auf dem Weg zum Selbstmord und rettet durch diese Unterbrechung sein Leben. Kevin (Justin Hartley) findet eine überraschende Wendung mit Sloane (Milana Vayntrub) und Kate (Chrissy Metz) darf sich über ein Happy End mit Toby (Chris Sullivan) freuen.
Doch dann, mitten in der Idylle eines gemütlichen Familienabends, erkennen wir, dass das große Drama die ganze Zeit in den Schatten auf uns gewartet hat. Der beste Charakter der Serie, Toby, dieser Mann, der Kate zum Lachen und Hoffen gebracht hat, landet im Krankenhaus. Und wir werden in die Winterpause geschickt ohne zu wissen, ob er es schafft oder nicht. Ist das der Abschied? Das besondere Talent der Serienautoren ist es, uns die alten Wahrheiten, die wir ja alle zu Genüge kennen, mit liebenswerten Figuren vor Augen zu führen. Und Tobys Zusammenbruch fasst die wichtigste Einsicht zusammen, die man haben kann: Niemand bekommt eine Vorwarnung im Leben, nicht für die schönen und nicht für die furchtbaren Ereignisse.
Im Bruchteil einer Sekunde kann sich alles ändern. Auch die Einsicht auf die Serie, denn mit den eher seichten Themen dieser Feiertagsepisode wurden wir in Sicherheit gewogen, den großen Schock sollten wir nicht kommen sehen. Bei einer anderen Figur hätte man es vielleicht schon erahnen können, wenn sie überraschend in der Tür steht und genau die richtigen Worte sagt. Doch so ist Toby ja, seit wir ihn kennengelernt haben. Bei ihm ist Perfektion keine „rote Flagge“, sondern meistens Alltag.
Dass doch noch etwas passieren muss, konnte man sich trotzdem denken, nachdem Rebecca (Mandy Moore) die Familientradition gestartet hat, zu sagen, dass am Weihnachtsabend nichts Schlimmes passieren kann.
Weihnachtsfreuden
Doch auch unter den anderen Storylines gibt es einige Überraschungen, die größte davon ist wohl Jessie (Denis O'Hare), Williams ehemalige Lebensgefährte. Er ist aus dessen Leben verschwunden, doch es ist noch genug Gefühl vorhanden, dass die beiden wieder zueinander finden. Es fühlt sich ein bisschen wie ein Weihnachtswunder an, schließlich haben wir William als einsamen Mann kennengelernt, der nur wenig hatte, bevor Randall und dessen Familie wieder in sein Leben getreten sind.
Doch nun tauchen wir endlich tiefer in das Leben ein, das er zwischen Randalls Geburt und seiner Rückkehr hatte. Denn auch für ihn stand die Zeit nicht still; nun erfahren wir mehr darüber. Auf den ersten und auch den zweiten Blick ist Jessie ebenso charismatisch wie William und Randall, wenn auch auf eine andere Art. Die beiden Geschichten, die sie auf dem Selbsthilfetreffen teilen, sind dafür symptomatisch. Beide sind ergreifend, die eine rührend, die andere unterhaltsam, aber sie nehmen sich nichts in ihrer Bedeutsamkeit und passen gut zusammen.
Auch Kevins neue Partnerin macht einiges her. Die beiden waren überhaupt nur Notlösungen füreinander, doch dann springen am Ende nicht nur echte Gefühle, sondern auch ein neues, ehrgeiziges Projekt dabei heraus. Und das ist zwar anstrengend, aber sicher auch ziemlich belohnend, wenn sie es denn durchziehen.
Fazit
Dass Kate und Toby wieder zueinander finden, war schon klar. Dass sie es an Weihnachten tun, passt zur Serie und zu ihrer Story. Doch dass es vielleicht die letzten schönen Stunden für die beiden sein könnten, das kommt überraschend und trifft genau da, wo es wehtut. Es erinnert auch umso mehr daran, die schönen Zeiten zu genießen, von denen es in der Episode Last Christmas ebenso viele gibt.
Verfasser: am Mittwoch, 7. Dezember 2016This Is Us 1x10 Trailer
(This Is Us 1x10)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x10
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