This Is Us 1x11

© ebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC
Während Olivia zur Authentizität gefunden haben will, hat auch Kevin (Justin Hartley) einiges in den letzten Wochen dazugelernt. Doch in der This Is Us-Episode The Right Thing to Do zeigt sich, dass es noch an der Umsetzung und vor allem der Wortwahl hapert. Im Mittelpunkt stehen aber ohnehin wieder die Vergangenheit und Randall (Sterling K. Brown), verdientermaßen.
Zuhause
Wir erleben den Moment mit, in dem Jack (Milo Ventimiglia) und Rebecca (Mandy Moore) erfahren, dass sie statt eines Kindes gleich drei erwarten. Und wir dürfen uns dabei wieder einmal aufs Neue in den werdenden Vater verlieben. Sicher, es ist Rebecca, die die Familie zusammenhält und dafür bekommt sie in den richtigen Momenten mehr als Zuneigung und Applaus, aber immer dann, wenn Hiobsbotschaften einschlagen, ist es Jack, der den Optimismus aufbringt, nicht nur weiterzumachen, sondern dabei auch noch einen besonders rührenden Moment zu erschaffen. Die Dynamik der beiden ist wunderbar und wird mit jeder Episode besser.
Auch wenn er den Charme auf seiner Seite hat: Bisher war es oft Rebecca, die die Lösungen geschaffen hat, auf ihre Art. Denn Jack ist großartig auf der Kurzstrecke, doch auf die Dauer lässt er nach. Die unangenehmen Aufgaben bleiben oft an ihr hängen. Das Wohnproblem, vor dem die beiden nach der Drillingsnachricht stehen, ist riesig und fühlt sich unlösbar an. Und statt einem Eis will Rebecca eigentlich die Zeit bekommen, alleine zu weinen. In ihrer Verzweiflung sieht sie als einzige vernünftige Möglichkeit einen Umzug zu ihrer Mutter. Und in der Story stehen sich nun plötzlich die beiden Elternteile gegenüber, die den größten Einfluss auf die werdenden Eltern gehabt haben: für Jack der brutale Vater, für Rebecca die passiv-aggressive Mutter. In einer frühen Szene der Episode vergleicht Rebecca die beiden und sagt, dass sie weiß, dass ein Vater, der schlägt, schlimmer sei als eine Mutter, die einem suggeriere, zu dick zu sein. Doch es geht nicht darum, wer schlimmer ist, es geht darum, wer die bessere Lösung für das eigene Problem liefern kann. Und in diesem Fall ist es das Geld von Jacks Vater. Denn die junge Familie braucht Freiheit um sich und ihre Dynamik zu finden. Was sie nicht brauchen, ist, dass Rebeccas Mutter in jeder Sekunde mit dabei ist, auch wenn das Angebot, bei ihr einzuziehen, natürlich zu schätzen ist. Jack geht also den Weg der kürzesten Lösung, der in diesem Fall aber auch die beste zu sein scheint. In einer großen, schmerzhaften Anstrengung bringt er ein eigenes Haus auf den Plan, was er dann mehr oder weniger Rebecca überlässt, um es zu einem Zuhause zu machen. Traditionelle Rollenaufteilung, aber in den Figuren von Rebecca und Jack durchaus charismatisch.
Abschied
Ein anderes Problem mit der Frage nach dem Zuhause hat Randall. Und zwar mit seinem Vater. Dabei ist zunächst nicht klar, was eigentlich das Problem ist. Erst im Gespräch mit William (Ron Cephas Jones) wird langsam deutlich, dass er nicht zulassen will, dass sein biologischer Vater sich mit der Ausrede, niemandem zu Last fallen zu wollen, aus der Verantwortung der Familie stiehlt. Sicher, Williams Gründe sind ehrenhaft und nicht vorgeschoben, aber es ist eben doch wieder der Plan, seinen Sohn alleine zu lassen. Und Randall, auch wenn er seinen Vater erst relativ kurz kennt, ist mit ganzem Herzen dabei, bis zum bitteren Ende, wenn es denn so sein soll. Und mit dieser Szene stiehlt das Vater-Sohn-Duo den anderen mal wieder die Show, auch wenn wir doch die Episode The Right Thing to Do mit einem furchtbaren Cliffhanger um Tobys Leben erwartet haben.
Doch auch er und Kate (Chrissy Metz) bekommen natürlich ihren Teil der Story ab. Die Auflösung des Cliffhangers mündet in einer Situation, die zwar viel Klischee, aber auch genauso viel Wahrheit mitbringt. Da ist jemand, der ein Leiden hat, von dem ihn eine Operation erlösen könnte und er weigert sich - aus Angst, Ignoranz oder Verdrängung - das zu akzeptieren. Das führt natürlich dazu, dass seine Lieben leiden. Doch die Lösung, die die Drehbuchautoren für Kate und Toby anbieten, ist dann doch etwas zügig, gerade weil viele Zuschauer das Problem vielleicht kennen und wissen, dass es meist nicht mit einem Liebesgeständnis oder einer eindringlichen Bitte getan ist.
Fettnäpfchen
Auf dem Verliererplatz landet mal wieder Kevin, der einfach mit seiner oft simplen Herangehensweise gegen die anderen nur durch Aufrichtigkeit punkten kann. Angefangen hat er als hübscher, aber oberflächlicher Schauspieler, der plötzlich einen Sinneswandel hat, und auf der Suche nach der eigenen Tiefe ist. Wir haben ihn dabei begleitet, wie er viele Schritte in die richtige Richtung gemacht hat. Er versucht genau das schon länger, was er nun sagt, nämlich das Richtige tun.
Doch dabei tritt er immer mal wieder in Fettnäpfchen. So wie auch in der Episode The Right Thing to Do, als er die Beziehung zu Sloane (Milana Vayntrub) wie eine Pflichtübung darstellt, die zwar richtig, aber auch spaßlos ist. Dabei ist Kevin alles andere als berechnend, er ist auf eine entwaffnende Art ehrlich, weil er vieles gerade erst selbst entdeckt. Hat er den Satz so gemeint? Vermutlich nicht, vielleicht wollte er Olivia die Niederlage einfacher machen. Vielleicht hat er es selbst nicht gesehen. War es verletzend? Auf jeden Fall. Doch es sollte nicht das Ende der Beziehung sein, sondern eine weitere Möglichkeit für Kevin, sich zu entwickeln. Dazu müsste er nun einen Weg finden, zumindest so weit zu Olivia durchzudringen, dass sie eine Erklärung und eine Entschuldigung überhaupt hören kann und will. Gut, dass er das Talent seines Vaters geerbt hat, Menschen zu begeistern und für seine Ideen zu gewinnen.
Trailer zur Episode „The Big Day“ (1x12) der US-Serie „This Is Us“:
Verfasser: am Freitag, 13. Januar 2017This Is Us 1x11 Trailer
(This Is Us 1x11)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x11
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